Archiv für den Tag: 1. Juni 2019

In den Minen von Moria

Nein, keine Angst heute war „Herr der Ringe“-frei. Ich komme später auf die Überschrift zurück.

Regen. Es scheint als möchte uns Neuseeland den langsamen Abschied etwas erleichtern (schafft es aber nicht), der Morgen begann mal wieder nass. Wir haben dann trotzdem bei leichten Schauern eine kurzen Weg im herbstlichen MacLaren Falls Park abgelaufen. Oben gabs einen Lookout.

Ein sehr schöner Park und für eine Nacht absolut günstig und sogar mit heißer Duschmöglichkeit, für den, der sich auskennt. Man muss nämlich vorher einen roten Knopf an einem Rohr drücken, sonst kommt nur kaltes.

Wir haben uns von Marcos verabschiedet und sind weiter in den norden gefahren. Die Hobbiton Tour hat unseren Reiseplan etwas durcheinander gebracht. Das ist das absolut geniale am Camper, man ist frei und einzig der Abflug ist unser fixer Termin. Vielleicht.

Zum Mittag hatten wir heute zur Feier des Tages (Kindertag) Real Fruit Icecream. Von der Zubereitung war das wie damals in Okarito, Basis ist ein Milcheis und man bekommt gefrorene Früchte eingerührt. Die Eismaschine ist faszinierend.

Am Nachmittag waren kleinere Fetzen blauen Himmels zu erahnen und wir sind nach Karangahake gefahren, um den Window Walk zu machen. Der führte uns durch alte Minentunnel der ehemaligen Goldgräber Stadt. Man sollte eine Taschenlampe dabei haben, da die Tunnel recht lang und dunkel sind. Teilweise liegen auch noch die Schienen und man kann prima Eisenbahn spielen.

Gerade als wir aus den Tunneln über eine Hängebrücke auf der anderen Seite der Schlucht waren, kam ein kurzer aber heftiger Guss von oben. Zum Glück waren wir gerade unter einem Felsvorsprung und konnten es im Trockenen aussitzen. Eine schöne Gegend ist es dort und die Tunnel und alten Anlagen bilden eine passende Kulisse. Der Parkplatz war gut gefüllt und trotzdem war es aufgrund der vielen Wanderwege nicht zu voll auf selbigen.

Jetzt sind wir auf der Coromandel Halbinsel angekommen und haben einen schönen freien Stellplatz unweit vom Strand von Onemana, von dem wir morgen allerdings schon 9:00 Uhr weg müssen. Also ist wohl frühstücken gehen angesagt, ist ja auch Sonntag.

Die “verlorene“ erste Woche – letzter Teil

Der letzte Teil in dieser Reihe schließt die Lücke zur Kinloch Lodge, in der ich dieses Blog über unsere Reise begann.

Die Nacht im Blechfass war überstanden und wir machten uns über den Highway 6 – der nun von der Küste weg ins Inland führt – über den Haast Pass auf den Weg in die Hawea Flat.

Unterwegs gabs Wasserfälle, verwunschene Wanderwege, den Mount Aspiring Nationalpark und den Lake Wanaka zu bestaunen.

Unser Quartier war eine Art ausgebaute Garage, die wohl auch mal ein Kinderzimmer war, inkl. Ghettoblaster auf dem wir dann immer Radio Wanaka gehört haben. Idyllisch gelegen in einer Art Siedlung an der Straße, die nur über Gravel Road zu erreichen war.

Hier hat uns sogar der Osterhase gefunden und für strahlende und suchende Kinderaugen gesorgt. Allerdings schien der Gute am Ende arg erschöpft zu sein.

Am folgenden Tag haben wir uns mal wieder auf Brot-Suche begeben. In Wanaka sollte es einen Laden mit europäischen Köstlichkeiten geben, und eben auch guten Brot. Haben wir gefunden und gleich noch ein paar andere leckere Sachen gekauft.

Danach sind wir durch das Städtchen getingelt und haben bei „Big Fig“ ein etwas anderes Mittag gehabt.

Den Nachmittag verbrachten wir dann ganz abgelegen in der Homestead Bay ziemlich am Ende der West Wanaka Road, die wir zufällig entdeckten. Der See war magisch still und der Herbst zeigte sich in den schönsten Farben.

Nach diesem sehr chilligem Tag lag am darauf folgenden ein langer Weg vor uns. Über die Crown Range, durch das Cardrona Valley (definitiv eine der sehenswertesten Strecken), durch ein quirliges Queenstown, am Lake Wakatipu vorbei, durch Glenorchy (hier haben wir 2006 einen Herr-der-Ringe Ausritt im strömenden Regen gemacht) bis zur Kinloch Lodge.

Hinter jeder Kurve und jedem Hügel warteten immer neue Panoramen auf uns, die im strahlenden Sonnenschein unsere Speicherkarten beanspruchten.

In der Dämmerung erreichten wir dann die Lodge und fühlten uns wie am Ende der Welt.