Der letzte Tag (2/2)

Wir sitzen am SeaTac Airport. Unser geliebter blauer Wagen ist zurück in seiner Familie mit Hertz. Der Flug verspätet sich um 40min, aber wir sind überall durch und nun ist warten angesagt. E. mampft gerade ein latschiges Nutella Toast neben mir (sie liebt es) und J. versucht unsere Wasserflaschen wieder aufzufüllen. Mit Erfolg, wie ich gerade feststelle.

Doch kommen wir nun zunächst zur angekündigten Rückblende des letzten Tages in der Stadt gestern.

Nachdem wir easy zur Space Needle gelaufen waren, wollte E. zunächst auf den Spielplatz „Artists at Play“. Der lag leider in der prallen Sonne und war eher ein Grillplatz. Also wurde das zunächst auf später geschoben.

Das MoPOP (Museum of Pop)

Die Monorail Station war direkt auch dort und dieser Programmpunkt wollte direkt absolviert werden. Die Bahn ist ein Relikt aus dem Jahre 1962 und der damaligen Weltausstellung. Sieht man mal wieder, was man mit guter Pflege erreichen kann.

Monorail fährt ein

Am Westlake Center angekommen (das Ding rumpelt ziemlich fix los), ging’s direkt durch ein Kaufhaus zum Ausgang und schnellen Schrittes zum Pike Place Market. Der war gut besucht und ein grosses Halli Galli. Also Hände an die Wertsachen und rein ins Getümmel.

Fische und Nippes
Fish on the Rocks
Junges Gemüse

Wir haben hier ne Kleinigkeit gegessen, das war leider eher so mittelmäßig. Auch der Bubble Tea schmeckte E. nicht wirklich (Tapioka bubbles, statt Popping bubbles) und wurde trotzdem schweren Herzens halbvoll in einem der schwarzen Müllbehälter zurückgelassen. Die frisch frittierten Donuts waren allerdings lecker.

Was sich hier alles Wurst nennen darf, da schüttelt der gemeine Thüringer nur sprachlos den Kopf

Ein Besuch der Gumwall durfte auch nicht fehlen. Abertausende Kaugummis an die Wände geklebt und die mäandern immer weiter.

Ist das Kunst oder kann das weg?
Jetzt bloß nicht zu nah dran

Die ganze Tourimeile in Seattle ist gerade eine einzige Baustelle, macht aber Lust das Endergebnis irgendwann zu sehen.

Es gibt hier Kunst in jeder Ecke
Auf dem Weg zur Waterfont
Viel Holz und 50er Style Reklame
Touristen Rotations Grill (ich vermute aber mal, es hat ne Klimaanlage)

Nach einem ausgiebigen Spaziergang an der Waterfront, wählten wir einen anderen Weg zurück zur Monorail, Der gestaltete sich etwas unbehaglicher, im Dunkeln möchte man das lieber nicht haben. Aber es war hell, Security und Polizei standen aufmerksam bereit, also Augen auf und durch.

Zurück am Seattle Center wurde der Spielplatz nachgeholt, allerdings war E. zu platt, um hier noch mehr Energie abzubauen. Die Chihuli Garden and Glass Ausstellung haben wir dann auch ausgelassen, die größte Skulptur war nicht zu besichtigen und 40 Dollar pro Kopf erschienen uns woanders besser investiert.

Chihuli Eingang

Nun ging es zurück zum Kerry Park, wo unser Auto stand. Der Anstieg war nicht zu verachten und mit dicken Schweißperlen auf der Stirn, genossen wir – oben angekommen – erneut den Ausblick mit geänderten Lichtverhältnissen.

Am Abend noch schöner als morgens

Die knurrenden Mägen verlangten nach einer umfangreichen Mahlzeit und Google verriet uns eine 4.9 Sterne Pizzabude (Dantini Pizza), die gut versteckt in einer Lagerhalle mit Whiskeybrennerei beheimatet war.

