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Der letzte Tag (2/2)

Wir sitzen am SeaTac Airport. Unser geliebter blauer Wagen ist zurück in seiner Familie mit Hertz. Der Flug verspätet sich um 40min, aber wir sind überall durch und nun ist warten angesagt. E. mampft gerade ein latschiges Nutella Toast neben mir (sie liebt es) und J. versucht unsere Wasserflaschen wieder aufzufüllen. Mit Erfolg, wie ich gerade feststelle.

Doch kommen wir nun zunächst zur angekündigten Rückblende des letzten Tages in der Stadt gestern.

Nachdem wir easy zur Space Needle gelaufen waren, wollte E. zunächst auf den Spielplatz „Artists at Play“. Der lag leider in der prallen Sonne und war eher ein Grillplatz. Also wurde das zunächst auf später geschoben.

Das MoPOP (Museum of Pop)

Die Monorail Station war direkt auch dort und dieser Programmpunkt wollte direkt absolviert werden. Die Bahn ist ein Relikt aus dem Jahre 1962 und der damaligen Weltausstellung. Sieht man mal wieder, was man mit guter Pflege erreichen kann.

Monorail fährt ein

Am Westlake Center angekommen (das Ding rumpelt ziemlich fix los), ging’s direkt durch ein Kaufhaus zum Ausgang und schnellen Schrittes zum Pike Place Market. Der war gut besucht und ein grosses Halli Galli. Also Hände an die Wertsachen und rein ins Getümmel.

Fische und Nippes
Fish on the Rocks
Junges Gemüse

Wir haben hier ne Kleinigkeit gegessen, das war leider eher so mittelmäßig. Auch der Bubble Tea schmeckte E. nicht wirklich (Tapioka bubbles, statt Popping bubbles) und wurde trotzdem schweren Herzens halbvoll in einem der schwarzen Müllbehälter zurückgelassen. Die frisch frittierten Donuts waren allerdings lecker.

Was sich hier alles Wurst nennen darf, da schüttelt der gemeine Thüringer nur sprachlos den Kopf

Ein Besuch der Gumwall durfte auch nicht fehlen. Abertausende Kaugummis an die Wände geklebt und die mäandern immer weiter.

Ist das Kunst oder kann das weg?
Jetzt bloß nicht zu nah dran

Die ganze Tourimeile in Seattle ist gerade eine einzige Baustelle, macht aber Lust das Endergebnis irgendwann zu sehen.

Es gibt hier Kunst in jeder Ecke
Auf dem Weg zur Waterfont
Viel Holz und 50er Style Reklame
Touristen Rotations Grill (ich vermute aber mal, es hat ne Klimaanlage)

Nach einem ausgiebigen Spaziergang an der Waterfront, wählten wir einen anderen Weg zurück zur Monorail, Der gestaltete sich etwas unbehaglicher, im Dunkeln möchte man das lieber nicht haben. Aber es war hell, Security und Polizei standen aufmerksam bereit, also Augen auf und durch.

Zurück am Seattle Center wurde der Spielplatz nachgeholt, allerdings war E. zu platt, um hier noch mehr Energie abzubauen. Die Chihuli Garden and Glass Ausstellung haben wir dann auch ausgelassen, die größte Skulptur war nicht zu besichtigen und 40 Dollar pro Kopf erschienen uns woanders besser investiert.

Chihuli Eingang

Nun ging es zurück zum Kerry Park, wo unser Auto stand. Der Anstieg war nicht zu verachten und mit dicken Schweißperlen auf der Stirn, genossen wir – oben angekommen – erneut den Ausblick mit geänderten Lichtverhältnissen.

Am Abend noch schöner als morgens

Die knurrenden Mägen verlangten nach einer umfangreichen Mahlzeit und Google verriet uns eine 4.9 Sterne Pizzabude (Dantini Pizza), die gut versteckt in einer Lagerhalle mit Whiskeybrennerei beheimatet war.

16 Zoll Genuss
Letzter Tag, erstes Bier im Restaurant

Ein würdiger Abschluss für eine letzten Tag.

Der letzte Tag (1/2)

…begann damit, die Taschen zu packen und möglichst gut zu verteilen, damit die 23kg nicht überschritten werden. Beim Hinflug war ich nur knapp drunter. Morgen am Flughafen wissen wir mehr.

Zum späten Frühstück gabs dann frische Brötchen und alles was noch wegmusste.

