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General Store

Nachdem uns heute früh das Housekeeping gleich zweimal innerhalb einer halbe Stunde zu verstehen gegeben hat, das „check out at 11am“ eher die absolute Obergrenze ist und in dem Motel am Highway nach 6:00 Uhr sowieso keiner mehr schläft, haben wir dann irgendwie gestresst unsere Sachen gepackt. Wir fühlten uns schon nach einer Nacht wie Otto Waalkes‘ Frau Surbier.

Endlich kann die motivierte Putzdame unser Zimmer aufräumen

Gestern wurden uns die Gallonen kontinuierlich aus dem Tank gesaugt, dafür war heute nur eine überschaubare Strecke zu absolvieren. Das Wetter fasse ich mal mit einem „Uff“ zusammen. Ein frühes und sehr leckeres Mittag gabs im Sugar Pine Company Café in Butte Falls.

Burger Brunch
Absolute Empfehlung in Butte Falls

Kleines amerikanisches Örtchen, wie man es sich so vorstellt, hier mal wieder ein Tipp: Einfach mal ein paar Runden um die Blocks fahren, also abseits der Main Road. Da steht dann oft ein schickes, gepflegtes Häuschen mit chromblitzenden Pickup direkt neben einer Bruchbude mit Privat-Schrottplatz davor. Was hier auch alles für alte Blech-Schätzchen stehen.

Der schafft die 88mph sicher nicht mehr

In der Nähe von Prospect, sind wir dann etwas durch den Wald spaziert zu hohen Wasserfällen (Mill Creek) und großen Felsen.

Man möchte da rein springen
Beim Eintauchen dampfte und zischte es kurz 😉
Gar nicht so kalt im Wald

Danach war uns – trotz Fußbad im Rogue River – heiß und wir besuchten den General Store um uns ein Eis zu kaufen. Das haben wir dann direkt vorm selbigen vertilgt und das bunte Publikum, was hier ein und aus ging beobachtet. Allein aus den 15min dort hätte man alle Charaktere für einen Quentin Tarantino Blockbuster zusammen gehabt.

Am Ende wurde es uns aber doch zuuu bunt und vor allem die Hunde schauten immer unfreundlicher, das wir uns trollten und Richtung nächster Unterkunft aufmachten.

Gemütliches Fleckchen

Die ist mal wieder so richtig zum wohlfühlen. Abgelegen oben im Wald an einer Ranch, mit Pferden vor der Haustür und ein Ort um mal alle viere gerade sein zu lassen. Da genießen wir jetzt standesgemäß ein Feierabend Bierchen aus dem General Store.

Séparée mit Himmelbett für E.
Blick von der Terrasse
Betagtes Pferd des Hauses (Cheyenne 32y)

Höhlenmenschen

E. hatte auf dem Campingplatz schnell Freunde gefunden und auch wir hielten heute Morgen einen kurzen Plausch mit den Mietern der Nachbarhütte. Sie kamen aus LA, aber wohl ursprünglich aus Argentinien und Venezuela. Eine interessante und angenehme Konversation entspann sich, über Urlaubsziele und Fußball. Und den unverschämt vielen Urlaub, den wir Deutsche haben.

Nochmal kurz am natürlichen Spielplatz am See

Schon fast bissl peinlich war uns, bei fast all ihren National Park Empfehlungen zu sagen: „Waren wir schon“. Bestätigte nur die Sicht auf uns dauerurlaubende Deutsche. Sie erzählte am Ende, das es ihr erklärtes Ziel sei, alle National Parks der USA bis zum Lebensende bereist zu haben. J.‘s Kommentar, dass es immer gut sei einen Plan zu haben, folge nur „that’s a typical German saying“ Die waren echt in Ordnung und es war schade, dass wir weiter mussten, wobei noch eine Nacht in der Hütte hätte uns vollends verlottern lassen.

Morgenstund hat Toast im Mund

Auf in den Norden, wir würden heute Kalifornien verlassen und die nächste Nacht wieder in Oregon, am Highway 140 in einem klassischen Motel verbringen.

Bis dahin waren aber noch 3h30min im mittlerweile ziemlich verstaubten Hyundai abzureiten.

