Into the Crowds

Heute sagten wir dem Landleben „Cheerio“ und stürzten uns mitten in die große Stadt. Edinburgh verschluckte uns buchstäblich zwischen unzähligen Menschen wie Walter in einem Wimmelbild.

Schlüsseltresor

Bei den zuvor besuchten Kelpies in Falkirk kamen wir den Besucherstrom noch etwas zuvor. Gut das wir den Schäferwagen schon 10:00 Uhr räumen mussten. Zwei Schubkarrenladungen brauchte es und dann war der eine Wagen leer und der andere wieder randvoll.

Kelpies – Zugpferde
Erstmal schnuppern lassen

Um die große Stadt zu besuchen, entschieden wir uns für die Nutzung des Park & Ride Parkplatzes am Flughafen. Von dort fährt die Tram bis in die Innenstadt, zumindest, wenn dort nicht gerade ein Kaufhaus gebrannt hat und damit ein Teil der Strecke gesperrt ist. Also aufgrund der begrenzten Zeit für die Big City, fuhr uns dann Christopher direkt in die Princess Street. Uber sei dank.

Park & Ride – Aber kein Pferd in Sicht

Angekommen mitten im Strudel der Einkaufsmeile, erschien uns ein Besuch der Streetfood Area eine gute Möglichkeit sich sowohl langsam an die Stadt und viele Menschen zu gewöhnen, als auch satt zu werden. Wirklich gutes Essen und ein kühles Pint sorgten für die nötige Gelassenheit uns an Edinburgh anzupassen. Der 20 Pfund Schein, der schon länger bei uns daheim rumlungerte, sollte auch noch auf den Kopf gehauen werden, was allerdings zunächst misslang, da die jungen Leute in den Foodtrucks sicher noch nicht geboren waren, als die Banknote im Umlauf war.

Die Zutaten sind diesmal nicht komplett unkenntlich gemacht worden
Foodtruck Stau

Der Versuch, diesen in einer Bank zu tauschen, klappte auch nicht, da wir keine Kunden der Barclays sind. Der Tipp, dass wir den Schein im Post Office tauschen können, war hilfreich und wir sind nun im Besitz einer neuen 20 Pfund Banknote, die wir sicher wieder direkt mit nach Hause nehmen.

Nächstes Mal direkt ins Balmoral

Danach konnte E sich endlich beim shoppen austoben. Das St. James Quarter Einkaufszentrum war da endlich mal eine gute Gelegenheit, da es hier Unmengen an aktiven Geschäften gab, ganz im Gegensatz zum Manchester Desaster zu Beginn dieser Reise. Die Schlange vorm Sephora haben wir allerdings direkt abgewählt. Der Lego Store hingegen durfte nicht fehlen, auch hier gab’s einen Einlass wie im exklusiven Club, doch wir hatten eine günstige Zeit erwischt. Die Klamottenläden spare ich hier mal aus, für mehr Infos wendet euch vertrauensvoll an E.

Konsumtempel par excellence
Tot gesagte leben länger
Lego Piper Puzzle

Nach dem die Kreditkarte wieder abgekühlt war ging’s auf die Royal Mile und die High Street hoch zum Schloss. Dort war schon alles abgesperrt und vorbereitet für das Military Tattoo, welches morgen hier startet. Genau einen Tag zu spät, wenn ihr mich fragt. Die Stahlkonstruktion für die Zuschauertribünen, die in den Burghof getrümmert wurde, war ziemlich beeindruckend. Jeden Abend bevölkern dort jeweils ca. 9.000 Menschen die Tribünen und schauen sich die Show an.

Northbridge
Kleine hilfreiche Gassen…
…helfen gegen Menschenmassen
Megaschlange für die „10.000 Hours“ Show (Teil des Fringe Festivals)

Hinter dem Schloss ging es wesentlich ruhiger zu, hier fuhren gerade die Busse der Teilnehmer des Tattoos unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vor und wir bekamen sehr farbenfrohe Uniformen zu sehen. Es wirkte alles sehr routiniert und abgeklärt.

