Auf der Straße nach Norden

Die erste Nacht im Camper liegt hinter uns. Es war noch etwas chaotisch, alles einräumen, das erste mal das Bett bauen, Vorräte einräumen und die ganze Hightech kennenlernen. Zudem war es halt auch schon spät und dunkel.

Die Heizung hatten wir nachts an, also kalt war uns nicht. Die Riesenscheiben sind allerdings immer eine Kältebrücke. Also Vorhänge davor und … Moment mal, noch nicht, sonst entgeht einen solch ein Anblick.

Die roten Punkte sind übrigens kein UFO, sondern die Spiegelung der Hightech Bedientafel des Campers.

Den Check Out um 10:00 Uhr konnten wir nicht halten, dazu fehlte uns einfach die Routine. Andererseits ist das schon dämlich, was machen die denn bis 14:00 Uhr (da darf man einchecken), dass man da unbedingt so früh raus muss? Im Hotel kann ich das noch verstehen, da muss geputzt werden, aber auf dem Campingplatz?

Nach dem Aufstehen haben wir erstmal das Bett abgebaut und gefrühstückt. Als wir dann den Camper verlassen wollten, ging die Schiebetür nicht auf. Die Fahrerkabine war voll mit unserem Gepäck, und auch die Hecktüren waren zu. Nach mehrmaligem Geklicke auf der Fernbedienung tat sich immer noch nix. Eingesperrt im Campingbus, Schweiß auf der Stirn, den starten Blick aus dem Fenster auf den Toilettentrakt. Naja, es ist auch ne Toilette an Bord.

Also den Beifahrersitz vom Gepäck befreit und die Tür ging auf. Am Ende war es nur eine Frage der Technik. Die Schiebetür ist halt etwas verklemmt.

Vor der Abfahrt haben wir noch die auf dem Gelände befindlichen Pferde besucht.

Danach den Highway 1 weiter nach Norden. Im Vergleich zur Südinsel ist hier übel viel auf den Straßen los. In Levin hatten wir dann noch ein echt schlechtes Mittagessen.

Danach wurde es auf der Piste etwas ruhiger und wir haben uns heute auf dem Campingplatz in Kai Iwi Beach abgestellt. Hier ist fast nix los, also optimal um bissl zu entspannen und den Camper besser kennenzulernen.

Einen Trampelpfad zum Strand haben wir auch schon abgelaufen, nur die vielen freilaufenden Hunde und deren Besitzer haben etwas genervt.

Eben gab es dann die TOP 1 des Camper-Essens.

Das Gemehre mit der Fähre

Pünktlich erwacht, nach einer eher durchwachsenen Nacht in einem schicken Appartement des Tombstone Backpacker in Picton (lag direkt neben dem Friedhof). Die phänomenale Sicht auf den Hafen, konnte wegen der Schlafunterbrechungen ausgiebig genossen werden.

Excellent im Zeitplan gefrühstückt, alles ins Auto geladen, losgefahren, Auto abgegeben (und zum ersten Mal vergessen, dem km Stand zu merken), Gepäck eingecheckt und Bordkarten geholt. Nette Leute bei Interislander und gutes Gefühl. Einzig, wir waren fast allein im Terminal – komisch.

Nun ja kleiner Spaziergang und gewartet das die Fähre einläuft. Abfahrtszeit – nach unseren Unterlagen von Direct Ferries – 9:05 Uhr. Nun dann langsam gegen 8:50 zurück zum Terminal und es war noch immer kein Schiff da – komisch.

Endgültig merkwürdig war die Bestätigung der netten Frau vom Terminal, das die Fähre pünktlich fährt.

Pünktlich? Ja, pünktlich 10:45 Uhr. Mist.

Also versucht die Campervermietung zu kontaktieren – nach dem dritten Versuch geklappt – und die Abholung auf später zu verschieben.

Die Fahrt war eine sehr ruhige, das kannten wir auch ganz anders. Sogar ein paar Delfine schwammen längs und wünschten uns eine gute Reise. Im Ankunftsterminal in Wellington hieß es dann wieder warten auf unser Shuttle, welches uns final zum Camper bringen sollte.