16 Zoll Genuss
Letzter Tag, erstes Bier im Restaurant

Ein würdiger Abschluss für eine letzten Tag.

Der letzte Tag (1/2)

…begann damit, die Taschen zu packen und möglichst gut zu verteilen, damit die 23kg nicht überschritten werden. Beim Hinflug war ich nur knapp drunter. Morgen am Flughafen wissen wir mehr.

Zum späten Frühstück gabs dann frische Brötchen und alles was noch wegmusste.

Und dann ging’s auf in die große Stadt. Vorbei am riesigen Boeing Gelände (hier wird getestet und ausgeliefert) weit hoch in den Queen Anne District, genauer zum Kerry Park – einer Empfehlung unserer Gastgeber hier. Die Seattle Tour zu Fuß startete hier mit diesem Ausblick.

Alles drauf, was muss (Mt. Rainier im Hintergrund)

Man kann hier einfach am Straßenrand parken und da lag es nahe, unseren blauen Flitzer hier mal ausruhen zu lassen und zu Fuß zum Seattle Center (da steht die Space Needle) zu pilgern. Die Gegend schien uns sehr sicher, also los ging’s. Mit gespitzten Antennen liefen wir Block um Block bis zur Space Needle, deren Auffahrt wir allerdings schon vorher abgewählt hatten. Viel zu überlaufen und überteuert.

Spazieren im Queen Anne District
Vorbei an der Climate Pledge Arena
Direkt zum dreibeinigen Herrscher

Was wir dann noch gesehen haben… gibts im zweiten Teil, den ich dann morgen im Flugzeug verfassen werde.

Abschiedstrunk auf der Terrasse, alles muss raus

Schlaflos in Seattle?

Nein, das glauben wir nicht, denn die letzte (beim Schreiben wird es nochmal realer, es ist wirklich die letzte) Unterkunft ist erreicht und sie ist echt schön. Vor allem aber geräumig genug, um das komplette Auto erstmal reinzukippen.

Das muss dann alles spätestens morgen Abend in drei großen Koffern und vollgestopftem Handgepäck verstaut sein. Das erscheint mir gerade unmöglich, also erstmal ein Bierchen zur Entspannung und Anregung der Kreativität.

Wohnzimmer, noch schön aufgeräumt

Beim Ankommen hier war die Freude über einen Backofen groß. Mehl war noch da, also morgen frische Brötchen, juhu. Dann die große Enttäuschung, die Hefe ist alle. Das kann doch nicht war sein, soviel haben wir nun auch nicht gebacken. Und es war auch nicht wahr. Wir haben mittlerweile so viele Tüten und Kisten mit Lebensmitteln, da rutscht sowas schon mal durch. Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte, als wir die Hefe doch noch fanden.

Gebäckbasis

Nach der minutengenauen Ausnutzung der Checkout Zeit unseres Tinyhouses sind wir heute direkt nach Seattle „durchgeritten“. Da war sie plötzlich wieder, die Zivilisation.

Unterwegs haben wir das erste mal hier kurz bei McDonald’s angehalten, das wollte E. noch auf ihrer Todo Liste abhaken. Ein Happy Meal in den USA.

Mikro Portion Pommes zum Happy Meal, was ist denn hier los?

Danach nochmal 1-2 Besorgungen erledigt und dann in Seattle im Lincoln Park spazieren gewesen. Es war sehr angenehm dort und aufs Meer zu starren, holte nochmal die Erinnerungen an unseren Start vor 3 Wochen ins Gedächtnis. Wir haben uns mittlerweile eingegroovt, unser Herz an diese unendlichen Weiten verloren, die unbeschreibliche Natur meilenweise in uns aufgesogen, uns sogar bissl an die Hitze gewöhnt und uns in jeder Unterkunft ein bisschen zu Hause gefühlt. Was haben wir hier alles schon erlebt und was erwartet uns morgen noch in dieser schier unendlich scheinenden Stadt?

