Wir sind zurück, die Fahrt war zum Glück wenig spektakulär und nach 4:30 h pünktlich beendet.


Und was macht der gemeine Thüringer, wenn er daheim ankommt und es gerade keine Klöße gibt?

Wir lesen uns!
Wir sind zurück, die Fahrt war zum Glück wenig spektakulär und nach 4:30 h pünktlich beendet.


Und was macht der gemeine Thüringer, wenn er daheim ankommt und es gerade keine Klöße gibt?

Wir lesen uns!
Die Überfahrt war trotz der Länge von fast 17h ziemlich schnell rum. Zu schnell fast, da wir uns – nachdem wir Punkt 8:00 Uhr per Lautsprecher geweckt wurden – beim Frühstück Zeit gelassen haben bis plötzlich ein Leuchtturm und 3G (!) Empfang auf dem Handy das Festland ankündigten. Also schnell aufs Deck und die Einfahrt in den Hafen bestaunt.


Das wir bissl spät waren, merkten wir an der Menschentraube vor unserem Kabinengang und der Absperrung, die aber netterweise für uns geöffnet wurde. Also alles zusammengerafft und durch’s Gewusel runter ans Auto.

Just in time, im Gegensatz zu den Schweizern im abgerockten WoMo vor uns. Aber auch die schafften es noch und wir fuhren zurück aufs Festland.

Die Passkontrolle war auch relativ zügig durch und dann hieß es wieder rechts fahren und Obacht am nächsten Kreisverkehr. Über die Autobahn, vorbei an Ungetümen aus Beton und Glas, die deren Ränder säumten, wie Rasenkantensteine den gepflasterten Gartenweg.
Amsterdam war uns eine Nummer zu groß, daher wählten wir Arnheim als sehenswerte Stadt in den Niederlanden aus, um uns am vorletzten Tag noch etwas Große-Weite-Welt-Gefühl zu geben, was erstaunlich gut gelang.


In der Stadt herrschte reges Treiben und es war sofort klar, wer hier das Sagen hat. Kamikaze-Radfahrer, die förmlich nur darauf warteten uns mit wildem Geklingel zum unkoordinierten Sprung nach rechts oder links zu ermutigen.

Die Stadt ist jedenfalls sehenswert und sogar unser Parkplatz etwas außerhalb (20min zu Fuß in die Innenstadt) war kostenfrei. Wir waren zunächst unsicher, ob wir wirklich nichts zahlen müssen, aber bei der Eingabe unseres Kennzeichens im nächstgelegenen Parkautomaten, meinte dieser „Nö ,euer Kennzeichen steht nicht hier im Bezahlbereich“. Erstaunlich und erschreckend zugleich.



Die Nacht verbringen wir, wie am Anfang der Reise auf dem Wasserbüffelhof direkt hinter der Grenze.


Wir sitzen gerade auf einer etwas unbequemen Bank auf der Fähre nach Amsterdam und genießen die Aussicht auf das letzte sichtbare englische Festland, was in Zeitlupe an uns vorbeizieht. Bald werden auch die letzten 5G Wellen verschwunden sein und dann ist die Frage, ob das Bordnetz hier gegen Entgelt einspringt oder Digital Detox mal als Alternative in Betracht gezogen wird. E protestiert bisher (noch) nicht.



Update: geht auch ohne (wie ihr auch am verspäteten Eintrag hier seht)
Unser letzter Tag war gut ausgefüllt und am Ende war’s tatsächlich etwas knirsch, da wir durch Newcastle fast nur durch Nebenstraßen geschlichen sind und damit so ziemlich die letzten auf dem Kahn waren.

Die Kabine ist um einiges kleiner als die auf der viel kürzeren Hinfahrt. Dafür bietet das DFDS Schiff an sich einiges mehr. Das reservierte Abendessen war jedenfalls sehr gut und das Buffet mit sehr viel internationaler Küche gefüllt. Sogar an Kino und einen Nachtclub mit diversen Gewinnspiel wurde hier gedacht.