Dafür hat uns die Chefin persönlich abgeholt. Nach kurzer Fahrt aus Wellington heraus Richtung Norden haben wir dann unseren MB Sprinter Camper übernommen. Cooles Teil.

Eine umfassende Einweisung durch Mary-Ann und dann ging’s los. Mittlerweile war es allerdings schon später Nachmittag und wir hatten keine Lust mehr weit zu fahren und daher war der New World in Kapiti der nächste Stopp.

Mit frisch aufgefüllten Vorräten (inklusive Clotted Cream, yippie) ging’s dann nur ein paar Kilometer weiter auf den Campingplatz namens El Rancho, wobei der Name eher für ein riesiges Areal mit allem möglichen steht und Camping vielleicht 5% der Fläche ausmacht.

All you can eat

Gestern Abend und heute stehen völlig im Zeichen der großen Überfahrt.

Es gilt so viel wie möglich Vorräte zu verbrauchen, da das Gepäck auf der Fähre limitiert ist. Also packen wir die Vorräte um, aus den Tüten, Kisten, Flaschen direkt in unseren Bauch. Diese Größe ist nämlich auf der Fähre nicht limitiert.

Heute ging’s Richtung Picton. Morgen gehts dann per Fähre nach Wellington. Wir verließen Takaka und das Navi (Here) schickte uns gleich mal über eine lange Schotterpiste, was für etwas Unmut sorgte, da wir eine lange Fahrt vor uns hatten.

Zurück über den Takaka Hill ging es erstmal nach Motueka. Dort haben wir zwei Bäckereien abgeklappert, in denen wir ein paar Teilchen für ein schnelles Frühstück am Morgen der Fährabfahrt eingekauft haben.

Danach haben wir Strecke gemacht, über Nelson, Havelock immer Richtung Picton.

Nun der Plan war, den Mietwagen heute schon abzugeben, um morgen früh keinen Stress zu haben. Aber während unserer vierstündigen Fahrt (und dem damit verbundenen Stress rechtzeitig anzukommen) haben wir dann beschlossen – egal – morgen abgeben und Einchecken wird schon funktionieren und wir haben am Ende den Queen Charlotte Drive ausgiebig genossen.

Farewell

Das schöne Wetter machte heute mal Pause, so begann der Tag mit diesem feinen, fiesen Regen, der wie Nieseln aussieht, dich aber in wenigen Minuten komplett durchweicht.

Also fiel es uns etwas schwerer uns heute zur geplanten Tour zum Farewell Spit aufzuraffen. Kurz vorm Mittag sind wir dann doch los und oben am Wharariki Beach machte der Regen tatsächlich eine Pause und wir konnten über saftige schafbesetzte Wiesen, durch knorrigen Gestrüppwald bis zu den Dünen und dem Strand wandern.

Wir konnten sogar ein Robbenbaby bei seinem Versuch aus dem Wasser zu kommen beobachten. Sehr putzig.

Nun danach öffnete der Himmel mal wieder seine Schleusen und wir gingen den ganzen Weg im Regen zurück zum Auto. Wir waren gut eingeweicht, als wir ankamen.

Ich habe dann noch allein eine kurzen Spaziergang zum Cape Farewell unternommen, auf dem ich dann ganz allein stand, den Wind und den Regen im Gesicht, den Blick auf den tosenden Ozean. In Gedanken an ein sehr persönliches Farewell.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 2

Nach einem etwas faden Frühstück (Müsli mit Dosenpfirsichen, Toast und Marmelade) sind wir zur Westküste aufgebrochen.

Unterwegs gab es viel zu sehen, der erste große Abenteuerspielplatz war Castle Hill, eine Ansammlung gigantischer Steinbrocken die zum verstecken und klettern einluden. Vom anfänglich trüben Wetter war nach einiger Zeit nicht mehr viel übrig.

