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Der Tag der toten Ente

Die Nacht auf der Farm war angenehm und heute morgen gab es soviel zu sehen, vor allem Pferde, zur Freude unseres Kindes.

Zunächst hing direkt vor der Hütte mit der Nasszelle diese prachtvolle Ente, geschossen von einem der vier Jäger, die hier auf der Farm zu Gast waren.

Als alle Pferde einmal besucht waren, war es Zeit für eine Reitstunde für unsere Pferdenärrin. Zuerst musste aber mal geschaut werden, ob die Pferde ruhig waren, da das Geballer von den Jägern sie immer aufschrecken ließ. Die Besitzerin der Farm, Ellen, war ein echter Pferdeflüsterer und unser Kind erhielt ihre erste echte Reitstunde in Englisch.

Den Kopf voller Pferdewissen sind wir dann nach Russell gefahren und haben diese schöne, aber irgendwie auch arrogant wirkende Stadt erkundet. Im Butterfish Restaurant haben wir erstmal schön gespeist und dann noch etwas im Four Square – der hier eher ein Tante Emma Laden glich – eingekauft.

Da war ja noch was – wir hatten wieder unser Brotproblem, das wir dann mit der Zubereitung von Hefeteig und Pfannenbrot gelöst haben. Backen im Camper? Ja, in der Pfanne und das war echt lecker. Mehl, Wasser und Hefe haben wir immer am Start.

Wir waren vorher hier beim örtlichen Bäcker, der uns versicherte das dunkle Brot sei Sauerteig und fest für Neuseeland Verhältnisse. Mal kurz angedrückt und dankend abgelehnt. Ich glaube danach war die Geschäftsbeziehung nachhaltig gestört.

Der Campingplatz ist wieder einer der Top10 Gruppe und sehr gepflegt. Die Winterpreise sind gehen auch in Ordnung.

Was zum Frühstück haben wir dank dem Backofen in der Campingplatz Küche nun auch.

Stewarts „Island“ und unsere kleine Farm

Was für ein abgefahrener Tag.

Die Nacht im Holiday Park in Tutukaka war erwartungsgemäß ziemlich ruhig. Wir sind pünktlich gestartet und der Camper war vorbereitet für einen freien Stellplatz.

Der Regen begleitete uns zu einem kurzen Spaziergang in die Whalesbay. Ein traumhafter Strand mit türkis-blauen Wasser.

Einen Prospekt vom Campingplatz folgend, wollten wir es heute noch einmal mit einem Pferderitt versuchen. Der Preis war ok, die Anfahrt war über eine matschige Schotterstraße mit vielen Kurven. Bis zum Ende gefahren und dann das Schild „Nicht geeignet für Campervans“ ignoriert und weiter hoch auf einen Berg gewühlt. Oben gabs einen Balken Handysignal und ich hab da einfach mal angerufen.

Stewart sagte mir am Telefon, dass er heute keine Ausritte macht, das Wetter war echt mies. Stattdessen sitzt er mit nem Kumpel in seinem Haus und trinkt Bier. Dazu können wir aber gern vorbeizukommen, dort über Nacht stehen und morgen könnten wir den Ausritt nachholen. Nun, wir hatten uns einmal da hingequält, also nahmen wir seine Einladung an.

Stewarts war Anfang 70, kam ursprünglich aus Schottland und war schon im Ruhestand. Sein Hof war voll mit Hunden, auch zwei ganz kleine, nach deren Begrüßung wir aussahen, wie im Schlamm gewälzt. Er zeigte uns seine Pflanzenzucht und erzählte viel über Hunde, seine Wildpferde und Pflanzen. Dann haben wir mit ihm und seinem Kumpel Mark Bier und Whiskey getrunken. War ja schon kurz nach Mittag ;-), das wir heute irgendwie ausgelassen haben. Nach politischen Diskussionen mit Mark und dem Beäugen des Interieurs von Stewarts Bude, wollte unser Kind gern zu dem Pferden. Stewart gab uns Äpfel mit und wir sind nochmal runter gefahren und haben sie besucht. Imposante Tiere mit ausreichend Temperament. Das Wetter wurde dann so richtig mies und wir beschlossen weiterzufahren. Also sind wir nochmal hoch zu Stewart, Mark und mittlerweile zwei neuen Besuchern gefahren, haben ein paar Bier und ne Tüte Chips da gelassen, uns bedankt und sind doch weitergezogen. Bis uns dann die Pferde den Weg versperrten. Zum Glück kam Brian (einer der Neuankömmlinge) hinter uns gefahren und hat uns den Weg frei gemacht.

Der Camper sieht von außen mittlerweile aus, wie nach einem Schlammbad.