Stahlmonster
Edinburgh Castle

Wieder unten angekommen war unser Uberfahrer Aqeel mit seinem Toyota dann schnell da und brachte uns zurück zu unserem eigenem Auto, was noch brav auf den Park & Ride auf uns wartete. In die Stadt zu fahren ist gar nicht so sehr das Problem, aber dort einen Parkplatz zu finden schon. Buenos Aires ist auf jeden Fall anspruchsvoller.

Angekommen in der letzten Unterkunft auf der Insel, entsagten wir dem Verlangen, selbst die Rester der Verpflegung zu verkochen und fuhren nach Haddington in einen Pub, um uns dort mit gutem Essen und schottischen Bier verköstigen zu lassen, was diesmal auch hervorragend gelang.

Letzte Unterkunft – mit zotteligen Mitbewohnern
Pub satt geworden
Schöne verdauungsfreundliche Komposition

Gute Nacht Schottland.

100% Schottland

Nach einer etwas unruhigen Nacht im Schäferwagen – es fehlten einfach die Schafe zum zählen – war unser Ziel heute Killin, etwa eine Stunde nördlich von unserem aktuellen Standort. Gelb leuchtende Schilder hatten uns gestern unterwegs auf die dort, am ersten Mittwoch im August, stattfindenden Highlandgames hingewiesen. Wie es der Zufall wollte, war heute genau dieser beschriebene Mittwoch.

Schaflos in Scotland

Die Freude über das gute Wetter hielt ungefähr 15 Minuten Fahrt in den Norden. Dann durchschnitt abermals feinstes schottisches Regenwasser die Luft. Unsere Ankunft in Killin offenbarte uns dann, unschwer erkennbar an der Fahrweise mancher Verkehrsteilnehmer, dass auch viele andere Touristen sich dort eingefunden hatten. Die mit günstigen 2£ Parkgebühr benutzbare Wiese, ließ uns ein weiteres Mal nicht bereuen, dass wir ein Allradfahrzeug lenkten.

Lasst die Spiele beginnen

Auf dem Weg zum Gelände regnete es noch intensiver, so dass der örtliche Outdoorladen sicher den Umsatz des Jahres mit Regenponchos und Gummistiefeln machte. Eine sehr nette Mitarbeiterin, die uns gleich als Deutsche identifizierte, da sie selbst eine war, half uns noch ein paar Wellies für E zu finden. Sie meinte, sie haben den Wetterbericht beobachtet und waren sehr gut auf den Ansturm präpariert.

Das es keine 15 Minuten später aufhörte zu regnen, muss ich hier sicher nicht separat erwähnen. Das Event war gut besucht, Menschen und Hunde zu ungefähr gleichen Teilen.

Hammer Wurf
Das Gewicht muss über die Latte ohne danach den eigenen Kopf zu berühren
Tanzplatz
W-LAN war gestern, hier ist C-LAN

Begleitet von einer Vielzahl von unterschiedlichen Dudelsack Klängen – jeder Piper trainierte irgendwie für sich, bis er dran war – wurde getanzt, Gewichte hoch bzw. weit geworfen, Berge hinaufgerannt und mit vielen Verkaufsbuden den Besuchern allerlei Kurzweil geboten. Viele Dinge fanden gleichzeitig statt, da hier wohl ein straffer Zeitplan herrschte, der sich mir leider nicht erschloss. Baumstammwerfen – mein Favorit – war entweder schon vorbei oder kam erst am Ende.

Hier wurde den alten Herren ziemlich was vorgespielt

Bis auf die wirklich miese Kulinarik auf dem Fest, war es durchaus ein Erlebnis hier mal live vor dieser Naturkulisse dabei zu sein.

What you see is what you get: Bauchschmerzen!
Pipes & Drums – Klänge aus vergangenen Zeiten

Als ob es damit noch nicht genug schottisches Klischee war, stand auf der Rückfahrt noch der Besuch der Deanston Distillery in Doune an. Scotland ohne den Besuch einer Whiskey Brennerei, macht einfach keinen Sinn.