Unser Weg nach Newcastle an den Rand der Insel startete mit dem Besuch einer kleinen Bäckerei in Haddington namens „Station House Bakery“. Diese lag etwas ungewöhnlich in einer Art Garagenanlage, in einer Blechhalle mit Verkaufsfenster. J hatte sie gestern Abend im unendlichen Internetz entdeckt. Eine sehr gute Auswahl an Sauerteigbroten, Baguette und leckeren Croissants lockte ein illustres Publikum an. Perfekt für das Frühstück morgen auf dem Schiff und eine gute Möglichkeit die nagelneue 20 Pfund Note doch noch im Ursprungsland verbleiben zu lassen.


Zweiter Stopp war dann der ASDA in Dunbar für einen Mittagssnack und einiges an Süsskram.
Mittag auf dem Supermarkt Parkplatz hatte dann doch wenig Stil, wenn das Meer gleich um die Ecke ist. Allerdings wäre es dort wohl windstiller gewesen und der Blattsalat nicht ständig von der Gabel geweht worden.




Letzter Tag und Strand gehören untrennbar zusammen, es sei denn es ist Urlaub in den Bergen. Daher stand als letzter Stopp noch der gut belebte Strand in Blyth auf der Liste. Das hatten wir uns etwas lauschiger vorgestellt.



Ahoi.
Heute sagten wir dem Landleben „Cheerio“ und stürzten uns mitten in die große Stadt. Edinburgh verschluckte uns buchstäblich zwischen unzähligen Menschen wie Walter in einem Wimmelbild.

Bei den zuvor besuchten Kelpies in Falkirk kamen wir den Besucherstrom noch etwas zuvor. Gut das wir den Schäferwagen schon 10:00 Uhr räumen mussten. Zwei Schubkarrenladungen brauchte es und dann war der eine Wagen leer und der andere wieder randvoll.


Um die große Stadt zu besuchen, entschieden wir uns für die Nutzung des Park & Ride Parkplatzes am Flughafen. Von dort fährt die Tram bis in die Innenstadt, zumindest, wenn dort nicht gerade ein Kaufhaus gebrannt hat und damit ein Teil der Strecke gesperrt ist. Also aufgrund der begrenzten Zeit für die Big City, fuhr uns dann Christopher direkt in die Princess Street. Uber sei dank.

Angekommen mitten im Strudel der Einkaufsmeile, erschien uns ein Besuch der Streetfood Area eine gute Möglichkeit sich sowohl langsam an die Stadt und viele Menschen zu gewöhnen, als auch satt zu werden. Wirklich gutes Essen und ein kühles Pint sorgten für die nötige Gelassenheit uns an Edinburgh anzupassen. Der 20 Pfund Schein, der schon länger bei uns daheim rumlungerte, sollte auch noch auf den Kopf gehauen werden, was allerdings zunächst misslang, da die jungen Leute in den Foodtrucks sicher noch nicht geboren waren, als die Banknote im Umlauf war.


Der Versuch, diesen in einer Bank zu tauschen, klappte auch nicht, da wir keine Kunden der Barclays sind. Der Tipp, dass wir den Schein im Post Office tauschen können, war hilfreich und wir sind nun im Besitz einer neuen 20 Pfund Banknote, die wir sicher wieder direkt mit nach Hause nehmen.

Danach konnte E sich endlich beim shoppen austoben. Das St. James Quarter Einkaufszentrum war da endlich mal eine gute Gelegenheit, da es hier Unmengen an aktiven Geschäften gab, ganz im Gegensatz zum Manchester Desaster zu Beginn dieser Reise. Die Schlange vorm Sephora haben wir allerdings direkt abgewählt. Der Lego Store hingegen durfte nicht fehlen, auch hier gab’s einen Einlass wie im exklusiven Club, doch wir hatten eine günstige Zeit erwischt. Die Klamottenläden spare ich hier mal aus, für mehr Infos wendet euch vertrauensvoll an E.



Nach dem die Kreditkarte wieder abgekühlt war ging’s auf die Royal Mile und die High Street hoch zum Schloss. Dort war schon alles abgesperrt und vorbereitet für das Military Tattoo, welches morgen hier startet. Genau einen Tag zu spät, wenn ihr mich fragt. Die Stahlkonstruktion für die Zuschauertribünen, die in den Burghof getrümmert wurde, war ziemlich beeindruckend. Jeden Abend bevölkern dort jeweils ca. 9.000 Menschen die Tribünen und schauen sich die Show an.