Und dann ging’s auf in die große Stadt. Vorbei am riesigen Boeing Gelände (hier wird getestet und ausgeliefert) weit hoch in den Queen Anne District, genauer zum Kerry Park – einer Empfehlung unserer Gastgeber hier. Die Seattle Tour zu Fuß startete hier mit diesem Ausblick.

Alles drauf, was muss (Mt. Rainier im Hintergrund)

Man kann hier einfach am Straßenrand parken und da lag es nahe, unseren blauen Flitzer hier mal ausruhen zu lassen und zu Fuß zum Seattle Center (da steht die Space Needle) zu pilgern. Die Gegend schien uns sehr sicher, also los ging’s. Mit gespitzten Antennen liefen wir Block um Block bis zur Space Needle, deren Auffahrt wir allerdings schon vorher abgewählt hatten. Viel zu überlaufen und überteuert.

Spazieren im Queen Anne District
Vorbei an der Climate Pledge Arena
Direkt zum dreibeinigen Herrscher

Was wir dann noch gesehen haben… gibts im zweiten Teil, den ich dann morgen im Flugzeug verfassen werde.

Abschiedstrunk auf der Terrasse, alles muss raus

Schlaflos in Seattle?

Nein, das glauben wir nicht, denn die letzte (beim Schreiben wird es nochmal realer, es ist wirklich die letzte) Unterkunft ist erreicht und sie ist echt schön. Vor allem aber geräumig genug, um das komplette Auto erstmal reinzukippen.

Das muss dann alles spätestens morgen Abend in drei großen Koffern und vollgestopftem Handgepäck verstaut sein. Das erscheint mir gerade unmöglich, also erstmal ein Bierchen zur Entspannung und Anregung der Kreativität.

Wohnzimmer, noch schön aufgeräumt

Beim Ankommen hier war die Freude über einen Backofen groß. Mehl war noch da, also morgen frische Brötchen, juhu. Dann die große Enttäuschung, die Hefe ist alle. Das kann doch nicht war sein, soviel haben wir nun auch nicht gebacken. Und es war auch nicht wahr. Wir haben mittlerweile so viele Tüten und Kisten mit Lebensmitteln, da rutscht sowas schon mal durch. Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte, als wir die Hefe doch noch fanden.

Gebäckbasis

Nach der minutengenauen Ausnutzung der Checkout Zeit unseres Tinyhouses sind wir heute direkt nach Seattle „durchgeritten“. Da war sie plötzlich wieder, die Zivilisation.

Unterwegs haben wir das erste mal hier kurz bei McDonald’s angehalten, das wollte E. noch auf ihrer Todo Liste abhaken. Ein Happy Meal in den USA.

Mikro Portion Pommes zum Happy Meal, was ist denn hier los?

Danach nochmal 1-2 Besorgungen erledigt und dann in Seattle im Lincoln Park spazieren gewesen. Es war sehr angenehm dort und aufs Meer zu starren, holte nochmal die Erinnerungen an unseren Start vor 3 Wochen ins Gedächtnis. Wir haben uns mittlerweile eingegroovt, unser Herz an diese unendlichen Weiten verloren, die unbeschreibliche Natur meilenweise in uns aufgesogen, uns sogar bissl an die Hitze gewöhnt und uns in jeder Unterkunft ein bisschen zu Hause gefühlt. Was haben wir hier alles schon erlebt und was erwartet uns morgen noch in dieser schier unendlich scheinenden Stadt?

Troll aus Restholz, erschaffen vom Dänen Thomas Dambo
„Nur“ noch Stadtstrand
Stau, endlich wussten wir, was wir die ganze Zeit vermisst haben
Skyline Seattle, heute nur kurz gestreift

Wir beschlossen später den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen, Vorräte aufzubrauchen und die Abendsonne auf dem kleinen Balkon der Unterkunft zu genießen.

Balkonien in Amerkia

Gezeiten-Wechsel

Wir sind heute mal etwas früher gestartet, um rechtzeitig zur Low-Tide am Kalaloch Beach zu sein. Dort konnten wir dann mit einem Auge die Gezeiten-Becken betrachten. Seesterne, Anemonen und Kolonien von Muscheln. Das andere Auge immer auf den Ozean gerichtet, da das Wasser langsam wieder anstieg und wir keine Lust auf nasse Füße und mehr hatten.

Allerlei glitschiges Gelumpe

Am Ende ließ die Flut sich aber doch Zeit und wir genossen – trotz trüben Wetters – den wenig belebten Strand, der hier stattliche Mengen an Treibholz beherbergt.