Stets zu Deanston
Kann man sich ja nur schön saufen

Moment, irgendwas fehlte doch noch. Aufmerksame Schottländer wissen sofort, was ich meine: Natürlich, eine Burg. Auch da bot sich Doune mit dem gleichnamigen Castle an, welches schon mehrfach als Filmkulisse herhalten musste.

Real Life CGI

Das Städtchen an sich, ist auch sehr sehenswert.

Ich weiss, wo das Bad ist

Regenverkehr

Letzte Nacht kam hier mächtig Wasser vom Himmel und trommelte ordentliche Solos auf das Dach des Hauses am See.

Heute Morgen war von Enten nicht eine Feder zu sehen. Sie haben die Belagerung aufgegeben oder wussten wir verschwinden sowieso heute von selbst.

Das schottische Wetter sollte uns noch die ganze Fahrt begleiten. Unser Weg führte uns nach Osten in die Nähe von Stirling, dort wartet die nächste trockene Unterkunft auf uns. Jetzt nochmal mit Camping abzusaufen, hätte das gleiche für die Urlaubsstimmung bedeutet.

Nassbereich

Da wir weiterhin eine Weile im Nichts unterwegs waren, welches die großen Supermärkte noch nicht erschlossen hatten, stoppten wir an einem kleinen, super gut sortierten und ausgestatteten Dorfladen, um einen Einkauf zu erledigen. Sehr nettes Personal und absolut wert, dieses zu unterstützen.

Mega Store
Mega view

Wie wir dann da so am Auto standen und einpackten, kam ein wild hupendes Auto angefahren, beschriftet mit dem verheißungsvollen Slogan „Fresh Fish“. Nachdem wir einige Einheimische beobachtet hatten, die trotz ihres offensichtlich fortgeschrittenen Alters herbeigeeilt kamen, um sich mit feinsten Flossengetier einzudecken, musste das auf jeden Fall besser als von jedwedem Bofrostmann sein. Also kurzerhand angestellt und beim – von Midges geplagten – Verkäufer leckeren Seebarsch und Räucherfisch erstanden. Das wir wenig Bargeld dabei hatten, störte ihn wenig, da man selbst hier an seinem Wagen mit Karte zahlen konnte.

How much is the fish
Farn, Farn, Farn auf der Autobahn

Wieder auf der Piste, die heute sehr gut mit Blech gefüllt war, wählten wir aufgrund eines Parkplatzmangels das ausgesuchte Mittagsrestaurant ab und versuchten unser Glück beim nächsten.

Lange f(a)ellige Begegnung unterwegs

Wir hatten uns schon auf Klassiker wie Fish&Chips, Burger oder Hühnchen gefreut. Leider gabs nur Suppe, Sandwich und Pommes.

„Fully loaded Chips“
Roadfood

Der Einkauf bei Smiddy im Farmshop fiel daher etwas umfangreicher aus, damit das Abendessen hier wieder Punkte gut machen konnte.

Alternatives Fish&Chips

Jetzt fragt sich der ein oder andere sicher, wo steht denn dieser gedeckte Tisch und wo verbringt ihr die Nacht?

In einem – Trommelwirbel – Schäferwagen. Der steht einsam auf einer Wiese und man muss das Gepäck mit der Schubkarre hierher fahren, da das Auto sonst die Wiese zerwühlt, wie ein Maulwurf den Schrebergarten.

Voller Schub voraus

Angekommen vor dem Wagen galt es dann noch den Schlüssel im Blumentopf zu finden, was uns nicht gelang. Nachdem wir fast alle Pflanzen ausgegraben hatten, entschieden wir uns doch für einen erhellenden Anruf beim Vermieter.

Schlüsselmoment

Endlich zeigte sich der Wagen uns gegenüber aufgeschlossen und offenbarte uns sein Innerstes.

Der Schäfer hat’s drauf

Eine sehr schöne, abgeschiedene Unterkunft, modern ausgestattet und gemütlich. Da war er wieder, der Wohlfühlfaktor, den wir die letzten Nächte etwas vermisst hatten.