Hinter dem Schloss ging es wesentlich ruhiger zu, hier fuhren gerade die Busse der Teilnehmer des Tattoos unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vor und wir bekamen sehr farbenfrohe Uniformen zu sehen. Es wirkte alles sehr routiniert und abgeklärt.


Wieder unten angekommen war unser Uberfahrer Aqeel mit seinem Toyota dann schnell da und brachte uns zurück zu unserem eigenem Auto, was noch brav auf den Park & Ride auf uns wartete. In die Stadt zu fahren ist gar nicht so sehr das Problem, aber dort einen Parkplatz zu finden schon. Buenos Aires ist auf jeden Fall anspruchsvoller.
Angekommen in der letzten Unterkunft auf der Insel, entsagten wir dem Verlangen, selbst die Rester der Verpflegung zu verkochen und fuhren nach Haddington in einen Pub, um uns dort mit gutem Essen und schottischen Bier verköstigen zu lassen, was diesmal auch hervorragend gelang.



Gute Nacht Schottland.
Nach einer etwas unruhigen Nacht im Schäferwagen – es fehlten einfach die Schafe zum zählen – war unser Ziel heute Killin, etwa eine Stunde nördlich von unserem aktuellen Standort. Gelb leuchtende Schilder hatten uns gestern unterwegs auf die dort, am ersten Mittwoch im August, stattfindenden Highlandgames hingewiesen. Wie es der Zufall wollte, war heute genau dieser beschriebene Mittwoch.

Die Freude über das gute Wetter hielt ungefähr 15 Minuten Fahrt in den Norden. Dann durchschnitt abermals feinstes schottisches Regenwasser die Luft. Unsere Ankunft in Killin offenbarte uns dann, unschwer erkennbar an der Fahrweise mancher Verkehrsteilnehmer, dass auch viele andere Touristen sich dort eingefunden hatten. Die mit günstigen 2£ Parkgebühr benutzbare Wiese, ließ uns ein weiteres Mal nicht bereuen, dass wir ein Allradfahrzeug lenkten.

Auf dem Weg zum Gelände regnete es noch intensiver, so dass der örtliche Outdoorladen sicher den Umsatz des Jahres mit Regenponchos und Gummistiefeln machte. Eine sehr nette Mitarbeiterin, die uns gleich als Deutsche identifizierte, da sie selbst eine war, half uns noch ein paar Wellies für E zu finden. Sie meinte, sie haben den Wetterbericht beobachtet und waren sehr gut auf den Ansturm präpariert.
Das es keine 15 Minuten später aufhörte zu regnen, muss ich hier sicher nicht separat erwähnen. Das Event war gut besucht, Menschen und Hunde zu ungefähr gleichen Teilen.




Begleitet von einer Vielzahl von unterschiedlichen Dudelsack Klängen – jeder Piper trainierte irgendwie für sich, bis er dran war – wurde getanzt, Gewichte hoch bzw. weit geworfen, Berge hinaufgerannt und mit vielen Verkaufsbuden den Besuchern allerlei Kurzweil geboten. Viele Dinge fanden gleichzeitig statt, da hier wohl ein straffer Zeitplan herrschte, der sich mir leider nicht erschloss. Baumstammwerfen – mein Favorit – war entweder schon vorbei oder kam erst am Ende.

Bis auf die wirklich miese Kulinarik auf dem Fest, war es durchaus ein Erlebnis hier mal live vor dieser Naturkulisse dabei zu sein.


Als ob es damit noch nicht genug schottisches Klischee war, stand auf der Rückfahrt noch der Besuch der Deanston Distillery in Doune an. Scotland ohne den Besuch einer Whiskey Brennerei, macht einfach keinen Sinn.


Moment, irgendwas fehlte doch noch. Aufmerksame Schottländer wissen sofort, was ich meine: Natürlich, eine Burg. Auch da bot sich Doune mit dem gleichnamigen Castle an, welches schon mehrfach als Filmkulisse herhalten musste.

Das Städtchen an sich, ist auch sehr sehenswert.

Letzte Nacht kam hier mächtig Wasser vom Himmel und trommelte ordentliche Solos auf das Dach des Hauses am See.
Heute Morgen war von Enten nicht eine Feder zu sehen. Sie haben die Belagerung aufgegeben oder wussten wir verschwinden sowieso heute von selbst.
Das schottische Wetter sollte uns noch die ganze Fahrt begleiten. Unser Weg führte uns nach Osten in die Nähe von Stirling, dort wartet die nächste trockene Unterkunft auf uns. Jetzt nochmal mit Camping abzusaufen, hätte das gleiche für die Urlaubsstimmung bedeutet.