Danach ging’s weiter über den Arthurs Pass. Auf einer kleinen Wanderung, deren Ausgangspunkt wir beim ersten Mal verpasst hatten (Wenden auf ner Serpentinen Straße ist nicht unmöglich) ging es steil nach oben zu einem Wasserfall (Devils Punchbowl).

Hier hatten wir auch den ersten Kontakt mit den berüchtigten Sandfliegen. Ganz fiese Viecher. Selbst heute nach fast vier Wochen, sieht man die Bisse noch deutlich.

Abends kamen wir ziemlich müde in Hokitika an. Da waren wir vor 13 Jahren im strömenden Regen, diesmal war das Wetter erste Sahne. Unser B&B hatte direkten Strandzugang und war sehr stylish eingerichtet.

In der kleinen Stadt haben wir leider im ausgesuchten Restaurant (Fat Pipi Pizzas) keinen Tisch mehr bekommen (bei dem Namen wohl auch besser so ;-), so kam es zu einem weiteren Erstkontakt: Fish und Chips TakeAway.

Der war sehr gut und seitdem ist Blue Cod mein Favorit.

Kurz vorm Zubettgehen im Dunkel dann noch in den Glühwürmchenwald, das ist absolut magisch, wie es da leuchtet.

Golden Bay – lazy day?

Bevor ich es vergesse, die Sachen aus der „deutschen“ Fleischerei in Nelson sind sehr gut und schmecken fast wie daheim. Da werden wir wohl noch einen Vorrat mit auf die Nordinsel exportieren müssen.

Bei besten Wetter sind wir heute früh aufgebrochen, um am Ende 12km Schotter-Serpentinen über den Berg zu fahren und dann ab Totaranui etwas zu wandern und die Landschaft zu genießen. Gestartet haben wir wieder auf den Abel Tasman Coastal Track, um dann auf einen Rundwanderweg den Pukatea Walk abzubiegen. Zuletzt ging’s dann bei Ebbe (Glück gehabt) übers Watt und durch knöcheltiefes Wasser zum einem sagenhaft goldenem Strand, der zum Picknick einlud.

Nach einem aufregenden Rückweg (Schotter+Serpentinen+einspurig+LKW Gegenverkehr) haben wir noch einen abgefahrenen „Felsengarten“ (Grove Scenic Reserve) besucht und abgewandert. Da gabs oben eine spektakuläre Aussicht.

Am späteren Nachmittag ging’s heim, Wäsche abnehmen (es sollte regnen, hat es aber nicht) und bissl Netflix (Highspeed Internet und Zugang sind hier vorhanden) auf der Couch.

Kartoffeln, Spinat & Ei…

…gab es gerade als Abendessen. Selbst gekocht natürlich und mit den frischesten neuseeländischen Zutaten. Ist aber immer wieder eine Herausforderung, da die Kücheneinrichtung hier immer etwas unterschiedlich ausfällt. Aktuell haben wir so einen alten Herd, wie wir die aus den USA kennen.

Ansonsten haben wir es heute wieder etwas ruhiger angegangen. Schönes Frühstück zuhause – bis zur Fähre am Sonntag müssen wir das meiste unserer Vorräte aufbrauchen, da dass Auto auf dieser Insel bleibt und wir auch das Gepäck einchecken müssen – danach kurz nach Tanaka und ein paar neue Sachen gekauft – Paradox!

Es gibt hier eine Menge deutsche Auswanderer hier, auf der Suche nach Brot sind wir im Takaka Infusion gelandet, einem schicken Café mit deren Inhabern wir auch deutsch sprechen konnten. Die Backwaren dort sind wirklich ausgezeichnet.

Auch die Gemüseverkäuferin kam aus dem Schwarzwald, wie sich herausstellte.

Ansonsten haben wir am Strand gesessen, einen kleinen Abschnitt des Abel Tasman Coastal Walk beschritten und den aufkommenden Sturm und den aufgewühlten Ozean beobachtet.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 1

Nun, dieses Reisetagebuch begann erst in der zweiten Woche unseres Roadtrips. Der geneigte Leser (und ich mich mittlerweile manchmal selbst) fragt sich jetzt, was war denn in der ersten Woche? Ist das geheim oder was war da los?