Schubkarren Rennstrecke

Tick ohne Tack

Der Abend gestern war noch um einiges länger als erwartet. Die Enten blieben friedlich, auch wenn sie die Truppenstärke gegen Abend massiv aufgestockt hatten.

Duck Tales

E hatte beim Zubettgehen leider eine Zecke entdeckt und die musste natürlich noch raus. Da dauerte länger als erwartet und brachte entsprechende Aufregung mit sich. Daher haben wir für heute beschlossen, mal einen lazy day einzulegen. Das Haus am See hat einen Ofen, der seit heute Morgen brennt.

Der WhatsApp Status von Freunden verriet, dass sie gestern in Glasgow gelandet waren und eine Woche Schottland vor ihnen lag. Da haben wir uns sehr über den Zufall amüsiert und kurz die Reisepläne ausgetauscht. Als sie dann heute früh schrieben, dass sie kein Ticket für die Fähre der Isle of Mull mehr ergattern konnten, haben wir kurzerhand beschlossen uns zu treffen. Was man in Deutschland in Monaten nicht hinbekommt, klappt in Schottland ganz easy. Naja, easy ist bissl übertrieben, den die zwei fuhren in eine Strassensperrung auf den hier üblichen einspurigen Straßen. Die Bauarbeiter waren wohl aber ganz umgänglich und ließen die Autos, nachdem frisch asphaltiert war, passieren.

All rights reserved by KN

Der Begrüssungs-Prosecco des Hauses am See kam sehr gelegen, diese Zusammenkunft zu feiern.

Wer kennt es nicht, Schottland das Land des Prosecco

Danach im kleinen Café hier im Dorf noch diverse Kleinigkeiten vertilgt und gequatscht.

Es blieb sogar noch etwas Zeit für eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall, die E zugunsten einer Chillsession im Haus am See ausließ – was aufgrund der Anzahl der Zecken, die meinten, sich als blinde Passagiere auf unseren Hosenbeinen transportieren zu lassen, keine so schlechte Idee war.

Loch Awe
Spontan für einen Weg außen rum entschieden
Gravitation und Wasser haben zusammen was faszinierendes

Alles in allem ein sehr spontaner, entspannter und gelungener Tag. Schön das ihr da wart! Wir sehen uns spätestens im nächsten Urlaub 🙂

Den Abend ließen wir wieder mit ein, zwei Design Büchsen Bier ausklingen. Zudem sammelten sich die Enten wieder direkt unten am See. Irgendwas führen die im Schilde.

No Ent-ry

Seen Sucht

Die Campingnacht war besser als erwartet und der Stellplatz doch nicht der schlechteste. Nach dem Frühstück ging’s direkt 5 min weiter in den Benmore Botanical Garden, der mit einem sehr weitläufigen Gelände und einer Allee aus Redwoods auftrumpfte.

Style over function

Also hier waren eher die großen Gehölze die Stars, die brauchten eben auch Platz.

Moos wanted

Hier kann man endlos Zeit verbringen und eine komprimierte Wald-Reise ohne Jetlag über sämtliche Kontinente machen.

Eine sehr alte Fernery gab’s auch
Es geht aufwärts

Nach dem Verlassen des Gartens war unser Plan nach ca. 40 Minuten Fahrt in einen Pub einzukehren und sich ein umfangreiches und wahrscheinlich teilfrittiertes Mittagessen einzuverleiben. Die Straße führte direkt am spiegelglatten Loch Eck nach Norden und auf der Suche nach einem Fotospot war da plötzlich eine kleine Einfahrt links.

Schöne Ecke am Loch Eck

Es war so muggelig dort, das nicht nur die Handy-Foto-Speicher überquollen, sondern auch die nächsten Instantnudeln in den Bechern.

Das beste Aussichtslos gezogen
Schlange am Buffet
Spiegelwelt

Nächster Stopp war eine kleine Brauerei oberen Ende des Loch Fyne – einem weiteren See auf der heutigen Reise – wenn es schon der Pub nicht geworden ist. Hier konnten wir uns mit allerlei Blechdosen feinster schottischer Braukunst versorgen.