Da wir weiterhin eine Weile im Nichts unterwegs waren, welches die großen Supermärkte noch nicht erschlossen hatten, stoppten wir an einem kleinen, super gut sortierten und ausgestatteten Dorfladen, um einen Einkauf zu erledigen. Sehr nettes Personal und absolut wert, dieses zu unterstützen.


Wie wir dann da so am Auto standen und einpackten, kam ein wild hupendes Auto angefahren, beschriftet mit dem verheißungsvollen Slogan „Fresh Fish“. Nachdem wir einige Einheimische beobachtet hatten, die trotz ihres offensichtlich fortgeschrittenen Alters herbeigeeilt kamen, um sich mit feinsten Flossengetier einzudecken, musste das auf jeden Fall besser als von jedwedem Bofrostmann sein. Also kurzerhand angestellt und beim – von Midges geplagten – Verkäufer leckeren Seebarsch und Räucherfisch erstanden. Das wir wenig Bargeld dabei hatten, störte ihn wenig, da man selbst hier an seinem Wagen mit Karte zahlen konnte.


Wieder auf der Piste, die heute sehr gut mit Blech gefüllt war, wählten wir aufgrund eines Parkplatzmangels das ausgesuchte Mittagsrestaurant ab und versuchten unser Glück beim nächsten.

Wir hatten uns schon auf Klassiker wie Fish&Chips, Burger oder Hühnchen gefreut. Leider gabs nur Suppe, Sandwich und Pommes.


Der Einkauf bei Smiddy im Farmshop fiel daher etwas umfangreicher aus, damit das Abendessen hier wieder Punkte gut machen konnte.

Jetzt fragt sich der ein oder andere sicher, wo steht denn dieser gedeckte Tisch und wo verbringt ihr die Nacht?
In einem – Trommelwirbel – Schäferwagen. Der steht einsam auf einer Wiese und man muss das Gepäck mit der Schubkarre hierher fahren, da das Auto sonst die Wiese zerwühlt, wie ein Maulwurf den Schrebergarten.

Angekommen vor dem Wagen galt es dann noch den Schlüssel im Blumentopf zu finden, was uns nicht gelang. Nachdem wir fast alle Pflanzen ausgegraben hatten, entschieden wir uns doch für einen erhellenden Anruf beim Vermieter.

Endlich zeigte sich der Wagen uns gegenüber aufgeschlossen und offenbarte uns sein Innerstes.

Eine sehr schöne, abgeschiedene Unterkunft, modern ausgestattet und gemütlich. Da war er wieder, der Wohlfühlfaktor, den wir die letzten Nächte etwas vermisst hatten.

Der Abend gestern war noch um einiges länger als erwartet. Die Enten blieben friedlich, auch wenn sie die Truppenstärke gegen Abend massiv aufgestockt hatten.

E hatte beim Zubettgehen leider eine Zecke entdeckt und die musste natürlich noch raus. Da dauerte länger als erwartet und brachte entsprechende Aufregung mit sich. Daher haben wir für heute beschlossen, mal einen lazy day einzulegen. Das Haus am See hat einen Ofen, der seit heute Morgen brennt.
Der WhatsApp Status von Freunden verriet, dass sie gestern in Glasgow gelandet waren und eine Woche Schottland vor ihnen lag. Da haben wir uns sehr über den Zufall amüsiert und kurz die Reisepläne ausgetauscht. Als sie dann heute früh schrieben, dass sie kein Ticket für die Fähre der Isle of Mull mehr ergattern konnten, haben wir kurzerhand beschlossen uns zu treffen. Was man in Deutschland in Monaten nicht hinbekommt, klappt in Schottland ganz easy. Naja, easy ist bissl übertrieben, den die zwei fuhren in eine Strassensperrung auf den hier üblichen einspurigen Straßen. Die Bauarbeiter waren wohl aber ganz umgänglich und ließen die Autos, nachdem frisch asphaltiert war, passieren.

