Das ist das Island, wie wir uns das vorgestellt haben. Nebel, Nieselregen und stoisch diesem Wetter trotzende Pferde.

Beim Start unserer heutigen Tour Richtung Golden Circle und einigen anderen kleinen Spots erhielt ich eine SMS (!), das mein Gepäck da ist und jetzt für die Lieferung vorbereitet wird.
Dabei hatte ich auf der Claim Website gestern schon eingestellt, ich hole es am Flughafen ab, da ich mir nicht vorstellen konnte, das sie uns wirklich hier draußen finden bzw. wir ja nicht in der Hütte warten würden. Antwort auf die SMS wurde mit Fehlermeldung abgebrochen. Der Claim existierte auch nicht mehr und machte eine Anmeldung unmöglich. Also fix auf die letzte Mail von Iceland Air geantwortet und um Rückruf gebeten. Leider beim Fahren den Anruf verpasst, jedoch konnte ich in einer eingetroffenen Mail einen Termin zur Abholung buchen. Morgen 14;00 am Flughafen ist Showdown.
Mit gut ausgelasteten Scheibenwischern ging es zum ersten Ziel unserer Tagestour.

Und wieder die obligatorischen Parkgebühren, aber wenig Autos und nicht überlaufen. Also die Regenklamotten an und los, ach stopp, die sind ja noch im abtrünnigen Koffer. Muss es halt so gehen. Ging auch ca. 5min gut, bis der Nieselregen einmal komplett seine Arbeit verrichte hatte.

Also die Klamotten danach strategisch im Auto verteilt und die Lüftung auf MAX. Selbst Js Sachen, sie hatte eindeutig die bessere Ausrüstung, waren durch.
Kurz überlegt, ob jetzt nicht heiße Quellen gut wären, dann festgestellt, dass die Badeklamotten nicht dabei waren. Weiter ging’s zum Gullfoss der ersten Attraktion des Golden Circle. Da war es schon sehr belebt, nichtsdestotrotz haben wir den kurzen Weg zum Wasserfall angetreten, um ihn mal im aufgetauten Zustand zu sehen.


Hier gibt es auch mittlerweile einen großen Souvenirladen, den wir gleichzeitig als Trockenkammer nutzten, bis die Busse kamen. Mir schwante für den nächsten Golden Circle Stopp, dem Strokkur Geysir schon schlimmes.
Tatsächlich waren dort die Busse schon eingefallen und man sah nur noch Menschen, was uns einstimmig dazu veranlasste, diese Attraktion einfach auszulassen. Ist meist ja eh nicht mehr, als heiße Luft.
Was war es damals 2011 noch leer hier, vor allem der Golden Circle ist sowas von überlaufen. Ich hatte schon viele Menschen erwartet, allerdings nicht so viele. Weiter im Programm ging’s dann zum Faxafoss, einem Wasserfall mit Lachstreppe, den wir nur mit etwa sieben weiteren Besuchern teilen mussten. Leider hatten die Lachse gerade keine Lust zum Treppensteigen.


Zum zweiten Mal vom Regen durchsiebt, entschlossen wir uns zur Rückfahrt, mit einem Umweg über Selfoss, da E jetzt auch gerne noch einen Hoodie mit Nutztiermotiv haben wollte. Leider gabs keine Größe S und alles andere wäre für sie eher ein Zelt, als eine Klamotte.
Auf dem Weg kamen wir noch an einem Vulkankrater (Kerið) vorbei, den wir bei schönem Wetter am Sonntag ausgelassen hatten, da es uns zu voll war. In Relation zu heute beobachteten Besucherzahlen, war das lächerlich. Der Regen pausierte gerade und gab uns die Gelegenheit mal schnell einmal um den Krater zu laufen.


Bevor wir sicher und wie ein guter, süffiger Weißwein, nämlich halbtrocken in unserer Hütte ankamen, galt es noch eine Familienzusammenführung zu organisieren.
Die frischen Adleraugen von E hatten beim vorbeifahren ein von der Stute getrenntes Fohlen erspäht. Es stand auf der anderen Seite des Zaunes und kam nicht zurück.

Die Ranch auf der wir am Sonntag den Ausritt hatten, lag ganz in der Nähe. Dort sind wir kurzerhand auf den Hof gefahren, wurden aber gleich von zwei aufmerksamen Hofhunden gestellt und entschlossen uns daher nicht auszusteigen, sondern per Anruf auf die missliche Lage des kleinen Fohlens aufmerksam zu machen. Das wurde dankbar angenommen und wir konnten später mit dem Fernglas beobachten, wie die beiden Pferde wieder vereint wurden.












































Die Gegend dort war auch sehr schön. Viele kurze Wanderwege zu Aussichtspunkten. Und ich habe (damals wusste ich es noch nicht) einen ziemlich bekannten Pilz (Entoloma hochstetteri) am Wegesrand entdeckt. Der sah selbst schon sowas von nach Halluzination aus und ist sogar auf dem 50 Dollar Geldschein hier abgedruckt.




Nach dem typischen Fish & Chips Mittag (es geht nichts über Blue Cod) haben wir einen Abstecher in die Wakatu Wetlands gemacht. Da waren wir ganz allein unterwegs. „Off the beaten track.“

