Monatsarchiv: Juli 2024

General Store

Nachdem uns heute früh das Housekeeping gleich zweimal innerhalb einer halbe Stunde zu verstehen gegeben hat, das „check out at 11am“ eher die absolute Obergrenze ist und in dem Motel am Highway nach 6:00 Uhr sowieso keiner mehr schläft, haben wir dann irgendwie gestresst unsere Sachen gepackt. Wir fühlten uns schon nach einer Nacht wie Otto Waalkes‘ Frau Surbier.

Endlich kann die motivierte Putzdame unser Zimmer aufräumen

Gestern wurden uns die Gallonen kontinuierlich aus dem Tank gesaugt, dafür war heute nur eine überschaubare Strecke zu absolvieren. Das Wetter fasse ich mal mit einem „Uff“ zusammen. Ein frühes und sehr leckeres Mittag gabs im Sugar Pine Company Café in Butte Falls.

Burger Brunch
Absolute Empfehlung in Butte Falls

Kleines amerikanisches Örtchen, wie man es sich so vorstellt, hier mal wieder ein Tipp: Einfach mal ein paar Runden um die Blocks fahren, also abseits der Main Road. Da steht dann oft ein schickes, gepflegtes Häuschen mit chromblitzenden Pickup direkt neben einer Bruchbude mit Privat-Schrottplatz davor. Was hier auch alles für alte Blech-Schätzchen stehen.

Der schafft die 88mph sicher nicht mehr

In der Nähe von Prospect, sind wir dann etwas durch den Wald spaziert zu hohen Wasserfällen (Mill Creek) und großen Felsen.

Man möchte da rein springen
Beim Eintauchen dampfte und zischte es kurz 😉
Gar nicht so kalt im Wald

Danach war uns – trotz Fußbad im Rogue River – heiß und wir besuchten den General Store um uns ein Eis zu kaufen. Das haben wir dann direkt vorm selbigen vertilgt und das bunte Publikum, was hier ein und aus ging beobachtet. Allein aus den 15min dort hätte man alle Charaktere für einen Quentin Tarantino Blockbuster zusammen gehabt.

Am Ende wurde es uns aber doch zuuu bunt und vor allem die Hunde schauten immer unfreundlicher, das wir uns trollten und Richtung nächster Unterkunft aufmachten.

Gemütliches Fleckchen

Die ist mal wieder so richtig zum wohlfühlen. Abgelegen oben im Wald an einer Ranch, mit Pferden vor der Haustür und ein Ort um mal alle viere gerade sein zu lassen. Da genießen wir jetzt standesgemäß ein Feierabend Bierchen aus dem General Store.

Séparée mit Himmelbett für E.
Blick von der Terrasse
Betagtes Pferd des Hauses (Cheyenne 32y)

Höhlenmenschen

E. hatte auf dem Campingplatz schnell Freunde gefunden und auch wir hielten heute Morgen einen kurzen Plausch mit den Mietern der Nachbarhütte. Sie kamen aus LA, aber wohl ursprünglich aus Argentinien und Venezuela. Eine interessante und angenehme Konversation entspann sich, über Urlaubsziele und Fußball. Und den unverschämt vielen Urlaub, den wir Deutsche haben.

Nochmal kurz am natürlichen Spielplatz am See

Schon fast bissl peinlich war uns, bei fast all ihren National Park Empfehlungen zu sagen: „Waren wir schon“. Bestätigte nur die Sicht auf uns dauerurlaubende Deutsche. Sie erzählte am Ende, das es ihr erklärtes Ziel sei, alle National Parks der USA bis zum Lebensende bereist zu haben. J.‘s Kommentar, dass es immer gut sei einen Plan zu haben, folge nur „that’s a typical German saying“ Die waren echt in Ordnung und es war schade, dass wir weiter mussten, wobei noch eine Nacht in der Hütte hätte uns vollends verlottern lassen.

Morgenstund hat Toast im Mund

Auf in den Norden, wir würden heute Kalifornien verlassen und die nächste Nacht wieder in Oregon, am Highway 140 in einem klassischen Motel verbringen.

Bis dahin waren aber noch 3h30min im mittlerweile ziemlich verstaubten Hyundai abzureiten.