Leben aus’m Kofferraum

Erster Stopp und Picknick war der Burney Falls State Park, leider war wiedermal unser favorisierter Trail den allgegenwärtigen Bauarbeiten unterworfen.

Schade, dann verbrennen wir eben nicht beim Wandern in sengender Hitze

Es war leider nicht viel kühler als gestern und der lange Weg im Auto, bei angenehmer Innentemperatur, kam nicht so ungelegen.

Der Highway, unendliche Weiten

Der nächste Zwischenstopp war auch perfekt auf die hohe Außentemperatur abgestimmt, wir ließen uns in den kalten und dunklen Höhlen im Lava Beds National Monument abkühlen.

Mit jeder Stufe nach unten fiel die Temperatur
Immerhin Strom hier, im Gegensatz zur letzten Hütte (Mushpot Cave)
Und wieder raus zum Aufwärmen (Skull Cave)

Auf dem Weg ins Motel noch schnell beim Hawaiianischen Take away ungeahnte Fleischberge in die Assiette gepackt bekommen und mit gefüllter Plautze nach einem kühlen Bier gelechzt. Dieser Durst ist mittlerweile gestillt, auch wenn noch ausgelaufene Olivenpampe in der Kühlbox (kauft doch lieber Olivenöl und vergesst den Pro-Tipp) und ca. 30 XXL Mücken im Zimmer beseitigt werden mussten. Beim ersten half Küchenrolle und bei letzteren klappte das gut mit dem sicher extra dafür bereitgelegten Touri-Prospekt, was die Viecher relativ leicht in zweidimensionale Abbilder ihrer selbst verwandelte.

Temperaturschwankungen

Wir sind heute gegen 10:30 Uhr in Richtung Lassen Volcanic National Park gestartet. es war bereits so heiß, dass wir es vermieden, das Auto länger zu verlassen.

Abschied von der Ranch

Unterwegs haben wir in Shasta noch einen Stopp eingelegt. Es gab hier ein klimatisiertes, historisches Museum mit kühlem Gefängnis im Keller zu besichtigen. Die Außenanlagen waren sicher auch sehenswert, aber bei 35°C hat man nur den Bedarf nach Schatten oder Abkühlung.

Besser hier drin als in der Hitze
Schnell zurück in den Knast

Die Temperatur stieg weiter an, so dass wir unsere Abkühlung in einem Safeway Supermarkt suchten und fanden. Weiterhin fanden wir hier auch unser Mittagessen, was aus Sushi, Chicken Nuggets, Wraps und nem fetten Ben & Jerrys Eis bestand. Und wo isst man das? Natürlich im Auto bei laufendem Motor und Klima auf Vollgas, wir passen uns ja an.

Schön kühl
Es sind Fahrenheit, aber auch ungerechnet noch sehr warm

Als wir den Nationalpark erreichten freuten wir uns über läppische 24°C, Tendenz fallend. Die Nationalpark Straße stand nun noch auf dem Programm, bevor wir wieder auf der kalten Turnmatte nächtigen.

Schlafen oder Bodenturnen

Diese ging weit hinauf bis auf 2.500m, wo tatsächlich Schnee auf uns wartete. Die Sonne tauchte selbst die abgebrannten Bäume in ein fantastisches Licht.

Wie große abgebrannte Streichhölzer

Den geplanten Trail konnten wir leider nicht laufen, da der noch im Schnee eingefroren war.

Ganz dünnes Eis

Daher blieb es bei er Rundfahrt. Unterwegs hatten wir dann noch eine Strassenblockade der etwas anderen Art.

Landstreicher Teddy

Zurück an am Bungalow starteten wir das zweite Grillevent des Urlaubs. Ich vermisse meinen Thüros und die Holzkohle.

Geduldsprobe

Dieser Brikett-Kram dauert mir einfach zu lange, vor allem wenn sich langsam die Nacht über den Nationalpark legt und es diesmal keine Elektrizität in der Hütte gibt, wir hier nicht auf die heimische Campingausrüstung zugreifen können und die Handyfunzeln meist immer in der Hand gehalten werden müssen. Geht so mal aufs Klo oder zum Zähne putzen, da gab’s auch kein Licht.