Troll aus Restholz, erschaffen vom Dänen Thomas Dambo
„Nur“ noch Stadtstrand
Stau, endlich wussten wir, was wir die ganze Zeit vermisst haben
Skyline Seattle, heute nur kurz gestreift

Wir beschlossen später den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen, Vorräte aufzubrauchen und die Abendsonne auf dem kleinen Balkon der Unterkunft zu genießen.

Balkonien in Amerkia

„Nicht schon wieder wandern“

Beschwerte sich E. heute mehrfach. Während J. und ich wehmütig die letzten – teils noch schneebedeckten – Trails im Mount Rainier National Park ablaufen, freut sich E. schon auf die Stadt und mal was anderes als Wandern.

Der Park ist aber sowas von voll, wir benötigten auch einen extra online gebuchten Zeitslot, um da reinzukommen. Irre, was hier im Sommer los ist. Ein Parkplatz am Visitor Center war nicht zu bekommen. Zum Glück waren wir recht zeitig dort und auf unseren geplanten Kurzwanderungen noch wenig Gedrängel. Auf 953 Quadratkilometern verläuft es sich dann doch auch gut.

Zurück am TinyHouse:

Ich hatte gerade in der prallen Sonne ein kleines Bier und überlegte kurz, heute mal nur Bilder sprechen zu lassen.

Eingang zum Nationalpark
Schnee bei 27 Grad
Mount Rainier – beeindruckend
Kurzer Rundgang am Box Canyon
Eine 35m tiefe Schlucht

Hier nun doch noch ein paar Worte, jetzt standesgemäß beim Feierabend-„Longboard Island Lager“ aus der Kona Brewery in Hawaii. Mit Bier haben wir nicht wirklich viele Experimente hier gemacht.

(Gerade auf dem Etikett gesehen, dass die Kona Brewery arg expandiert ist und das unser Tröpfchen wohl auch auf dem Festland gebraut wird, ist alles nicht mehr das, was es mal war)

Eben waren die Mädels hier noch im Teich baden, der direkt hinter unserem TinyHouse ist, aber da durch einen Bach getrennt, einen größeren Umweg bedingte. Außer uns ist hier auch keiner zu Fuß unterwegs, da ist man gleich als Touri erkennbar.

Community Lake

Ihr wisst ja, Gasgrills sind nicht so meins, als alter Holzkohle-Verfechter, aber wenn mal kein Backofen zur Verfügung steht, sind auch Gasgrills gern willkommen.

Frühstück ist gesichert

Grad Wanderung

Letzte Nacht haben wir tatsächlich doch irgendwann spät geschlafen. Das Klimagerät suggerierte durch den Lärm eines startenden Düsenjets, dass es diese Hitze schon in den Griff bekommt – tat es nicht. Zudem hätte bei dem Lärm auch keiner schlafen können. Also taten wir das unvermeidliche, unglaubliche und abwegigste, was wir hier bisher getan haben: Wir schalteten es aus und öffneten das einzige verfügbare Fenster. Und tatsächlich kühlte die Bude so gegen 4:00-5:00 Uhr bissl aus, um bei den ersten Sonnenstrahlen direkt wieder auf Betriebstemperatur vorzuheizen.

Wer dämmt schon den Boden über der Garage?

Es half nur eins, Flucht ins Auto und ab zum Mount St. Helens. da oben sollten es nur schattige 30° C werden.

Brückentechnologie

Am ersten Stopp, einem Aussichtspunkt mit Ausstellung erfuhren wir dann, dass das Visitor Center weiter oben schon 13:00 Uhr schließt, da sie dort keine Klimaanlage haben und es – ihr ahnt es schon – sehr heiß werden wird. Wir können mittlerweile sehr gut nachvollziehen, wie sich so ein Maiskorn fühlt, kurz bevor es zu Popcorn wird.