Der Begrüssungs-Prosecco des Hauses am See kam sehr gelegen, diese Zusammenkunft zu feiern.

Danach im kleinen Café hier im Dorf noch diverse Kleinigkeiten vertilgt und gequatscht.
Es blieb sogar noch etwas Zeit für eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall, die E zugunsten einer Chillsession im Haus am See ausließ – was aufgrund der Anzahl der Zecken, die meinten, sich als blinde Passagiere auf unseren Hosenbeinen transportieren zu lassen, keine so schlechte Idee war.



Alles in allem ein sehr spontaner, entspannter und gelungener Tag. Schön das ihr da wart! Wir sehen uns spätestens im nächsten Urlaub 🙂
Den Abend ließen wir wieder mit ein, zwei Design Büchsen Bier ausklingen. Zudem sammelten sich die Enten wieder direkt unten am See. Irgendwas führen die im Schilde.

Die Campingnacht war besser als erwartet und der Stellplatz doch nicht der schlechteste. Nach dem Frühstück ging’s direkt 5 min weiter in den Benmore Botanical Garden, der mit einem sehr weitläufigen Gelände und einer Allee aus Redwoods auftrumpfte.

Also hier waren eher die großen Gehölze die Stars, die brauchten eben auch Platz.

Hier kann man endlos Zeit verbringen und eine komprimierte Wald-Reise ohne Jetlag über sämtliche Kontinente machen.


Nach dem Verlassen des Gartens war unser Plan nach ca. 40 Minuten Fahrt in einen Pub einzukehren und sich ein umfangreiches und wahrscheinlich teilfrittiertes Mittagessen einzuverleiben. Die Straße führte direkt am spiegelglatten Loch Eck nach Norden und auf der Suche nach einem Fotospot war da plötzlich eine kleine Einfahrt links.

Es war so muggelig dort, das nicht nur die Handy-Foto-Speicher überquollen, sondern auch die nächsten Instantnudeln in den Bechern.



Nächster Stopp war eine kleine Brauerei oberen Ende des Loch Fyne – einem weiteren See auf der heutigen Reise – wenn es schon der Pub nicht geworden ist. Hier konnten wir uns mit allerlei Blechdosen feinster schottischer Braukunst versorgen.

Danach westlich am Loch Fyne wieder nach Süden, um dann direkt am Loch Awe wieder nördlich zu fahren. Dort erwartet uns heute tatsächlich das Haus am See. Die kleine Straße dorthin war die Fahrt schon wert. Einfach spektakulär und immer mit dem Nervenkitzel plötzlich Gegenverkehr zu haben.


Mittlerweile sind wir am Haus am See eingezogen und beobachten eine Schar von Enten, die hier am Ufer lauern. Der Ausblick ist landschaftlich anspruchsvoll, das Haus steht schon länger hier und bot neben einem frischen Anstrich auch eine neue Terrasse mit Bepflanzung. Die Messlatte liegt allerdings schon so weit oben, da kommt wahrscheinlich nichts mehr dran.




Gegen 18:00 tippten wir den Code der Schranke zum Secret Glenn Campground ein. So geheim ist der gar nicht, denn er liegt direkt an der A815. Majestätisch erhob sich der Schlagbaum und wir drehten zwei Runden um den letzten der 16 Stellplätze zu besiedeln.
Man hatte uns freigestellt, zwischen 6-16 einen Platz auszusuchen, leider waren wir dafür wohl zu spät und der letzte freie Platz war die Nummer 12. Auf Schotter – passend zu Schottland – und direkt am Trafohäuschen. Wir haben zumindest den frischsten Strom auf dem Platz.

Ansonsten ist hier alles sehr neu, schick und übersichtlich. Das schottische Wetter zeigt sich heute von der weithin bekannten, grauen Seite. Niesel und Wind tun ihr übriges unsere Campingnacht standesgemäß zu gestalten.
Als wir unser Design Cottage heute Morgen zurückließen, kitzelten noch Sonnenstrahlen unsere Nasenspitzen, während wir quer durch den Galloway National Forest Richtung Norden fuhren. Die kleine Wanderung am Loch Trool, zur Auflockerung der heutigen Fahr-Etappe, führte uns durch einen bemoosten Wald mit Ausblicken auf den See. Die besten Stellen waren hier oft mit Zelten belegt und bieten deren Insassen sicher spektakuläre Naturerlebnisse und Rückenschmerzen.