Natürlicher Treibholz Kletterpark

Nach einem weiteren Abstecher zum Big Cedar Tree…

Big Cedar Tree, untenrum leicht ausgefranst

…beschlich uns dann ein Hüngerchen auf den Klassiker „Burger und Pommes“. Restaurants sind hier allerdings rar gesät, also ging’s wieder in eine Lodge mit angeschlossener Gastronomie. Nach einer Wartezeit von ca. 25min meldete sich unser Plastikpiepser, den wir vom Servicepersonal in die Hand gedrückt bekommen hatten und wir konnten endlich einen der gefühlt 20 leeren, verfügbaren Tische bevölkern. Nach einer weiteren Wartezeit von 15min hielten wir den ersten Burger des Urlaubs in den klebrigen Fingern.

Gurkentopping

Nun, es war gut. Lag aber auch standesgemäß wie ein Backstein im Magen. Also musste ein Verdauungsspaziergang her und wir entschieden uns den Tree of Life, einen Baum der sich in einer Felsspalte festgekrallt hat, zu besuchen. Leider waren wir mit dieser Idee nicht alleine (vermutlich heißt er deswegen so?). Da war ne Schlange Menschen davor, die sich artig nacheinander vor das Objekt der Begierde postierten und massenhaft Lernmaterial für die nächste Bilder KI produzierten.

Bitte von rechts anstellen

Wir folgten unserem antisozialen Urlaubsinstinkt und machten uns vom Acker. Auf dem Rückweg, der in Teilen der gestrigen Fahrtstrecke glich, lag noch eine Fischaufzucht Station, die man besichtigen konnte. Schmale lange Becken mit Unmengen kleiner Fische auf engsten Raum, die hier wohl schonmal an den begrenzten Platz in einer Fischbüchse gewöhnt werden .

Die Lachsgerichte von morgen

Da es seit geraumer Zeit regnet, freuen wir uns mal wieder über unser sehr gemütliches Häuschen im Wald und lassen den Tag entspannt ausklingen.

Eine Seefahrt, die ist lustig

Tag 1 in dem wir in diesem Urlaub in den USA aufwachen, pünktlich 4:00 Uhr morgens, der Jetlag wird noch kuriert.

Typischer Start in den Tag hier

Nachdem das erste Frühstück halbwegs verdaut war, war ich gespannt was mein hefiger Teigfreund im Kühlschrank macht und zunächst etwas enttäuscht, dass er nicht so aufgegangen war, wie die Sonne mittlerweile. Lag aber wohl am Größenverhältnis. Hier sind selbst die Schüsseln so groß, wie bei uns die Aufstellpools.

Nochmal um den labbrigen Toast rumgekommen

Danach ging’s erstmal zum Strand. Nach dem sonnigen Empfang gestern, bot sich heute ein eher ein kühles vernebeltes Bild.

Unauffällig im Hintergrund, der Pazifik

Mit geringen Erwartungen ans Wetter und dickeren Klamotten sind wir dann ins Landesinnere zum Lake Quinault gecruist. Da waren es dann bis zu 80° F (wer kann das im Kopf umrechnen?)

Museum am Lake Quinault

Also nichts wie ab in den Wald auf den ersten gemütlichen Trail, in der Hoffnung dort Schatten und Abkühlung zu finden. Nun Schatten gab es, nur kühl war’s nicht. das kennen wir ganz anders, wir waren jedoch noch nie im Sommer hier.

Boardwalk gleich zu Beginn

Wir hatten vorsichtshalber mal das Bärenspray aus der Cabin mitgenommen. Man soll hier nicht stumm durch den Wald „schleichen“, sondern sich immer mit einem gut hörbaren Lautstärkepegel fortbewegen, aber da waren schon einige Wanderer unterwegs und zudem versteht sich E. im Geschichten erzählen, so dass wir immer mit Geräuschkulisse unterwegs waren und auf das Rennsteiglied verzichten konnten.

Chemtrail über großem Baum
Ohne Moos nix los

Dann ging’s runter zum Lake Quinault, vorbei an der berühmten Lodge.

Quinault Lodge
Kanu fahren?
Kalte Füße bekommen

Wir starrten etwas überhitzt auf den kühlen See, während sich über uns ein Pilot dachte lass mal lustige Kurven an den strahlend blauen Himmel zeichnen. Was macht eigentlich der Kapitän der „Ever Given“ gerade?