Open range
Hitzefrei, ab eins macht jeder seins

Oben angekommen war es aufgrund mannigfaltiger Mega Ventilatoren doch noch angenehm.

Ausblick auf den Mount St. Helens (letzter Ausbruch 1980)

Der See sah von oben so verlockend aus, das wir da unten noch mal hingefahren sind und zumindest alles unterhalb der Knie eine Abkühlung erfuhr.

Stammplatz

Auf dem Weg zurück vom Vulkan ging es wieder um die essenziellen Dinge: Einkaufen, Kaffee, Tanken und Bier. Schließlich verschlägt es uns nochmal zwei Tage in die „Wildnis“ (es gibt kein Internet 😉 , bevor dann in Seattle die volle Dosis Zivilisation auf uns einstürzen wird.

Das Café in Toledo war sehr putzig. Neben einer großen Auswahl guten Kaffees, war es Steuerbüro, Buchhaltungsservice und Versicherungsagentur in einem. Ich vermute, sie wollten einfach eine gute Kaffeemaschine im Büro und dachten dann, die Amortisation selbiger kann durch den Verkauf von Heißgetränken beschleunigt werden.

Im Bild links (nicht ganz zu sehen) werden gerade Versicherungskonditionen verhandelt
Multispezialist

Nachdem alle Flüssigkeiten nachgefüllt waren, starteten wir zum nächsten Berg/Vulkan und unserer Unterkunft kurz vor dem Park.

Nächstes TinyHouse und 2 Nächte unser zu Hause
Mmhhhh…Homemade Chili mit Reis

In the heat of the night

Gegen 19:00 Uhr sind wir in unserem neuen Quartier angekommen. Es ist ein Appartement unterm Dach über der Garage. Trotz einem mobilen und völlig überforderten Klimageräts, bei dem gerade der Schlauch nach draußen schmilzt sind es dort locker 35 Grad. Das wird kuschlig.

Ganz schick, wenn’s nur 20 Grad kälter wär

Was davor geschah:

Unser erster Städtetrip stand heute an, Portland war unser Ziel. Beim Durchgefahren fielen schon die ganzen Zelte am Straßenrand hier auf und sorgten für ein gewisses Unwohlsein.

Auch die Aussicht auf 36 Grad dämpfte die Stimmung auf einen Stadtspaziergang etwas. Am Ende war der kurz, aber ok. Wir fanden direkt (nach einer Extrarunde über den Willamette River) downtown einen Parkplatz und machten uns auf den Weg zum Pioneer Square.

Pioneer square – Portland
Es gab auch nette Backsteinbauten
Absolut nötig bei der Hitze

Apple Store und Mittag essen standen auf dem Programm. Ersteres war schnell erledigt, es war eher ein unspektakuläres Gebäude. Danach fiel die Qual der Wahl wieder auf Italienisch. Leckere Pizzas und Nudeln füllten unsere Löcher im Magen.

Links angenehm, rechts leicht entzündlich
Pizza

Im Washington Park fand dann noch ein schattiger Spaziergang durch das Arboretum statt, trotzdem lief einem die Soße aus allen Poren und man musste Gallonenweise nachfüllen.

36 Grad und es wird noch heißer

Am Ende landeten wir dann mal wieder in einem Walmart Supercenter und kühlten uns etwas ab.

Außentemperatur auf 100°, Schilde auf 20%, Verlust der strukturellen Integrität

Und dann stand seit langen mal wieder eine Fahrt auf der Interstate (wie bei uns ne Autobahn) an. Ziemlich voll und ähnlich nervig wie bei uns. Wir sagten auch Oregon heute „good bye“ und sind ab nun wieder zurück in Washington. Der Kreis schließt sich langsam und das heißt auch, die Zeit in der Wildnis ist fast vorbei.

