Archiv des Monats: Mai 2019

Kartoffeln, Spinat & Ei…

…gab es gerade als Abendessen. Selbst gekocht natürlich und mit den frischesten neuseeländischen Zutaten. Ist aber immer wieder eine Herausforderung, da die Kücheneinrichtung hier immer etwas unterschiedlich ausfällt. Aktuell haben wir so einen alten Herd, wie wir die aus den USA kennen.

Ansonsten haben wir es heute wieder etwas ruhiger angegangen. Schönes Frühstück zuhause – bis zur Fähre am Sonntag müssen wir das meiste unserer Vorräte aufbrauchen, da dass Auto auf dieser Insel bleibt und wir auch das Gepäck einchecken müssen – danach kurz nach Tanaka und ein paar neue Sachen gekauft – Paradox!

Es gibt hier eine Menge deutsche Auswanderer hier, auf der Suche nach Brot sind wir im Takaka Infusion gelandet, einem schicken Café mit deren Inhabern wir auch deutsch sprechen konnten. Die Backwaren dort sind wirklich ausgezeichnet.

Auch die Gemüseverkäuferin kam aus dem Schwarzwald, wie sich herausstellte.

Ansonsten haben wir am Strand gesessen, einen kleinen Abschnitt des Abel Tasman Coastal Walk beschritten und den aufkommenden Sturm und den aufgewühlten Ozean beobachtet.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 1

Nun, dieses Reisetagebuch begann erst in der zweiten Woche unseres Roadtrips. Der geneigte Leser (und ich mich mittlerweile manchmal selbst) fragt sich jetzt, was war denn in der ersten Woche? Ist das geheim oder was war da los?

Nein, da war ich nur noch nicht entspannt genug und der Reisemodus noch im Anlauf.

Also wie ging’s nun los?

1. Ankunft und erste Unterkunft

Nach zwei anstrengenden Flugetappen sind wir wohlbehalten und extrem gut riechend in Christchurch gelandet. Nach der obligatorischen Abwicklung am Flughafen (Passkontrolle, Gepäck abholen) wird in Neuseeland das Gepäck nochmals gescannt, nicht das sich da noch der ein oder andere Apfel im Gepäck versteckt. Wir haben vorsichtshalber alles weggeschmissen, leider auch die übrige Schokolade, Kekse und Kaugummis. Danach schnuppert einen noch ein Hund am — Gepäck, oder was dachtet ihr? Dann ist man endlich angekommen.

Beim Mietwagen gabs nochmal bissl Aufregung und Verzögerung , da kein Kindersitz da war. Am Ende haben wir einen bekommen, der gerade so noch passt. Aber der ist zum drin schlafen bequemer als nur so eine Sitzerhöhung. Zudem stellte sich als weiterer Vorteil heraus, das der ganze Kram vom der Rückbank nicht immer aufs Kind fällt 😉

Dann kurzer Einkauf in Christchurch und das Glück, in der Danish Bakery am Weg ein astreines Sourdough zu bekommen. Los ging’s in die Berge Richtung Arthurs Pass zur Porters Lodge (1,5h), die – sagen wir mal – zweckmäßig war. Das Wetter war jedenfalls erstklassig – auch am zweiten Tag, aber dazu irgendwann später mehr.

Für eine Handvoll Dollar

Heute ging’s weiter nach Takaka und in die vorletzte Unterkunft auf der Südinsel Neuseelands. Wir haben die Köpfe voll Eindrücke und es kommt uns eine Ewigkeit her vor, dass wir hier angekommen sind.

Die ein oder andere Unterkunft ist noch nicht im Voraus bezahlt gewesen, wie auch das Te Mahia Resort. Wir haben auch immer etwas Bargeld dabei, da manchmal bei Zahlung mit Kreditkarte so 1-3% aufgeschlagen werden. Heute wären 2,5% on top fällig gewesen, da haben wir uns entschlossen das Cash zusammenzukratzen und haben bar bezahlt. Damit waren fast alle unsere Barreserven dahin. Danach ging’s nach Nelson und Mittag essen im Gourmet Take Away Milton Street. Hier war ebenso eine KK Gebühr fällig, die wir mangels ausreichend Bargeld gezahlt haben. Danach noch ein Getränk in bar gezahlt und wir hatten noch genau 15 Dollar übrig.

14 Dollar davon mussten als Eintritt für den Founders Park (ist ein Gelände mit historischen Gebäuden, die in der Innenstadt abgebaut und hier als Freilichtmuseum ausgestellt werden) dran glauben, da hier keine KK akzeptiert werden. Da kamen wir uns dann vor, wie die älteren Leutchen an der Supermarktkasse, die ihr Portemonnaie der Kassiererin geben, damit die das passende Münzgeld zusammensucht. Alles ausgekippt und zusammengestoppelt.

Übrig blieb ein Dollar, der nicht reichte dem Kind ein Eis zu kaufen, was für Unverständnis sorgte.