How to draw a Snoopy in the sky

Die größte Sitka Fichte der Welt haben wir dann auch besucht. 1000 Jahre alt, 191 feet hoch (wieder umrechnen) und 58’11“ (ihr wisst schon) im Umfang.

Holzturm

Am Ende noch schön klimatisiert im Hyundai den See auf einer Gravel Road umrundet. Der fühlte sich sichtlich wohler in seinem natürlichen Lebensraum, als auf der Interstate.

Wo sind denn nur die Bären und die Hirsche

Rückwärts sind wir auf dem Weg zur Cabin noch schnell in einem kleinem Grocery Store eingekehrt. Einer der Momente an dem man sich von den anderen, vermutlich einheimischen Besuchern immer beobachtet fühlt und das lag nicht an den 16(!!!) Sicherheitskameras.

Ratet mal was es zum Abendessen gab ?

Zurück im Land der (un)begrenzten Möglichkeiten

Wir haben’s geschafft, wir sind nach knapp 11 Jahren mal wieder übern Teich geflogen.

Das war aber auch ne Anreise. Hier mal die Kurzfassung der ersten 24h:

5:30 Ihr CEST

Ich bin wach im Hotel Arabella (ja, es heißt wirklich so) in Bad Nauheim. Wir düsen direkt los und kaufen noch schnell beim Bäcker Sachen ein, für die man noch Zähne benötigt.

Blick aus dem Arabella (am Abend zuvor)

12:00 Uhr CEST (central European summer time)

Der Flieger startet später, da nur ein Mann da ist, die Kiste mit Catering zu beladen, die arme Sau. In der Gastro fehlen überall die Leute.

Gangway to heaven

Wir – also die Piloten – holen gut Flugzeit raus, aber die letzten 3h hängt J. nur über der Kotztüte. Unglaublich, das die Dinger so dicht sind. Sie hat’s jedenfalls tapfer durchstehen müssen, aussteigen in 11.000m Höhe ist auch eher unvorteilhaft.

13:00 Uhr PDT (pacific daylight time)

Wir landen.

Dann steht das Gepäckband still und der Borderline-Hund erschnuppert unser aus Deutschland importiertes Gebäck. Das Obst haben wir zum Glück alles entsorgt, auch wenn’s schade war. Man sollte sich hier einfach an die Regeln halten, sonst verliert man Zeit. Eine andere deutsche Familie hatte noch die komplette Obst- und Gemüseabteilung eines mittleren Rewe im Rucksack und begann dann auch noch mit der Beamtin zu diskutieren. Selbstgemachtes Leid.

14:30 Uhr PDT

Beim Mietwagen geht erst meine Kreditkarte nicht, und Du musst die nehmen, denn mit der hast Du ja gebucht. Dann stehen wir bestimmt 45min an der Ausfahrt, weil die Profis das Auto doppelt vergeben haben (als wir im Parkhaus losfuhren, wurden die Augen des anderen herannahenden Mieters immer größer, aber hey „first come first serve“). Es ist ein Hyundai Santa Fe – ich seh die Enttäuschung meines Autoschrauber des Vertrauens schon bildlich vor mir.

Das Nummernschild wirkt vertrauenswürdig

Dann stehen wir 45min in der Ausfahrt, bis sie dieses Problem gelöst hatten. Wir hatten die Bude gerade wieder ausgeräumt, da wir nen anderen Wagen bekommen sollten, als es dann hieß: Nee, ihr dürft die Kiste behalten, der andere ist nun umgebucht.

15:30 Uhr PDT

Wir kommen endlich los und „düsen“ Richtung Süden auf der Interstate 5, die ähnlich verstopft ist wie ihre Namensvetterin A5. Dann in den Walmart und eine Erstausrüstung gekauft. J. Ist noch zu schlapp und ruht im Wagen. E. kann auch die Augen kaum noch aufhalten, aber shoppen lässt sie sich nicht entgehen. Drinnen werden die Augen wieder hellwach. Vor allem die Spielzeug Abteilung flasht E. und auch ich bin gefesselt vom Angebot des Superstore.

20:00 Uhr PDT = 5:00 Uhr CEST

Wir erreichen 2,5h später – nach fast 24h Reisezeit unsere Hütte im Wald unterhalb des Olympic NP. Aber die entschädigt für fast alles, absolut schön hier. Jetzt noch schnell nen Hefeteig gemacht, damit wir morgen frische Brötchen haben.

Unterwegs
Schön eingerahmt
Vollausstattung