Auf dem Highway ist die Hölle los

Nein, nicht wirklich, aber da hier vor unserem netten, kleinen Häuschen – vor welchem ich sitze und diesen Eintrag verfasse – gerade die Straße unten gut durch ein stetes Rauschen zu vernehmen ist, dachte ich mir passt das schon.

Blick durch unsere Haustür

Heute war mal ein fauler Tag, großteils der noch andauernden Hitze und einer etwas schlecht durchschlafenen Nacht geschuldet. Wir sind spät los, die Abfahrt hier die Kiesrampe runter war anspruchsvoller als gedacht. Man kann nämlich nicht in den ersten Gang schalten und runter kullern, es gibt nur noch „D“ und die Schaltwippen reagieren erst ab 6mph, eine unmöglich erreichbare Geschwindigkeit für den Platz hier vor dem Haus.

Pro-tipp: Zahnseide ist ne stabile Wäscheleine

Als das geschafft war, haben einen sehr übersichtlichen Farmers Market besucht, 3min den oben erwähnten Highway runter. Haben dort aber alles bekommen, was man für ein Abendessen benötigt. Wir haben geräucherten Lachs bei zwei wirklich sehr netten native Americans (Indianer sagt ja keiner mehr) gekauft, Microgreens (so ne Art Sprossen) und ein Sourdough Baguette. Elsa durfe ein Bild gestalten am Bastelstand, der auf den Märkten meist von sehr netten, älteren und plauderfreudigen Damen betreut wird.

Kleiner Markt, immer mit Liveband aus betagten Herren die sichtlich Spaß haben zu Klampfen

Danach – zigzag (insider) – weitere 5min den Highway bergabwärts gabs eine Wildwood Recreation Site im Wald. Schön schattig und einen kleinen Spaziergang wert. Es führten immer so kleinere Weg weg vom Wanderweg auf gut ausgestattete Picknickplätze, die von den Einheimischen exzessiv genutzt wurden. Unglaublich was da alles in den Wald geschleppt wird, andererseits draußen ist eben draußen.

Platz 42, noch Fragen?
Salmon River unterhalb des Mount Hood
Einblicke in einen kleinen Bach mit winzigen Lachsen

Ein Boardwalk durch eine Sumpflandschaft war auch dabei, wurde allerdings am Eingang mit der Warnung, dass hier in den letzten 6 Tagen ein Puma gesehen wurde, zu einem Abenteuer. Zumindest im Kopf, der war natürlich längst weg. Trotzdem haben wir uns unauffällig einer anderen Wandergruppe angeschlossen, damit wir nicht zu dritt „allein“ laufen.

Neben Nikes & Adidas treibt sich wohl auch ein Puma hier rum

Mittag gabs Pizza bei einem Italiener mit Holzofen. Wirklich gut, im Vergleich zu dem was hier sonst als Pizza durchgeht.

Man bekommt ein 16 Zoll Wagenrad und alle essen davon

Den späten Nachmittag verbrachten wir im Häuschen. Unser Abendessen konnte locker mit einem Schicki-Micki Restaurant mithalten.

Geräucherter Lachs an bunten Bratkartoffelscheiben mit Sonnenblumensprossen

It’s a long way to the top…

Wir ließen das Farmland und -haus hinter uns und keine 10min später standen wir mitten im Smith Rock State Park.

Smith Rock State Park
Unterwegs: Wohnwagen Kingsize

„Schmidts Felsen“ ist ein imposantes Gebilde, was mir noch allzu gut aus dem Jahr 2008 in Erinnerung war. Damals kamen wir hier am späten Nachmittag an und machten uns auf eine Wanderung, die uns einiges abverlangte und bei der wir zudem noch gegen die Zeit liefen, da es dunkel wurde.

Amerikanische Pinnwand

Diesmal waren wir gegen 9:00 Uhr da, der Parkplatz war richtig gut gefüllt und wir entschieden, diesmal direkt den Aufstieg (damals war es der Abstieg) zu wählen. Dieser war sehr gut besonnt und unsere Wasservorräte „verdunsteten“ rapide schnell.