Peter Hannes and the Heartbreakers

Füße hoch

So sieht’s aktuell aus. Wir haben ein ganzes Haus für uns. Oben auf dem Berg auf privatem Farmland. „Ivans Lookout“ heißt das ganze und ist benannt nach einem Maultier, das hier brav und ohne Sold seinen Dienst für den Forest Service verrichtete. Die Bude ist mal wieder der Knaller.

Haus am See ist out
Besser als Teufels Küche

Offene Küche, 2 Schlafzimmer, 2 Bäder, 2 Terrassen, Starlink, Eismaschine, Waschmaschine mit Trockner und natürlich Klimaanlage (Ende der Woche werden es hier 45°C.

Samstag dann Spiegelei direkt auf der Motorhaube?
Typisch amerikanischer Kühlschrank (noch leer)

Wir testen gerade zum ersten Mal hier eine Waschmaschine, die ist riesig, wie halt alles hier. Einfach mal selbstbewusst an den Knöpfen gedreht, wie seinerzeit Egon Olsen am Franz Jäger Tresor und mutig den Startknopf betätigt. Mal sehen, wie die Klamotten nachher aus dem Trockner kommen…

Wäschemonster

Was heute noch geschah.

Wir sind aus unserem Ferienhaus nahe des Pazifik ausgezogen und E. hat morgens noch eine Spielgefährtin gefunden und sie konnten sich auch ganz gut verständigen.

View Crest Lodge ist abgewohnt

+++Kurze Schreibpause, wir laufen nochmal zu den Pferden der Ranch hier. Bis gleich…+++

So wir sind zurück, nachdem wir 100m gelaufen waren, war es uns doch bissl mulmig, da die Sonne bereits hinter dem Berg verschwunden war und es bissl dämmrig wurde. Bären und so. Also sind wir dann ganz American Style mit dem Auto zu den Pferden gefahren.

Wilder Westen aus dem Bilderbuch

Zurück zum Tag.

Wir haben wehmütig, aber auch ausgiebig Abschied von der Küste genommen.

Möwenblick

Da heute Samstag ist, war die Gelegenheit günstig den Farmers Market in Arcata zu besuchen. J. hatte gelesen, dass man in Arcata sehr links und hippiemäßig unterwegs ist. Das war noch tief gestapelt. Es war wie ein kleines San Francisco, so viele bunte, verrückte und schräge Leute. Absolut entspannt.

Kunterbuntes Markttreiben

Wir haben natürlich auch umfangreich eingekauft, das sah alles so frisch und lecker aus.

Pilze gefunden

Letztendlich machten wir uns auf den Weg ins warme Landesinnere, Meile für Meile des heißen Asphalts des Highway 299 ließen wir unter den Reifen unseres Boliden hinter uns.

Road to home (für die nächste Nacht)

Der eingestellte Radiosender spielt leider wie bei uns mehrmals täglich dasselbe und dazu nur so Standard Zeug, so das J. überlegte, mal auf unseren Favoriten der ersten Tage zurückzustellen. Der gefiel E. allerdings gar nicht, und sie meinte, der aktuelle Sender sei doch um Welten besser, als unser Peter Hannes Sender. Nur das der „Tom Petty Radio“ hieß!

So jetzt noch bissl Wildlife aus dem Fenster beobachten. Die Rehe sind schon mal da.

Mit Bäumen, Bär und Pizza

Herrlich. Aufwachen auf einer 50cm dicken Matratze und zu wissen, heute mal nicht alles zusammenpacken und weiter, sondern die bereits gestern Abend gelieferte Frühstückstüte auspacken und mit einem Kaffee in der Hand aufs Meer zu schauen. Wäre da nicht dieser Nebel, wo ist das Meer denn bloß?

Hochbett

Abgefrühstückt und bereit für neue Abenteuer ging’s im Küstennebel Richtung Redwoods. Der Lady Bird Johnson Grove Trail sollte es werden und wir schraubten uns wieder hoch nach oben in den Wald. Der letzte freie Parkplatz war unserer und so starteten wir den Trail noch leicht im mystischen Nebel.

Märchenwald in groß
Die Sonne kommt raus

Diese Bäume werden teilweise über 100m hoch und man steht da, den Kopf weit im Nacken, sieht das Ende unter der dichten Krone nicht und fühlt sich so winzig.

