Der heutige Text beginnt hier mitten im Walmart in Antigonish, einem Zwischenstopp der wir vor 30min schon Richtung Cape Breton verlassen hatten. Wir sind hier gerade wieder gestrandet, da der Trans Canada Highway vollgeperrt ist. Unsere Reisepläne wurden heute schon mehrfach durchkreuzt.

Wir haben also gerade mit Shopping versucht die Zeit zu überbrücken, bis der Highway wieder frei ist. Vorher waren wir schonmal eine Weile ostwärts gefahren und hatten die Google Maps Verzögerung von 10min noch für eine unbedeutende Kleinigkeit gehalten. Leider standen wir länger im Stau und haben dann – ganz kanadisch – gewendet und sind zur nächsten Stadt, eben jenes Antigonish zurückgefahren.
Da waren wir zwar eben erst gewesen, um bei „Peace by chocolate“ – einer Chocolaterie gegründet von syrischen Immigranten – unsere Süßigkeitenvorräte zu erhöhen, die fast unter den Sicherheitsabstand gefallen waren.


Der Tag begann sonnig entspannt und wir besuchten gleich nach dem Frühstück eine alte Getreidemühle in der Nähe. Nach einer kleinen Führung mit interessanten Erklärungen und seltenem Vokabular vermiesten uns mal wieder die Deerflies (diese Bremsen ähnlichen Insektenscheissviecher) die Besichtigung der Außenanlagen.



Auf dem weiteren Weg bremsten wir dann ungeplant für einen Foodtruck auf einer Farm. Irgendwie hatten wir uns den – romantisch verklärt – mit leckeren frischen Farmprodukten, statt labbrigen Hotdogs und Pommes vorgestellt. Wie ich das so schreibe, sind wir hier wohl an diesem Tag falsch abgebogen, wobei die Farmtiere zur Freude von E besuch- und streichelbar waren.



Zurück zum Walmart. Mit mehr als genug Vorräten und vollgetankt verließen wir die Einkaufsmeile und machten uns auf den weiteren Weg. Laut Google war der Highway noch immer voll gesperrt, die Fahrt würde über Nebenstraßen circa eine Dreiviertelstunde länger dauern. Wir sind dann mangels Alternativen der Umleitung gefolgt. Der Gegenverkehr war schon massiv verstopft. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir irgendwo feststecken würden. Noch waren wir guter Dinge, bis irgendwann ein seltsamer Dunst aufkam.

Der Asphalt hörte auf und der Schotter begann. Was normal kein Problem ist, wenn vereinzelt Autos über den Schotter prasseln, wird eines, wenn neben Unmengen von SUVs auch Truck an Trucks hier entlang donnern. Mit Staubwolken wie bei der Dakar Rallye und fast null Sicht flogen wir über die Piste.

Immerhin fuhren wir noch. Aber auch das sollte sich ändern und wir standen mit vielen anderen im Stau irgendwo im Wald.

Ziemlich viel später haben wir es noch gerade so bei Tageslicht noch zur Unterkunft geschafft.

Was uns dort erwartete, erzähle ich später, wenn ich nicht mehr so gerädert bin. Ich glaub, ich brauch Urlaub 🙂