Leben aus’m Kofferraum

Erster Stopp und Picknick war der Burney Falls State Park, leider war wiedermal unser favorisierter Trail den allgegenwärtigen Bauarbeiten unterworfen.

Schade, dann verbrennen wir eben nicht beim Wandern in sengender Hitze

Es war leider nicht viel kühler als gestern und der lange Weg im Auto, bei angenehmer Innentemperatur, kam nicht so ungelegen.

Der Highway, unendliche Weiten

Der nächste Zwischenstopp war auch perfekt auf die hohe Außentemperatur abgestimmt, wir ließen uns in den kalten und dunklen Höhlen im Lava Beds National Monument abkühlen.

Mit jeder Stufe nach unten fiel die Temperatur
Immerhin Strom hier, im Gegensatz zur letzten Hütte (Mushpot Cave)
Und wieder raus zum Aufwärmen (Skull Cave)

Auf dem Weg ins Motel noch schnell beim Hawaiianischen Take away ungeahnte Fleischberge in die Assiette gepackt bekommen und mit gefüllter Plautze nach einem kühlen Bier gelechzt. Dieser Durst ist mittlerweile gestillt, auch wenn noch ausgelaufene Olivenpampe in der Kühlbox (kauft doch lieber Olivenöl und vergesst den Pro-Tipp) und ca. 30 XXL Mücken im Zimmer beseitigt werden mussten. Beim ersten half Küchenrolle und bei letzteren klappte das gut mit dem sicher extra dafür bereitgelegten Touri-Prospekt, was die Viecher relativ leicht in zweidimensionale Abbilder ihrer selbst verwandelte.

Temperaturschwankungen

Wir sind heute gegen 10:30 Uhr in Richtung Lassen Volcanic National Park gestartet. es war bereits so heiß, dass wir es vermieden, das Auto länger zu verlassen.

Abschied von der Ranch

Unterwegs haben wir in Shasta noch einen Stopp eingelegt. Es gab hier ein klimatisiertes, historisches Museum mit kühlem Gefängnis im Keller zu besichtigen. Die Außenanlagen waren sicher auch sehenswert, aber bei 35°C hat man nur den Bedarf nach Schatten oder Abkühlung.

Besser hier drin als in der Hitze
Schnell zurück in den Knast

Die Temperatur stieg weiter an, so dass wir unsere Abkühlung in einem Safeway Supermarkt suchten und fanden. Weiterhin fanden wir hier auch unser Mittagessen, was aus Sushi, Chicken Nuggets, Wraps und nem fetten Ben & Jerrys Eis bestand. Und wo isst man das? Natürlich im Auto bei laufendem Motor und Klima auf Vollgas, wir passen uns ja an.

Schön kühl
Es sind Fahrenheit, aber auch ungerechnet noch sehr warm

Als wir den Nationalpark erreichten freuten wir uns über läppische 24°C, Tendenz fallend. Die Nationalpark Straße stand nun noch auf dem Programm, bevor wir wieder auf der kalten Turnmatte nächtigen.

Schlafen oder Bodenturnen

Diese ging weit hinauf bis auf 2.500m, wo tatsächlich Schnee auf uns wartete. Die Sonne tauchte selbst die abgebrannten Bäume in ein fantastisches Licht.

Wie große abgebrannte Streichhölzer

Den geplanten Trail konnten wir leider nicht laufen, da der noch im Schnee eingefroren war.

Ganz dünnes Eis

Daher blieb es bei er Rundfahrt. Unterwegs hatten wir dann noch eine Strassenblockade der etwas anderen Art.

Landstreicher Teddy

Zurück an am Bungalow starteten wir das zweite Grillevent des Urlaubs. Ich vermisse meinen Thüros und die Holzkohle.

Geduldsprobe

Dieser Brikett-Kram dauert mir einfach zu lange, vor allem wenn sich langsam die Nacht über den Nationalpark legt und es diesmal keine Elektrizität in der Hütte gibt, wir hier nicht auf die heimische Campingausrüstung zugreifen können und die Handyfunzeln meist immer in der Hand gehalten werden müssen. Geht so mal aufs Klo oder zum Zähne putzen, da gab’s auch kein Licht.