Fyne Ales brewery

Danach westlich am Loch Fyne wieder nach Süden, um dann direkt am Loch Awe wieder nördlich zu fahren. Dort erwartet uns heute tatsächlich das Haus am See. Die kleine Straße dorthin war die Fahrt schon wert. Einfach spektakulär und immer mit dem Nervenkitzel plötzlich Gegenverkehr zu haben.

Kreative Streckenführung
Ewiges auf und ab

Mittlerweile sind wir am Haus am See eingezogen und beobachten eine Schar von Enten, die hier am Ufer lauern. Der Ausblick ist landschaftlich anspruchsvoll, das Haus steht schon länger hier und bot neben einem frischen Anstrich auch eine neue Terrasse mit Bepflanzung. Die Messlatte liegt allerdings schon so weit oben, da kommt wahrscheinlich nichts mehr dran.

Schottische Ferienhaussiedlungsidylle
Erste Reihe
Mit Spülblick
Gruppenfoto

Außenwelt

Gegen 18:00 tippten wir den Code der Schranke zum Secret Glenn Campground ein. So geheim ist der gar nicht, denn er liegt direkt an der A815. Majestätisch erhob sich der Schlagbaum und wir drehten zwei Runden um den letzten der 16 Stellplätze zu besiedeln.

Man hatte uns freigestellt, zwischen 6-16 einen Platz auszusuchen, leider waren wir dafür wohl zu spät und der letzte freie Platz war die Nummer 12. Auf Schotter – passend zu Schottland – und direkt am Trafohäuschen. Wir haben zumindest den frischsten Strom auf dem Platz.

Hier summen nicht nur die Mücken

Ansonsten ist hier alles sehr neu, schick und übersichtlich. Das schottische Wetter zeigt sich heute von der weithin bekannten, grauen Seite. Niesel und Wind tun ihr übriges unsere Campingnacht standesgemäß zu gestalten.

Als wir unser Design Cottage heute Morgen zurückließen, kitzelten noch Sonnenstrahlen unsere Nasenspitzen, während wir quer durch den Galloway National Forest Richtung Norden fuhren. Die kleine Wanderung am Loch Trool, zur Auflockerung der heutigen Fahr-Etappe, führte uns durch einen bemoosten Wald mit Ausblicken auf den See. Die besten Stellen waren hier oft mit Zelten belegt und bieten deren Insassen sicher spektakuläre Naturerlebnisse und Rückenschmerzen.

Nicht ganz das Haus am See
E hielt sich gut bedeckt

Da E gerade eine 5-Minuten-Terrine-Phase hat (warum auch immer) hatten wir uns hier im ASDA mit verschiedenen Alternativprodukten ausgestattet. Von Japanisch bis Britisch, alles dabei. Die testen wir gerade in den kleinen Mittagspausen, wenn wir mal schnell im Grünen was „kochen“. Einige davon sehen tatsächlich aus, wie das Fischfutter, das mein Opa früher den Goldfischen verabreicht hat. Andere sind wiederum gar nicht mal so übel.

Sch’lange da?

Nach dem Spaziergang wurde also noch schnell eine Verkostung angesetzt.

Becher Mehl Soße

Die weitere Route durch den Nationalpark führte über eine wenig befahrene, sehr lauschige und mit besten Aussichten gespickte One Lane Road.

Ausweichroute
Rückblick

Im später angesteuerten Farmshop und Tearoom war es so voll, dass sich schon vor dem Shop eine lange Schlange gebildet hatte. Da sind wir eindeutig zu wenig britisch und haben nach 3 ewig langen Minuten unseren Platz wieder freigegeben. Auf der Wiese vor dem Shop gab es dann noch eine visuelle Entschädigung für den Umweg.

Clydesdale mit Fohlen

Der folgende Besuch im Morrisons Supermarket füllte die Biervorräte wieder auf den Mindestbestand und vor uns lag nur noch die Überquerung des Firth of Clyde Meeresarmes via Fähre.

