Tagesarchiv: 31. Juli 2026

Plant based

Gestern Abend schon hatte ich das Experiment Sauerteig im Urlaub gestartet. Ohne Waage, ohne Thermometer und natürlich ohne Knetmaschine. Vieles geht auch mit dem Messbecher, blöd ist aber, wenn man keine Ahnung hat, wieviel Gramm Sauerteig man eigentlich dabei hat. Also alles auf Augenmaß, schließlich hat das beim letzten Straße überqueren auch schonmal gepasst.

Von außen fast unscheinbar – The Pink Cottage

Bis zum Ergebnis galt es allerdings noch die Galloway Halbinsel zu erkunden und wir starteten dies mit einem Besuch der Logan Botanical Gardens. Bei blauen Himmel und zwischen allerlei buntem Geblüm fühlte sich das so gar nicht nach dem klassischen Schottland an.

Topfpflanzen für große Fensterbretter
Gartentor
Stylisches Gewächshaus

Absolute Empfehlung hier mal reinzuschauen. Im ozeanischen Teil kam Neuseeland Feeling auf. E konnte die Kois im Teich trainieren und sich unter der dichten Krone eines Rhododendronbaumes verstecken und ihn zum Kletterwald umfunktionieren. Vorbeilaufende Besucher wunderten sich über den sprechenden Baum. Seit Herr der Ringe aber eigentlich nichts besonders mehr.

Importierte Baumfarne
Ohne Ko-I geht nichts mehr

Ein kurzer Imbiss im Café des Gartens und Zack ging es schon weiter Richtung des Leuchtturmes an der Südspitze. Der Port Logan Fish Pond am Wegesrand wurde selbstverständlich noch erkundet. Eine irgendwie skurrile und doch faszinierende Attraktion. Eine Art Meeresaquarium direkt am Meer, geführt von einem raubeinigen, schottischem Fischer.

Eingemauerter Fischtümpel
Ausgestelltes Meeresgetier
Stachelige Knipex

Nach einer gefühlten Ewigkeit auf einer einspurigen, von unzähligen Schafen gesäumten Landstraße, allerdings mit sehr gut ausgewiesenen Passing Places, standen wir dann vor dem Mull of Galloway Lighthouse. Die Wolken schoben sich beiseite und die Sonne ließ das Meer glitzern und funkeln, wie einen Piratenschatz.

Wäre auch ein schönes Lego Modell
Felsen in der Brandung
Flamingo
Steil abfallender Strand

Belfast lag nur 42 Meilen übers Meer entfernt und Irland zeichnete sich am Horizont ab.

Wieder zurück in der – einem Hochglanzmagazin für Home & Living entsprungenen – Unterkunft, wartete ein blubbernder Teigklumpen auf seine finale Form.

Der Blob

Also den Herd hochgefahren und mit Spannung auf das Ergebnis gewartet. Der Backofen hatte eine verspiegelte Scheibe, d.h. das Brot konnte rausschauen, ich aber nicht rein. Style over Function. Das hier wahrscheinlich nicht oft gekocht oder gebacken wird, konnte man an den zahlreichen, sich noch auf dem Geschirr befindlichen, Aufklebern unschwer erkennen.

Scotland Sourdough

Damit verabschiede ich mich aus dem „The Snug“ Privat Pub. Das letzte Bier ist ausgetrunken und der Kamin verdaut gerade den finalen Holzscheit.

Erstaunlich nah an meiner Webadresse

Final destination

Wir sind da.

Angekommen in Schottland. Und dann auch noch in einer Unterkunft, die sowas von der Hammer ist.

Wohlfühlbereich für Sauerteige
Ganz privater Mini Pub
Sonnendeck
Das ist mal ne Mini Bar

Gerade sitzen wir vorm knisternden Kamin im Mini Private Pub „The Snug @33“ und wärmen uns auf. Damit Grüße nach Deutschland, wo man sich das wohl gerade eher schlecht vorstellen kann.

We didn‘t start the fire… oder vielleicht doch?

Die Butze hat mehr Details als die Hot Shots oder nackte Kanonen Filme und je öfter man schaut, um so mehr bekommt man mit. Es ist ein gelungener Mix aus rostigem Industriecharme, altem Gehölz und modernen Elementen.

Drunken Octopus – Extended Version

Zurück zum Tagesstart. Hier war zunächst Packen und Auszug angesagt. Erstaunlich, wieviele Ecken man noch mit Kram vollstopfen kann.

First Class Lounge by E

Mehr als 3h Fahrt lagen vor uns. Zunächst musste nochmal der ASDA Supermarkt besucht werden, da E eine bestimmte Fleecedecke in grün mit Gänseblümchen kaufen wollte, allerdings gab es das Modell nicht mehr und jetzt haben wir eine Pinke mit Schleifen, was eindeutig fast dasselbe ist.

J hatte in unserer Unterkunft in einem Buch von den hier in Cumbria heimischen Fell Ponys gelesen und gewisse Ähnlichkeiten mit unserem Huftier festgestellt. Um besser vergleichen zu können, sind wir kurzerhand zu einem Hof gefahren, der eigentlich Reitausflüge anbietet und haben dem sichtbar beschäftigten Inhaber bissl überfordert. Trotzdem war ein kurzer und netter Plausch drin. Gesehen haben wir die Ponys natürlich auch.

Jeder nur ein Pony

Es folgte die Durchquerung des Lake Districts Richtung Norden. Eine wirklich schöne Gegend, doch zu dieser Jahreszeit einfach zu voll. Unsere geplante Wanderung haben wir kurzerhand gestrichen, auch mangels freier Parkplätze. Mittag gab’s dann aus der Campingküche auf einem Hochplateau, das ziemlich zugig war.

Vor 2 Sekunden ist hier ein Düsenjet im Tiefflug durch, Top Gun auf britisch
Eine der sehr raren Parkmöglichkeiten
Streetfood

So gestärkt war das nächste Ziel eine Tankstelle und dann das Meer begrüßen. Diesel kostet hier so um die 1,80 £, was etwa 2,10 € entspricht. Das Meer war gerade mal wieder abgeebbt, was uns eine Wanderung über den Meeresgrund ermöglichte und das Gepäck um eine Tüte voll harter Schalen von Weichtieren erweiterte.

Meer so: „Komme gleich wieder“
Später gut als Fossilien geeignet

So hier im schummrig beleuchteten Privat Pub sitzend und diese Zeilen tippend, erinnere ich mich gerade an viele Dinge, die ich hier Schottland schon erlebt habe. Und an die Menschen, die meine Begeisterung für diesen rauen Flecken Erde geweckt haben und die leider viel zu früh diesen Planeten wieder verlassen haben. Cheerio, T und N.

„Sitzen hier und trinken Bier, die Welt ist in Ordnung“ ist auch schlecht gealtert.