Zick Zack Grillstrecke

Jedes Schattenplätzchen war übervölkert und die Verschnaufpausen-Intervalle wurden kürzer. Bis ganz nach oben haben wir es dann nicht geschafft, es war einfach zu heiß und wir sahen schon aus wie drei sonnengereifte Tomaten. Wir waren aber verdammt nah dran.

Blick auf das Erreichte

Also geordneter Rückzug und den steilen Weg wieder nach unten. Der trockene Staub legte sich sanft auf die mit Sonnencreme und Schweiß überzogenen Körperteile. Zurück im Tal freuten wir uns wie Schnitzel (wir waren tatsächlich paniert) über den Rasensprenger der hier installiert war, rhythmisch tanzte und für Abkühlung sorgte. Nun noch den letzten Aufstieg hoch zum Parkplatz und auch dieses Abenteuer neigte sich dem Ende.

Zuckender Freund

Eine sehr coole Funktion unseres treuen vierrädrigen Koreaners ist der Fernstart, da startet der Wagen und die Klima kühlt schonmal runter, während man über den endlosen Parkplatz pilgert. Ansonsten ist das Öffnen der Autotür gerade vergleichbar mit dem Öffnen eines Backofens.

Ungünstiger Parkplatz
Laaange Straße

Jetzt waren wir hungrig und den Burger des Tages gabs 45min später im Dockside Café am gestauten Lake Simtustus.

Das Grillboot sah verlockend aus
Smash Burger am See

Zurück on the road hatten wir noch bissl Zeit totzuschlagen, da unsere Unterkunft erst gegen 16:00 Uhr ihre Pforten für uns öffnen würde. Was bot sich da besser an, als ein gut klimatisiertes Museum der Warm Springs Indian Reservation. Immer wieder eine traurige Geschichte, was hier aus den stolzen Stämmen geworden ist. Zudem gab es eine ziemlich beklemmende Ausstellung mit Bildern verschwundener Personen.

Ziemlich beeindruckender Baustil
Eine Seite das Museum, andere Seite das allgegenwärtige Casino das hier nur die Indianer in ihren Reservaten betreiben dürfen

Vorbei am Mount Hood ging es dann zu unserem Häuschen für zwei Nächte. Die Anfahrt war als nicht für 2-Wheel-Drive geeignet gekennzeichnet. Dank HTrac – Allrad bei Hyundai – sind wir den wirklich steilen Schotterweg vom Typ senkrechter Raketenstart gut raufgekommen.

Freu mich schon auf den Weg nach unten morgen
Diesmal klein und schick

Unsere kleine Farm

Nun fragt ihr euch sicher, was ist denn heute hier in Oregon mit uns passiert?

Wir zogen mal wieder weiter, verließen unser geliebtes Bunkhouse auf der Farm im Wald, E. sagte ihren geliebten Huftieren „good bye!“ und wir donnerten am Ende den Highway 97 gen Norden.

Charakter Tür
Mach’s gut Roger

Damit wir erstmal bissl Bewegung hatten und die Zeit bis zur Öffnung von Beckies Café überbrücken konnten, haben wir nen kleinen Spaziergang zu den Natural Bridges unternommen. Hier fließt das Wasser durch unterirdische Tunnel, die hier die erkaltete Lava hinterlassen hat. Bei warmen Temperaturen schaut man immer so sehnsüchtig auf dieses kühle Nass.

Erfrischend schon beim zuschauen
Netter Kleinwagen

Danach waren wir pünktlich im Café, welches wir gestern schon ins Auge gefasst hatten und uns auch von den Farmbesitzern empfohlen wurde. Die Temperatur im Café hatte Kühlschrankniveau, da muss das Essen ja frisch sein. Das war wirklich sehr gut und die Lokalität zum Mittag voll. Klar, 4. Juli in Amerika, da geht man schick essen und trägt Stars and Stripes.