Stau ohne Rettungsgasse
Der blaue Himmel blieb am anderen Ufer zurück
Scone mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream an schottischen Amber Ale

Plant based

Gestern Abend schon hatte ich das Experiment Sauerteig im Urlaub gestartet. Ohne Waage, ohne Thermometer und natürlich ohne Knetmaschine. Vieles geht auch mit dem Messbecher, blöd ist aber, wenn man keine Ahnung hat, wieviel Gramm Sauerteig man eigentlich dabei hat. Also alles auf Augenmaß, schließlich hat das beim letzten Straße überqueren auch schonmal gepasst.

Von außen fast unscheinbar – The Pink Cottage

Bis zum Ergebnis galt es allerdings noch die Galloway Halbinsel zu erkunden und wir starteten dies mit einem Besuch der Logan Botanical Gardens. Bei blauen Himmel und zwischen allerlei buntem Geblüm fühlte sich das so gar nicht nach dem klassischen Schottland an.

Topfpflanzen für große Fensterbretter
Gartentor
Stylisches Gewächshaus

Absolute Empfehlung hier mal reinzuschauen. Im ozeanischen Teil kam Neuseeland Feeling auf. E konnte die Kois im Teich trainieren und sich unter der dichten Krone eines Rhododendronbaumes verstecken und ihn zum Kletterwald umfunktionieren. Vorbeilaufende Besucher wunderten sich über den sprechenden Baum. Seit Herr der Ringe aber eigentlich nichts besonders mehr.

Importierte Baumfarne
Ohne Ko-I geht nichts mehr

Ein kurzer Imbiss im Café des Gartens und Zack ging es schon weiter Richtung des Leuchtturmes an der Südspitze. Der Port Logan Fish Pond am Wegesrand wurde selbstverständlich noch erkundet. Eine irgendwie skurrile und doch faszinierende Attraktion. Eine Art Meeresaquarium direkt am Meer, geführt von einem raubeinigen, schottischem Fischer.

Eingemauerter Fischtümpel
Ausgestelltes Meeresgetier
Stachelige Knipex

Nach einer gefühlten Ewigkeit auf einer einspurigen, von unzähligen Schafen gesäumten Landstraße, allerdings mit sehr gut ausgewiesenen Passing Places, standen wir dann vor dem Mull of Galloway Lighthouse. Die Wolken schoben sich beiseite und die Sonne ließ das Meer glitzern und funkeln, wie einen Piratenschatz.

Wäre auch ein schönes Lego Modell
Felsen in der Brandung
Flamingo
Steil abfallender Strand

Belfast lag nur 42 Meilen übers Meer entfernt und Irland zeichnete sich am Horizont ab.

Wieder zurück in der – einem Hochglanzmagazin für Home & Living entsprungenen – Unterkunft, wartete ein blubbernder Teigklumpen auf seine finale Form.

Der Blob

Also den Herd hochgefahren und mit Spannung auf das Ergebnis gewartet. Der Backofen hatte eine verspiegelte Scheibe, d.h. das Brot konnte rausschauen, ich aber nicht rein. Style over Function. Das hier wahrscheinlich nicht oft gekocht oder gebacken wird, konnte man an den zahlreichen, sich noch auf dem Geschirr befindlichen, Aufklebern unschwer erkennen.

Scotland Sourdough

Damit verabschiede ich mich aus dem „The Snug“ Privat Pub. Das letzte Bier ist ausgetrunken und der Kamin verdaut gerade den finalen Holzscheit.

Erstaunlich nah an meiner Webadresse

Final destination

Wir sind da.

Angekommen in Schottland. Und dann auch noch in einer Unterkunft, die sowas von der Hammer ist.

Wohlfühlbereich für Sauerteige
Ganz privater Mini Pub
Sonnendeck
Das ist mal ne Mini Bar

Gerade sitzen wir vorm knisternden Kamin im Mini Private Pub „The Snug @33“ und wärmen uns auf. Damit Grüße nach Deutschland, wo man sich das wohl gerade eher schlecht vorstellen kann.