Nein, da war ich nur noch nicht entspannt genug und der Reisemodus noch im Anlauf.

Also wie ging’s nun los?

1. Ankunft und erste Unterkunft

Nach zwei anstrengenden Flugetappen sind wir wohlbehalten und extrem gut riechend in Christchurch gelandet. Nach der obligatorischen Abwicklung am Flughafen (Passkontrolle, Gepäck abholen) wird in Neuseeland das Gepäck nochmals gescannt, nicht das sich da noch der ein oder andere Apfel im Gepäck versteckt. Wir haben vorsichtshalber alles weggeschmissen, leider auch die übrige Schokolade, Kekse und Kaugummis. Danach schnuppert einen noch ein Hund am — Gepäck, oder was dachtet ihr? Dann ist man endlich angekommen.

Beim Mietwagen gabs nochmal bissl Aufregung und Verzögerung , da kein Kindersitz da war. Am Ende haben wir einen bekommen, der gerade so noch passt. Aber der ist zum drin schlafen bequemer als nur so eine Sitzerhöhung. Zudem stellte sich als weiterer Vorteil heraus, das der ganze Kram vom der Rückbank nicht immer aufs Kind fällt 😉

Dann kurzer Einkauf in Christchurch und das Glück, in der Danish Bakery am Weg ein astreines Sourdough zu bekommen. Los ging’s in die Berge Richtung Arthurs Pass zur Porters Lodge (1,5h), die – sagen wir mal – zweckmäßig war. Das Wetter war jedenfalls erstklassig – auch am zweiten Tag, aber dazu irgendwann später mehr.

Für eine Handvoll Dollar

Heute ging’s weiter nach Takaka und in die vorletzte Unterkunft auf der Südinsel Neuseelands. Wir haben die Köpfe voll Eindrücke und es kommt uns eine Ewigkeit her vor, dass wir hier angekommen sind.

Die ein oder andere Unterkunft ist noch nicht im Voraus bezahlt gewesen, wie auch das Te Mahia Resort. Wir haben auch immer etwas Bargeld dabei, da manchmal bei Zahlung mit Kreditkarte so 1-3% aufgeschlagen werden. Heute wären 2,5% on top fällig gewesen, da haben wir uns entschlossen das Cash zusammenzukratzen und haben bar bezahlt. Damit waren fast alle unsere Barreserven dahin. Danach ging’s nach Nelson und Mittag essen im Gourmet Take Away Milton Street. Hier war ebenso eine KK Gebühr fällig, die wir mangels ausreichend Bargeld gezahlt haben. Danach noch ein Getränk in bar gezahlt und wir hatten noch genau 15 Dollar übrig.

14 Dollar davon mussten als Eintritt für den Founders Park (ist ein Gelände mit historischen Gebäuden, die in der Innenstadt abgebaut und hier als Freilichtmuseum ausgestellt werden) dran glauben, da hier keine KK akzeptiert werden. Da kamen wir uns dann vor, wie die älteren Leutchen an der Supermarktkasse, die ihr Portemonnaie der Kassiererin geben, damit die das passende Münzgeld zusammensucht. Alles ausgekippt und zusammengestoppelt.

Übrig blieb ein Dollar, der nicht reichte dem Kind ein Eis zu kaufen, was für Unverständnis sorgte.

Knapp kalkuliert, hat aber alles hingehauen. Der nächste ATM (Geldautomat) war unserer.

Im Freshchoice Supermarkt noch schnell ein paar Einkäufe erledigt und die Kühltheke an der man verschiedene Weine probieren kann bestaunt. Cool.

Zudem gibts in Nelson eine deutsche Fleischerei, deren Produkte auch im Freshchoice vorrätig waren. Probieren wir mal.

Die Fahrt von Nelson bis Takaka war ziemlich nervig, da in Nelson gerade Rushhour war und – am Ende – im Dunkel Serpentinen durch die Berge fahren nicht fetzt.