Wie lang muss das Kettensägenschwert sein um das zu sägen?

Am Redwood Creek Overlook haben wir dann gepicknickt und lustigerweise schaut der gigantische Wald, wenn man ihn von oben betrachtet, einfach aus wie bei uns.

Picknick mit Ausblick
Für jeden was dabei

Leider habe ich beim Einräumen dann das Toast direkt neben den Wasserkanister gestellt, welcher nicht mehr so stabil stand, da weite Teile der Ladung in der Unterkunft weilten.

In einer der vielen Kurven machten dann die Flieh- und die Schwerkraft das ihnen physikalisch zugedachte und begruben den Toast unter dem Wasserkanister. Jetzt ist der noch flacher, wie die Turnmatten in der letzten Hütte.

Schicker Flitzer

Etwas weiter nördlich hatten wir noch einen Scenic Parkway auf dem Programm, der am Ende noch eine Überraschung für uns bereit hielt. Typisch amerikanisch cruist man gemütlich auf einer Straße durch den Redwood Wald und hält mal hier mal da, um einen Trail zu laufen. Wir fuhren bis zum Ende in der Hoffnung einen Strandzugang zu finden, ist doch heute unser letzter Tag an der Küste.

Kurz vor Ende des Parks rannte tatsächlich ein Bär über die Straße und lies uns – nachdem das Geschrei „BÄR!!! BÄR!!!“ im Auto verstummt war – staunend zurück. Man weiß, die wohnen hier, aber einen zu sehen, lässt den Adrenalinspiegel beim nächsten in den Wald pullern doch direkt ansteigen.

Nein, kein Duster, auch wenn’s passen würde

Am Ende gabs dann doch noch Strand im Sue-Meg State Park fast direkt vor der Haustür.

Strand mit vielen kleinen Kieselsteinen und dafür aber wenig Menschen

Das Abendessen war diesmal wieder homemade, da wir hier ne fast komplette Küche haben und uns immer freuen unser Improvisationstalent ausleben zu dürfen.

Peperoni Pizza

Pro-Tipps: Pizza Teig ausrollen geht auch gut mit ner Bierflasche. Und falls Öl fehlt, für das Salatdressing, tut es auch die Soße der eingelegten Oliven.

Unter der Sonne Kaliforniens

…werden wir heute einschlafen. Obwohl, es ist bereits dunkel, aber wir sind in Kalifornien.

Nach einer eher von Etappen-Schlaf geprägten Nacht im Holzverschlag des State Parks, waren wir sehr zeitig wach bzw. hatten einfach keinen Bock mehr, weiter auf den als Matratzen getarnten Turnmatten eine halbwegs bequeme Schlafpositon zu finden. Nach einem kurzen Spaziergang zur Klippe und über den Campingplatz mit „Wohnwagen“, die doppelt so groß waren, wie unsere Holzhütte, zog es uns wieder zum Strand.

Da geht’s runter

Es war Ebbe und wir konnten wieder einige Wasserbewohner an der frischen Luft sehen, geduldig wartend, dass endlich das Wasser zurück kommt und sie wieder unter seiner Oberfläche unsichtbar werden lässt für uns Luftatmer.

Von mir gibt’s hier 5 Sterne

Die Zeit danach war geprägt von der Straße nach Süden und vielen Meilen schrubben. Zwischendrin haben wir immer mal kurz innegehalten und die spektakuläre Aussicht auf den Pazifik bestaunt und natürlich auf ein Foto gebannt.

Natural Bridges oberhalb von Brookings

Mittag gab’s im Indian Creek Café in Golden Beach (was für Namen hier, besser hätte Karl May sie auch nicht ausdenken können). Super Essen und gemütliche Atmosphäre. Die meisten Restaurants hier haben Teppichboden und ständig hämmert mir dabei folgender Slogan durch den Kopf: „Saugt auf, bevor Geruch entsteht“

„John McClane Bär“, zur falschen Zeit am falschen Ort

Dann war es soweit und wir konnten die ersten großen Bäume bestaunen. Auf einer Schotterpiste ging’s direkt durch den Jedediah Smith Redwood State Park. Unglaublich gigantische und schöne Riesen.

Drive in Redwood Park
Mann, ist der dick Mann.