Da E gerade eine 5-Minuten-Terrine-Phase hat (warum auch immer) hatten wir uns hier im ASDA mit verschiedenen Alternativprodukten ausgestattet. Von Japanisch bis Britisch, alles dabei. Die testen wir gerade in den kleinen Mittagspausen, wenn wir mal schnell im Grünen was „kochen“. Einige davon sehen tatsächlich aus, wie das Fischfutter, das mein Opa früher den Goldfischen verabreicht hat. Andere sind wiederum gar nicht mal so übel.

Nach dem Spaziergang wurde also noch schnell eine Verkostung angesetzt.

Die weitere Route durch den Nationalpark führte über eine wenig befahrene, sehr lauschige und mit besten Aussichten gespickte One Lane Road.


Im später angesteuerten Farmshop und Tearoom war es so voll, dass sich schon vor dem Shop eine lange Schlange gebildet hatte. Da sind wir eindeutig zu wenig britisch und haben nach 3 ewig langen Minuten unseren Platz wieder freigegeben. Auf der Wiese vor dem Shop gab es dann noch eine visuelle Entschädigung für den Umweg.

Der folgende Besuch im Morrisons Supermarket füllte die Biervorräte wieder auf den Mindestbestand und vor uns lag nur noch die Überquerung des Firth of Clyde Meeresarmes via Fähre.



Gestern Abend schon hatte ich das Experiment Sauerteig im Urlaub gestartet. Ohne Waage, ohne Thermometer und natürlich ohne Knetmaschine. Vieles geht auch mit dem Messbecher, blöd ist aber, wenn man keine Ahnung hat, wieviel Gramm Sauerteig man eigentlich dabei hat. Also alles auf Augenmaß, schließlich hat das beim letzten Straße überqueren auch schonmal gepasst.

Bis zum Ergebnis galt es allerdings noch die Galloway Halbinsel zu erkunden und wir starteten dies mit einem Besuch der Logan Botanical Gardens. Bei blauen Himmel und zwischen allerlei buntem Geblüm fühlte sich das so gar nicht nach dem klassischen Schottland an.



Absolute Empfehlung hier mal reinzuschauen. Im ozeanischen Teil kam Neuseeland Feeling auf. E konnte die Kois im Teich trainieren und sich unter der dichten Krone eines Rhododendronbaumes verstecken und ihn zum Kletterwald umfunktionieren. Vorbeilaufende Besucher wunderten sich über den sprechenden Baum. Seit Herr der Ringe aber eigentlich nichts besonders mehr.


Ein kurzer Imbiss im Café des Gartens und Zack ging es schon weiter Richtung des Leuchtturmes an der Südspitze. Der Port Logan Fish Pond am Wegesrand wurde selbstverständlich noch erkundet. Eine irgendwie skurrile und doch faszinierende Attraktion. Eine Art Meeresaquarium direkt am Meer, geführt von einem raubeinigen, schottischem Fischer.



Nach einer gefühlten Ewigkeit auf einer einspurigen, von unzähligen Schafen gesäumten Landstraße, allerdings mit sehr gut ausgewiesenen Passing Places, standen wir dann vor dem Mull of Galloway Lighthouse. Die Wolken schoben sich beiseite und die Sonne ließ das Meer glitzern und funkeln, wie einen Piratenschatz.




Belfast lag nur 42 Meilen übers Meer entfernt und Irland zeichnete sich am Horizont ab.

Wieder zurück in der – einem Hochglanzmagazin für Home & Living entsprungenen – Unterkunft, wartete ein blubbernder Teigklumpen auf seine finale Form.

Also den Herd hochgefahren und mit Spannung auf das Ergebnis gewartet. Der Backofen hatte eine verspiegelte Scheibe, d.h. das Brot konnte rausschauen, ich aber nicht rein. Style over Function. Das hier wahrscheinlich nicht oft gekocht oder gebacken wird, konnte man an den zahlreichen, sich noch auf dem Geschirr befindlichen, Aufklebern unschwer erkennen.

Damit verabschiede ich mich aus dem „The Snug“ Privat Pub. Das letzte Bier ist ausgetrunken und der Kamin verdaut gerade den finalen Holzscheit.