Knapp kalkuliert, hat aber alles hingehauen. Der nächste ATM (Geldautomat) war unserer.

Im Freshchoice Supermarkt noch schnell ein paar Einkäufe erledigt und die Kühltheke an der man verschiedene Weine probieren kann bestaunt. Cool.

Zudem gibts in Nelson eine deutsche Fleischerei, deren Produkte auch im Freshchoice vorrätig waren. Probieren wir mal.

Die Fahrt von Nelson bis Takaka war ziemlich nervig, da in Nelson gerade Rushhour war und – am Ende – im Dunkel Serpentinen durch die Berge fahren nicht fetzt.

Nachtrag „extra großes Bett“

Da die letzte Nacht durchaus erholsam war (drei Betten vorhanden) noch ein paar Worte zum „Schlafen“ im extra großen Bett.

Geht gar nicht, so fühlen sich Sardinen in der Büchse glaub ich, wenn einer von ihnen dann noch rotiert, wie ein Brummkreisel, ist es ganz aus. Mit entsprechend guter Laune startet man dann in einen zur Krönung mit trüben Wetter gespickten Tag.

Wir schauen nun schon voller Spannung auf unser Nordinsel Abenteuer, welches am 19. Mai seinen Anfang nimmt. Da haben wir nämlich einen Camper mit – tataa – einem Bett und einer Not-Hängematte. Das ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass in Wellington die Verleihfirmen eher rar sind (kein großer Flughafen) und uns diese Variante als bester Kompromiss erschien, um nicht mit einem Riesengefährt unterwegs zu sein. Schau mer mal.

Am Ende noch der Vergleich gestern Abend und heute:

Essen gegen schlechtes Wetter

Wir haben es geschafft. Der Farmers Market in Blenheim konnte sich heute über unseren Besuch freuen.

Obst und Gemüse sind wieder aufgefüllt und danach ging’s noch in den Countdown Supermarkt in der Hoffnung auf Clotted Cream. Leider Fehlanzeige, dafür gabs einen hochgelobten Naturjoghurt des gleichen Herstellers. Besser als nix.

Bis nach Blenheim war die Fahrt noch im Trockenen verlaufen, vorbei und durch viele Baustellen, hier gab es 2016 ein Erdbeben und die Straße war arg in Mitleidenschaft gezogen. Faul am Straßenrand – der direkt an den Ozean grenzte – standen nicht etwa die Bauarbeiter, sondern lagen unzählige Robben und genossen den Sonntag.

Nach Blenheim hielt das Mistwetter an und wir fuhren durch unzählige Weinbaugebiete, bei denen wir uns dann einfach eins herauspickten und kurzerhand zu einem späten Mittag einkehrten. „Allen Scott“ hat uns dann auch noch zwei Flaschen Wein verkauft, von denen sich eine gerade im Tiefkühlfach auf ihren Auftritt vorbereitet.

Letztendlich sind wir gut in unserer aktuellen Unterkunft in der Te Mahia Bay angekommen, auch wenn das letzte Stück durch dichten Regenwald und eine lenkintensive Strecke etwa Zeit gekostet hat.

Immer dabei

Am Anfang des Roadtrip steht meist ein überbordender Einkauf im Supermarkt. Das ist immer ein spannendes Erlebnis, weil es soviel Zeug gibt, was es bei uns nicht gibt. Also kauft man Sachen, die entweder am Ende absolut ungenießbar sind oder man findet seine treuen Begleiter für die ganze Reise.

Um eventuellen Nachahmern einen Eindruck zu geben was immer dazu gehört hier unsere absoluten Essentials:

    Salz & Pfeffer
    Wasser
    Kekse (speziell Shortbreads von Griffins)
    Schokolade (Whittaker’s)
    Bier (Speights Gold Medal Ale)
    Äpfel
    Brot (bevorzugt Sourdough)
    Packung Spaghetti
    Passierte Tomaten oder Tomatensauce
    Cracker
    Käse
    Milch
    Tee & Kaffee
    Chips (Copper Kettle Wood fired BBQ)
    Messer

Optional

    Butter
    Honig (Manuka)
    Bananen
    Müsliriegel
    Mehl
    Trockenhefe (für Pizzateig)
    Cornflakes
    Marmelade
    Brettchen (zum Brot schmieren und schneiden)
    Bacon
    Eier
    Gurke
    Tomaten
    Olivenöl
    Wein
    Aufwaschschwamm
    Küchenrolle
    Salami (auch für die Pizza)

Kaffee, Tee und Zucker sind meist in den Unterkünften vorhanden. Auch einen Wasserkocher findet man fast immer.

Bei allem anderen solltet ihr hier lieber zuschlagen, wenn es was gibt. Die Entfernungen zu den Einkaufsmöglichkeiten sind manchmal sehr weit und so schön eine Nacht im nirgendwo am Meer ist, mit knurrendem Magen macht es keinen Spaß.