Das letzte Stück bis zu unserem Ferienhaus, was wir jetzt zwei Tage bewohnen, wurde uns noch mit einem dicken Stück Baum über die halbe Straße und vielen Waipitis im hohen Gras kurzweilig gestaltet.

Gras-Fans

Strand und Huftiere

Wieder einmal fiel es uns schwer, unsere Unterkunft zu verlassen. Das runde Haus mit dem angrenzenden Garten war so gemütlich gewesen und hatte uns sofort das Gefühl eines Zuhauses gegeben. Das ist das Dilemma eines Roadtrips, allerdings ist man aber auch da schnell wieder weg, wo es weniger gemütlich ist.

Haus aus Sicht des Gartens

In Florence, dem Ort in dem wir nächtigten, gibt es eine Kaffeerösterei, die River Roasters, welche wir vor ziemlich genau 16 Jahren schon einmal besucht hatten. Ich hatte mir damals dort ein T-Shirt gekauft und wollte einfach mal vorbeischauen, ob ich das nicht durch ein Neues ersetzen könnte. Leider gab’s nichts mehr in meiner Größe. Das in die Jahre gekommene alte Shirt hatte ich zur Feier des Tages angezogen und führte zu einem „Welcome back“ der Kaffeetante, bei der wir unseren Latte bestellten.

Innen weitaus gemütlicher

Danach haben wir uns noch im Safeway mit weiteren Vorräten und Grillzubehör eingedeckt, dazu später mehr.

Sand Stunt

Nach einem kurzen Abstecher zu den Oregon Sand Dunes, die allerlei wilde Fahrzeuge zum drauf herumdüsen beherbergten, mussten wir auch los, wir hatten noch einen Termin. Und das im Urlaub…

Angekommen in Bandon wartete das Highlight des Tages auf uns, vorallem aber auf E.

Pferdemädchen

Ein Ausritt am Strand. Nach kurzer Einweisung der Cowgirls und -boys ging’s auch schon los. Mein bemähnter Gefährte hörte auf den klangvollen Namen Phoenix und wir kamen bestens miteinander aus. Ich hab sogar zufällig den Rückwärtsgang entdeckt.

Der Geruch von Freiheit, Pferd und Abenteuer

E. ritt einen ziemlich großen Fuchs (also schon ein Pferd, aber ein rotbraunes) namens „Red“ und J. hatte „Keeper“ unterm Hintern. Trotz großer Gruppe war es ein Erlebnis durch die Dünen zu reiten und später am Strand war ich eins mit dem Marlboro Mann, nur halt ohne Zigarette.

Mit temporären O-Beinen steuerten wir danach unsere nächste Unterkunft an. Diesmal ging’s auf einen Campingplatz im Cape Blanco State Park. Eine einfache Holzhütte mit Kunstledermatratzen (bring your bedding), 4 Stühlen, einem Tisch, keinem WLAN, einer Feuerstelle und – zur besonderen Freude meiner Mitreisenden – einer Art Heizlüfter in der Wand.

Ich startete schonmal die Feuerstelle, wobei mir beim Öffnen der Brikett Tüte direkt olifaktorisch auffiel, dass ich den Grillanzünder nicht brauchen würde, da diese bereits darin gebadet waren. Also Streichholz drauf und ab ging’s. Schnell noch den Grilliput zusammengebaut und die enorme Größe des vorhandenen Rostes auf europäische Verhältnisse angepasst.

Vorbereitung ist alles
European Grill Adapter

Für E. gabs nen Rest Spaghetti von gestern Abend, für die Eltern Steak und Dosenbier.

Gurkentopping 2

Das Runde und das Eckige

Der Tag begann mit einem heftigen Stoß an meine Schädeldecke. Warum musste ich auch oben im Doppelstockbett schlafen?

Wenn es bissl wirr wird ab jetzt, schiebe ich es darauf. Wobei, bei der Bauweise, ist so ziemlich alles härter als die Wände hier.

Eingang zum Sandkasten

Wir starteten mit einem kleinen Spaziergang am Strand, da ist morgens eher wenig los und vertrödelten etwas Zeit bis es 10:00 Uhr war, um dann das Outlet in Lincoln zu besuchen und bissl shoppen zu gehen. Das dauerte dann doch etwas länger als gedacht und die Kreditkarte war heute mal öfter an der frischen Luft als sonst.