Mal was Gesundes

Mit gefüllten Mägen lag nun eine nicht unerhebliche Strecke vor uns, die erst im Städtchen Bend durch eine lange Pause unterbrochen wurde. Safeway, Outlet und Old Mill District nagten mal wieder an der Kreditkarte. Ne Kugel Eis für 7 Dollar ist schon ne Ansage, aber das geht zum Glück in der Gesamtkalkulation dieses Abenteuers unter.

Im Zweifelsfall immer geradeaus
Wo geht’s hier zum Eis?
Dreimaster

Eine halbe Stunde nördlich von Bend liegt unsere heutige Unterkunft. Diesmal „nur“ ein Zimmer auf einer Farm. Küche und Bad teilen wir uns mit den Eigentümern…dachten wir jedenfalls. Die sind aber gar nicht da und jetzt haben wir quasi eine Farm für uns. „Mit großer Farm, kommt große Verantwortung.“

Farmidable!

Abgefahren, da ist die Tür einfach offen und wir gehen rein und wohnen da. In Deutschland unvorstellbar, aber hier in der Weite und mit aufmerksamen, freundlichen Nachbarn kein Problem.

So jetzt steht ein kleiner Farm Rundgang an. Vorher noch fix die kurze gegen die lange Hose getauscht, da diese Mückenviecher hier meine bleichen Waden in Streuselkuchen verwandeln möchten.

Mr. Spuck
Darf natürlich nicht fehlen
Mäh.
Perfect der Pickup ist auch schon eingeparkt.

Blaupause

Die absolut vorherrschende Farbe des Tages ist blau. Keine einzige Wolke zu sehen, die Sonne brutzelt erbarmungslos aus einem azurfarbenen Himmel.

Das war nicht das einzige Blau heute, denn das Ziel war der Crater Lake National Park. Bevor wir aber dieses beeindruckende Gewässer oben im Kegel eines alten Vulkanes zu Gesicht bekamen, standen wir in einer Blechlawine am Parkeingang in unserem blauen Hyundai. Der 4. Juli steht vor der Tür und die Nationalparks füllen sich.

Pick up Stau

Ein weiterer Vorteil des blauen Himmels, die bösen Aliens können nicht einfach so unentdeckt den Independence Day kaputt machen. Ich hoffe mal, es ist morgen nicht plötzlich bewölkt.

Besucherzentrum, das seinem Namen alle Ehre macht

Als wir endlich den Park befahren durften und einen Parkplatz am überfüllten Visitor Center gefunden hatten, stellte sich mal wieder heraus, dass unser geplanter Trail wegen Schnee noch nicht begehbar war. Einerseits diese Hitze und andererseits liegt da oben halt noch Schnee.

Du kummst hier ned rein

Trotzdem stand uns bei jedem View Point der Mund offen, weil der See so unsagbar blau und kitschig aussah.

Blaues Wunder

Der tiefste See der USA (592m)

Vulkan im Vulkan, Spock hätte seine Freude

Stammhalter

Jetzt schauen wir nochmal, ob wir hier den Wanderweg hinter der Farm absolvieren möchten und dann genießen wir den Abend noch mit einem (oder zwei) kühlen Bier. Stichwort „Blau“

Nachtrag

Wir waren gerade mal ca. 200m bergaufwärts gelaufen und standen vor dem Schildkrötenteich, als wir ein komisches Geräusch vernahmen. Wie ein Frosch klang das nicht und wir vermuteten vielleicht einen röhrenden Hirsch. E. meinte, wir kehren mal lieber um, was wir auch getan haben. Zurück in der Unterkunft befragten wir YouTube nach Tiergeräuschen und das eines Schwarzbären kam dem eben gehörten schon sehr nahe. Wie auch immer, dann trinken wir lieber gleich unser Bier hier unten.

Räsenmäh Motivator