We didn‘t start the fire… oder vielleicht doch?

Die Butze hat mehr Details als die Hot Shots oder nackte Kanonen Filme und je öfter man schaut, um so mehr bekommt man mit. Es ist ein gelungener Mix aus rostigem Industriecharme, altem Gehölz und modernen Elementen.

Drunken Octopus – Extended Version

Zurück zum Tagesstart. Hier war zunächst Packen und Auszug angesagt. Erstaunlich, wieviele Ecken man noch mit Kram vollstopfen kann.

First Class Lounge by E

Mehr als 3h Fahrt lagen vor uns. Zunächst musste nochmal der ASDA Supermarkt besucht werden, da E eine bestimmte Fleecedecke in grün mit Gänseblümchen kaufen wollte, allerdings gab es das Modell nicht mehr und jetzt haben wir eine Pinke mit Schleifen, was eindeutig fast dasselbe ist.

J hatte in unserer Unterkunft in einem Buch von den hier in Cumbria heimischen Fell Ponys gelesen und gewisse Ähnlichkeiten mit unserem Huftier festgestellt. Um besser vergleichen zu können, sind wir kurzerhand zu einem Hof gefahren, der eigentlich Reitausflüge anbietet und haben dem sichtbar beschäftigten Inhaber bissl überfordert. Trotzdem war ein kurzer und netter Plausch drin. Gesehen haben wir die Ponys natürlich auch.

Jeder nur ein Pony

Es folgte die Durchquerung des Lake Districts Richtung Norden. Eine wirklich schöne Gegend, doch zu dieser Jahreszeit einfach zu voll. Unsere geplante Wanderung haben wir kurzerhand gestrichen, auch mangels freier Parkplätze. Mittag gab’s dann aus der Campingküche auf einem Hochplateau, das ziemlich zugig war.

Vor 2 Sekunden ist hier ein Düsenjet im Tiefflug durch, Top Gun auf britisch
Eine der sehr raren Parkmöglichkeiten
Streetfood

So gestärkt war das nächste Ziel eine Tankstelle und dann das Meer begrüßen. Diesel kostet hier so um die 1,80 £, was etwa 2,10 € entspricht. Das Meer war gerade mal wieder abgeebbt, was uns eine Wanderung über den Meeresgrund ermöglichte und das Gepäck um eine Tüte voll harter Schalen von Weichtieren erweiterte.

Meer so: „Komme gleich wieder“
Später gut als Fossilien geeignet

So hier im schummrig beleuchteten Privat Pub sitzend und diese Zeilen tippend, erinnere ich mich gerade an viele Dinge, die ich hier Schottland schon erlebt habe. Und an die Menschen, die meine Begeisterung für diesen rauen Flecken Erde geweckt haben und die leider viel zu früh diesen Planeten wieder verlassen haben. Cheerio, T und N.

„Sitzen hier und trinken Bier, die Welt ist in Ordnung“ ist auch schlecht gealtert.

Torf Idylle

Der Tag begann entspannt in unserer kleinen Wohn-Scheune. Da sich die Interessen von Eltern und Kind diametral verhielten, blieb E im WLAN versorgten Bereich zurück, während J und ich einen Spaziergang zum – um die Ecke gelegenen – Foulshaw Moss unternahmen. Das ist ein Moorgebiet, was unter anderen Ospreys beherbergt. Nein, nicht die Rucksäcke, sondern die echten Fischadler.

Der Weg dahin führte am Ende über eine äußerst stark befahrene Straße, deren Überquerung mit Einschätzen von Abständen und Geschwindigkeit und letztlich äußert flinken Füßen gelang. Eine Art Crossy Road, nur in echt.

Enten bitte links abbiegen

Im Moor traf sich die Elite der Ornithologen und ließ uns den ein oder anderen Blick auf die Nester und die flügge werdenden Adler werfen. Ziemlich interessante Naturkunde zum Moor gab’s gratis dazu.

