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Blaupause

Die absolut vorherrschende Farbe des Tages ist blau. Keine einzige Wolke zu sehen, die Sonne brutzelt erbarmungslos aus einem azurfarbenen Himmel.

Das war nicht das einzige Blau heute, denn das Ziel war der Crater Lake National Park. Bevor wir aber dieses beeindruckende Gewässer oben im Kegel eines alten Vulkanes zu Gesicht bekamen, standen wir in einer Blechlawine am Parkeingang in unserem blauen Hyundai. Der 4. Juli steht vor der Tür und die Nationalparks füllen sich.

Pick up Stau

Ein weiterer Vorteil des blauen Himmels, die bösen Aliens können nicht einfach so unentdeckt den Independence Day kaputt machen. Ich hoffe mal, es ist morgen nicht plötzlich bewölkt.

Besucherzentrum, das seinem Namen alle Ehre macht

Als wir endlich den Park befahren durften und einen Parkplatz am überfüllten Visitor Center gefunden hatten, stellte sich mal wieder heraus, dass unser geplanter Trail wegen Schnee noch nicht begehbar war. Einerseits diese Hitze und andererseits liegt da oben halt noch Schnee.

Du kummst hier ned rein

Trotzdem stand uns bei jedem View Point der Mund offen, weil der See so unsagbar blau und kitschig aussah.

Blaues Wunder

Der tiefste See der USA (592m)

Vulkan im Vulkan, Spock hätte seine Freude

Stammhalter

Jetzt schauen wir nochmal, ob wir hier den Wanderweg hinter der Farm absolvieren möchten und dann genießen wir den Abend noch mit einem (oder zwei) kühlen Bier. Stichwort „Blau“

Nachtrag

Wir waren gerade mal ca. 200m bergaufwärts gelaufen und standen vor dem Schildkrötenteich, als wir ein komisches Geräusch vernahmen. Wie ein Frosch klang das nicht und wir vermuteten vielleicht einen röhrenden Hirsch. E. meinte, wir kehren mal lieber um, was wir auch getan haben. Zurück in der Unterkunft befragten wir YouTube nach Tiergeräuschen und das eines Schwarzbären kam dem eben gehörten schon sehr nahe. Wie auch immer, dann trinken wir lieber gleich unser Bier hier unten.

Räsenmäh Motivator

Zurück im Land der (un)begrenzten Möglichkeiten

Wir haben’s geschafft, wir sind nach knapp 11 Jahren mal wieder übern Teich geflogen.

Das war aber auch ne Anreise. Hier mal die Kurzfassung der ersten 24h:

5:30 Ihr CEST

Ich bin wach im Hotel Arabella (ja, es heißt wirklich so) in Bad Nauheim. Wir düsen direkt los und kaufen noch schnell beim Bäcker Sachen ein, für die man noch Zähne benötigt.

Blick aus dem Arabella (am Abend zuvor)

12:00 Uhr CEST (central European summer time)

Der Flieger startet später, da nur ein Mann da ist, die Kiste mit Catering zu beladen, die arme Sau. In der Gastro fehlen überall die Leute.

Gangway to heaven

Wir – also die Piloten – holen gut Flugzeit raus, aber die letzten 3h hängt J. nur über der Kotztüte. Unglaublich, das die Dinger so dicht sind. Sie hat’s jedenfalls tapfer durchstehen müssen, aussteigen in 11.000m Höhe ist auch eher unvorteilhaft.

13:00 Uhr PDT (pacific daylight time)

Wir landen.

Dann steht das Gepäckband still und der Borderline-Hund erschnuppert unser aus Deutschland importiertes Gebäck. Das Obst haben wir zum Glück alles entsorgt, auch wenn’s schade war. Man sollte sich hier einfach an die Regeln halten, sonst verliert man Zeit. Eine andere deutsche Familie hatte noch die komplette Obst- und Gemüseabteilung eines mittleren Rewe im Rucksack und begann dann auch noch mit der Beamtin zu diskutieren. Selbstgemachtes Leid.

14:30 Uhr PDT

Beim Mietwagen geht erst meine Kreditkarte nicht, und Du musst die nehmen, denn mit der hast Du ja gebucht. Dann stehen wir bestimmt 45min an der Ausfahrt, weil die Profis das Auto doppelt vergeben haben (als wir im Parkhaus losfuhren, wurden die Augen des anderen herannahenden Mieters immer größer, aber hey „first come first serve“). Es ist ein Hyundai Santa Fe – ich seh die Enttäuschung meines Autoschrauber des Vertrauens schon bildlich vor mir.

Das Nummernschild wirkt vertrauenswürdig

Dann stehen wir 45min in der Ausfahrt, bis sie dieses Problem gelöst hatten. Wir hatten die Bude gerade wieder ausgeräumt, da wir nen anderen Wagen bekommen sollten, als es dann hieß: Nee, ihr dürft die Kiste behalten, der andere ist nun umgebucht.

15:30 Uhr PDT

Wir kommen endlich los und „düsen“ Richtung Süden auf der Interstate 5, die ähnlich verstopft ist wie ihre Namensvetterin A5. Dann in den Walmart und eine Erstausrüstung gekauft. J. Ist noch zu schlapp und ruht im Wagen. E. kann auch die Augen kaum noch aufhalten, aber shoppen lässt sie sich nicht entgehen. Drinnen werden die Augen wieder hellwach. Vor allem die Spielzeug Abteilung flasht E. und auch ich bin gefesselt vom Angebot des Superstore.

20:00 Uhr PDT = 5:00 Uhr CEST

Wir erreichen 2,5h später – nach fast 24h Reisezeit unsere Hütte im Wald unterhalb des Olympic NP. Aber die entschädigt für fast alles, absolut schön hier. Jetzt noch schnell nen Hefeteig gemacht, damit wir morgen frische Brötchen haben.

Unterwegs
Schön eingerahmt
Vollausstattung

Der beige Hund

Das erste mal erwähnt das Kind den beigen Hund als wir am Gutshaus ankommen. „Da war ein beiger Hund bei den Pferden!“

Am darauf folgenden Tag radeln wir zum Schloss Bothmer, um dort ein zwar preisintensives, aber halt nicht besonders gut schmeckendes Mittag einzunehmen.

Danach ist die Stimmung bissl am Boden, der Rückweg durch Klütz ist aber sehr schön. Bis plötzlich…

…ein beiger Hund mit heraushängender Zunge und ohne Herrchen auf uns zugejagt kommt. Und zwar einer von der Sorte, denen man schon wenn er an der Leine ist ausweicht. Zum Glück biegt er vor uns ins Wohngebiet und wir atmen auf. Das sollte nicht lange so bleiben.

Wir erreichen das Ortsende und aus der anderen Zufahrt des Wohngebietes kommt…der beige Hund auf uns zu. Läuft über die Straße zu uns herüber, schaut uns an, macht einen kleinen Bogen und zieht an uns vorbei das Wohngebiet hinter uns. Puh. Jetzt über den Kreisverkehr und ab auf den Radweg und Richtung Unterkunft. Wir atmen auf und hatten diese Begegnungen fast vergessen, da drehen wir uns um und da ist er wieder, der beige Hund. Er ist schon ziemlich fertig und kommt kaum hinterher. Wir treten in die Pedale, der Radweg endet auf der Bundesstraße und wir brettern los, in der Hoffnung die Autos und die anderen Radfahrer sorgen für Ablenkung. Ohne uns nochmal umzusehen schaffen wir den Heimweg in weniger als der Hälfte der Zeit, die wir hinwärts benötigten. Der beige Hund kam uns nicht nochmal unter.