Tierischer Tag

Der Tag begann mit einem schönen Frühstück. Die bereitgestellten Zutaten im Haus konnten wir mit unserem mannigfaltigen Vorrat prima upgraden.

Dann kam der Streichelzoo an die Reihe. Da es sogar ein Pferd gab, war die Welt absolut in Ordnung.

Daneben gab es mich allerlei anderes Streichelbares: Wasserbüffel, Merino Schafe, Lamas, Wallabys, Rehe, Waipities, Ziegen, Schweine und Kleingetier. Bewaffnet mit zwei Tüten Futter haben wir uns hier ausgiebig bei allen beliebt gemacht.

Nachdem wir ein knackfrisches Sourdough aus dem Four Square Supermarkt geangelt hatten, ging’s los Richtung Kaikoura. Das Meer wartete auf uns. Da die Sonne schien, bot sich ein Picknick geradezu an. Und wo könnte man das besser tun, als direkt an einer Pferdewiese. Die Hutablage des Mazda entpuppte sich als prima Tresen zum Brote schmieren und Wurst schneiden.

Der weitere Weg war eine ziemlich kurvenreiche Straße durch Schluchten und über kleinere Berge.

Auf dem letzten Abschnitt der Reise wurde der Himmel immer wolkenverhangener und Nebel zog auf.

Wir sind ziemlich pünktlich in Kaikoura aufgeschlagen und haben uns gleich zum Strand und der dort ansässigen Seebären-Kolonie aufgemacht. Erst haben wir nix gesehen, um dann festzustellen, dass sich die Felsen bewegen. Huch… die waren ganz nah.

Suchbild:

Gerade kommen wir vom örtlichen Takeaway, bei dem wir mal wieder fangfrischen Fisch im Teigmantel gegessen haben.

Da unser aktuelles Hotelzimmer eher klein ist und das „extragrosse“ Bett (übrigens auch das einzige!) eher maximal 1,50m misst, starten wir wohl morgen etwas früher, um Mittag auf einem Farmers Market zu sein und unsere Gemüsevorräte aufzufüllen.

Hanmer Springs

Nach einer kurzen Hafeninspektion in Lyttleton (ziemlich viel Holz und große Containerschiffe) und dem erneuten Kauf eines Pies (bei Hope River Pies) ging’s nach Norden.

Da wir auf dem Weg wieder Christchurch passieren mussten, waren uns die fünf Minuten Umweg für einen erneuten Besuch bei Grizzly Baked Goods nicht zu viel. Das Zeug ist wirklich sehr gut.

Ausgestattet mit dem Pie (der übrigens „Middle Earth Pie“ hieß und hervorragend mundete) und feinsten Backwaren entschieden wir uns den nächsten Strand anzusteuern und eine lange Mittagspause in der brennenden Sonne (22 Grad) zu machen. Große leuchtende Augen gabs beim Kind, als eine Reitergruppe am Strand vorbeigeritten kam und sogar anhielt, damit eins der Pferde gestreichelt werden konnte.

Nun ging’s wieder Richtung Berge nach Hanmer Springs, unterwegs noch kurz ein Weingut besucht und etwas für den gemütlichen Abend gekauft.

Wir haben eine prima Unterkunft bei sehr netten Kiwis. Hier ist sogar ein kleiner Tierpark, den unsere Gastgeber betreiben. Den schauen wir uns morgen mal an.

Lyttleton

Heute verbringen wir die Nacht in Lyttleton. Die Fahrt hierher hat für uns fast vier Stunden gedauert.

Der Neuseeland-Kenner wird sich jetzt fragen, Lyttleton? Das ist doch direkt bei Christchurch um die Ecke. Stimmt, aber wir haben die Fahrt dahin etwas gestreckt.

Zunächst ging es in ein Gewerbegebiet und bei der Breadman Organic Bakery vorbei, die hatten wirklich echtes dunkles Sauerteigbrot, zumindest schaut es von außen so aus. Anschneiden werden wir es morgen zum Frühstück, denn…auf dem Weg aus Christchurch raus kam uns noch Grizzly Baked Goods vor die Motorhaube. Das sah alles so gut aus, da haben wir unser Mittagessen eingekauft.

Danach sind wir über die Banks Halbinsel gecruist. Die Fahrt über die Summit Road ist sehr empfehlenswert, wenn man Zeit hat. Morgen habe ich sicher Muskelkater vom Lenken. Am Ende landeten wir in der Le Bons Bay. Da waren wir völlig allein und könnten ungestört unsere Sandburg bauen.

Unterwegs kamen wir in Little river an dieser cooler Unterkunft vorbei.

Echte Wohnsilos. Wenn das mal nicht das nächste große Ding wird.

Zum Abendessen gabs heute mal keinen Burger, sondern fangfrischen Fisch direkt am Hafen in der Fisherman’s Wharf. Sehr schmackhaft!