Boardwalks, immer wieder faszinierend
Nur mit Adleraugen zu erkennen

Wieder Zuhause, wurde zum Mittag dann direkt mal das erste Farm Shop Bier verkostet.

Schmackhaftes Stillleben mit Gurke

Am Nachmittag wurde dann die Gegend hinter unserem Steingemäuer erkundet. Ein leichter Anstieg zum Whitbarrow Scar wurde mit einer kurzen, sonnigen Aussicht auf das Tal belohnt.

Massiver Steinfußboden, leicht zugeröllt
Weitblick genießen

Der Abend endete in einem sehr schönen Pub in Beetham. Da waren wir gestern mit der Durchfahrt zum Meer gescheitert, jedoch vom schicken Dörfchen beeindruckt gewesen, so dass sich eine Rückkehr anbot.

Eckkneipe

Wirklich sehr gutes Essen und kühles Bier animierten uns noch zu einem Verdauungsspaziergang (was für ein Wahnsinnswort, das wollte ich schon immer mal schreiben).

Importware
Der Klassiker
Heiliges Gemäuer
Alte Packstation ohne App Gedöns

Englische Seenplatte

Das vegetarische Frühstück im B&B wurde uns auch von Wolodymyr kredenzt. Keine Ahnung, ob er überhaupt geschlafen hat. So wie er aussah, war die Nacht kurz, was er dann auch bestätigte. Trotz des Namens und der Herkunft war er so englisch, englischer geht’s es eigentlich gar nicht. Jetzt fragt ihr euch sicher, Moment: vegetarisch? Warum? Hatten wir wohl übersehen, war jedenfalls keine Absicht.

Doch was hier an Breakfast serviert wurde, war sensationell frisch und mit Liebe zubereitet.

Frühstück ohne schwarzes Ofenrohr
B&B Interieur

Da heute Manchester auf dem Weg lag, wollte dieses auch besucht werden. Dafür hatten wir uns die Umgebung rund um das Imperial War Museum (IWM) ausgesucht. Moderne Architektur für uns und Shopping Mall für den jüngsten Teil unserer Reisegruppe. In das IWM muss ich dann wohl mal mit einer anderen Gruppenzusammenstellung. (@Late birds)

Das IWM schaut schon ganz nach Verteidigung aus

Zuvor sind wir noch schöne Serpentinen durch den Peak District gekurvt. Nicht die Alpen, aber sehr sehenswerte Landschaft.

Peak District, kleine Spitzen statt großer Berge

Zurück nach Manchester in das mit Bedacht gewählte Shopping Centre. Vor allem E startete voller Erwartungen in die moderne Mall. Doch innen waren 80% der Läden leer, geschlossen und verlassen. Die Zeit der Shopping Malls ist wohl vorbei.

Es war ein Mall
Cadbury hält die Stellung

Die verbliebenen Läden konnten die Enttäuschung bei E etwas mildern, jedoch nicht ganz verschwinden lassen.

Media City, nix zu shoppen aber viel zu schauen
So ein Theater
Blackberry ist nicht tot
Starlink war gestern

Das Ausparken beim IWM hielt uns nochmal in Schach, da dieser ganze Parking App Wahnsinn nie klappt. Es rettete uns ein Automat, der sich hartnäckig auf dem Gelände versteckt hielt. Fast, als wäre seine Tarnung Teil des Museums.

Zurück auf der M61 schraubten wir uns weiter in den Norden und kamen schließlich mit gut aufgefülltem Lebensmittelvorrat – ein ASDA Supermarkt kreuzte unseren Weg – im Lake District an.

Nicht, dass wir im kommenden AirBnB verhungern

Der Versuch noch einmal „kurz“ ans Meer zu fahren, scheiterte dann an der Breite der Straße, die rechts und links mit Steinmauern begrenzt war.

Bis hierhin war es nur biegsames Gestrüpp

Das versuchen wir dann morgen nochmal auf anderem Wege.

Nach einem nicht weniger aufregenden Schotterweg durch den Wald erreichten unsere neue Bleibe.

Schöner Wohnen
Es ist angerichtet