Im nächsten Ort mit Supermarkt, Hikurangi, haben wir dann schnell unsere Biervorräte wieder aufgefüllt. Dann sind wir in die Helena Bay gefahren und hofften auf eine Freedom Camping Zone. Nix. Also weiter zu einem Campingplatz. Keiner da zum Anmelden. Wieder weiter und es wurde schon dunkel. Ich sagte bereits, dass die Serpentinen Straßen im Dunkeln keinen Spaß machen?

Ein Licht am Horizont und ein Campingzeichen erlöste uns dann. Nun stehen wir auf einer großen Farm im Schlamm (beim ersten Mal wollte der Camper nicht wirklich die Auffahrt hoch) und sind gespannt wie es morgen im Hellen ausschaut. Hier hat heute ein übler Sturm gewütet und überall liegen Äste und ausgerissene Pflanzen herum. Schau mer mal.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 3

Es wird tatsächlich ohne Fotos schon schwierig diesen Teil der Reise zu rekonstruieren. Aber das digitale Gedächtnis lässt einem da nicht im Stich. Apropos Stich. Diese Sch… Sandfliegen, die hier – während ich tippe – versuchen mir Blut abzunehmen. (Hier am Strand, kurz vorm Abel Tasman Nationalpark – kann es leider jetzt erst hochladen)

Zeitreise – zu Woche eins.

Der Weg führte uns die Westküste weiter südlich und am Ende zu einer wirklich sehr ansehnlichen Behausung in Okarito, die uns auch heute noch als wirklich sehr schicke Unterkunft im Gedächtnis ist. Der Erbauer – Shane – war eine Mischung aus Künstler (coole Sachen im Garten aus Treibholz und rostigen Metall), Rocker (die Harley stand in der Garage) und Hausmann (er hat selbst geputzt und gewaschen).

Auf dem (Um)Weg dahin haben wir noch einen kleinen Spaziergang über einen Boardwalk am Lake Kaniere gemacht. Danach kam es zum ersten Angriff der Sandfliegen, als wir am See picknickten, bei dem wir herbe Blutverluste hinnehmen mussten. Schlimmer wurde es später nur im Okarito am Strand.

Danach haben wir der Hokitika Gorge unsere Aufwartung gemacht und sind frisch betankt zurück auf den Highway 6 Richtung Okarito gefahren.

Wir verweilten dann drei Tage in der schicken Butze und haben die Gegend erkundet. Gleich am ersten Tag haben wir uns aufgemacht auf dem Rücken der Pferde den Regenwald zu erkunden, zur großen Freude des Kindes, dass zum ersten Mal auf nem Appaloosa sitzen durfte, den niemand am Führstrick hatte, sondern der brav – wie auch Willie (mein Pferd) – hinter dem Guide hinterhertrabte.

Leider ist so eine Stunde Reiten hier auch teuer (in dem Fall ca. 160 EUR für alle drei), so dass wir seitdem immer wieder erklären müssen, das wir das nicht jeden Tag machen können.

In Okarito gibts eigentlich nix an Infrastruktur, aber einen Eis/Kaffee/Gebäck-Wagen, den wir am gleichen Tag entdeckt haben. Hier haben wir das erste mal ein Boisenberry (so ähnlich wie Brombeeren) Eis gegessen. Das war sensationell lecker, da es aus Vanilleeis und so einer Art gefrorenen Beeren zubereitet wurde. Coole Eismaschine war das.

Am nächsten Tag war wir pünktlich wieder am Wagen.

Die Gegend dort war auch sehr schön. Viele kurze Wanderwege zu Aussichtspunkten. Und ich habe (damals wusste ich es noch nicht) einen ziemlich bekannten Pilz (Entoloma hochstetteri) am Wegesrand entdeckt. Der sah selbst schon sowas von nach Halluzination aus und ist sogar auf dem 50 Dollar Geldschein hier abgedruckt.

Am Abreisetag schüttete es wie aus Kannen. So kannten wir die Südinsel.

Manapouri

Der Regen machte heute mal längere Pausen in denen man gut die Gegend erkunden konnte. Wir sind etwas nach Süden gefahren nach Manapouri. Dort haben wir das Wolkenloch genossen und am Strand des Sees mit weit aufgerissenen Augen die grandiosen Berge im Hintergrund betrachtet.

Nach dem typischen Fish & Chips Mittag (es geht nichts über Blue Cod) haben wir einen Abstecher in die Wakatu Wetlands gemacht. Da waren wir ganz allein unterwegs. „Off the beaten track.“

Nach einem Boxenstopp in Te Anau (mittlerweile kenne ich den Ort, wie meine Westentasche) und dem Auffüllen von Vorräten und Tank ging’s zum letzten Mal ins Barnyards Backpackers, dass uns morgen dann für fünf Tage beherbergt hat.

Und dann haben wir am letzten Tag mal was ganz verrücktes gemacht und sind an der Einfahrt vorbeigefahren und mal geschaut was hinter dem Hügel liegt.