Überdachtes Shoppen, ideal bei dem Wetter ?

Danach ne Kleinigkeit von griechischen Foodtruck gesnackt. Man bekommt auch hier so nen Piepser, der einen ruft, wenn das Essen fertig ist.

23 – Nichts ist wie es scheint.

Nun die Portionen sind hier ähnlich geschrumpft, wie die Preise gestiegen sind. Ist aber auch besser verdaulich.

Apropos, was hat sich unserer Meinung nach verändert, seit dem letzten Roadtrip hier drüben:

Fahrradfahrer

Ich kann mich nicht erinnern, früher hier soviele unmotorisierte Biker auf den Straßen gesehen zu habe, wie heutzutage. Liegts an den gestiegenen Benzinpreisen oder weil wir noch nie im Sommer hier waren?

Nein, hier ist kein Radfahrer zu sehen, die Straße dient als Symbolbild

Ein Highlight für mich war heute, mal eine Live Version des Tesla Cybertrucks zu sehen. Ich glaube Thüros bekommt die Karosse weniger scharfkantig hin. und überall die Fingerabdrücke, wie daheim auf dem Geschirrspüler. Aber hey, der fällt selbst hier im Land der Pickup Monster auf.

Kuchenblech auf Rädern

Zudem gabs heute den ersten Café Latte des Urlaubs, an einem der hier an jeder Ecke zu findenden Café Drive throughs. so kleine Häuschen an der Straße, die links und rechts jeweils ein Fenster zur Kaffeebestellung und -ausgabe haben.

Ein einfacher Café Latte ist meist die beste Wahl

Der Tag endete wie er begann, an einem Strand mit dem klangvollen Namen Hobbit Beach. E. nutzte den Sandboden, um ihr Rad schlagen zu perfektionieren. Nachdem wir plötzlich feststellen, das wir die letzten am Strand sind, fühlt es sich irgendwie komisch an und wir entschließen uns, laut quasselnd durch den Wald zurück zum Auto zu spazieren. Vorher fliegt noch ein Weisskopfseeadler weit oben über unseren Köpfen seine Runden und wir verfolgen gespannt seine majestätische Flugbahn.

Gute Gelegenheit über seinen Schatten zu springen

Unsere Unterkunft für heute Nacht ist auch spektakulär und vor allem eine runde Sache.

„Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt”

„Ich komm mit den Füßen bis auf den Boden“ E. freut sich gerade wie ein Schnitzel über das niedrige Toilettenbecken. Ich suche schonmal, ob’s nen Griff zum hochziehen gibt, bin auch nicht mehr der Jüngste.

Alles Käse

Ich sitze hier gerade auf der – nennen wir es mal – Balkonterasse, die Sonne scheint mir warm auf die rechte Wange und ich kann diesen Text ohne Lesebrille tippen.

Diesmal warme Füße

Wir sind gerade vom Abendessen zurück, das wir uns in einer kleinen Burgerbude namens Hwy 101 Burger oben an der gleichnamigen Küstenstrasse einverleibt haben.

Eine Soße, die meinen Namen trägt…

Aber mal zurück zum Anfang. Wir haben sehr gut geschlafen in unserem Appartement, welches zwar nicht die Gemütlichkeit der viel geliebten Cabin im Wald hatte, aber sehr viel Platz bot, ziemlich neu ausgebaut schien und neben dem obligatorischen Kaffee und Tee auch einen Kühlschrank beherbergte.

Dachgeschoss Romantik

Wir haben uns beim ersten Walmart Besuch am Donnerstag gleich mal mit einer für hiesige Verhältnisse kleinen Kühlbox ausgestattet, die allerdings nur isoliert, nicht aktiv kühlt. Das ist trotzdem praktisch, da unsere Vorräte mittlerweile stattlich angewachsen sind.

Im Kofferraum klappert nichts

Ein Kühlschrank in der Unterkunft ist daher klasse, um die am Abend mittlerweile nicht mehr ganz so kalten Sachen wieder auf angemessene Kerntemperatur zu bringen.

Da wir heute Morgen in Tillamook – sowas wie die Käsehauptstadt Oregons – aufgewacht sind, lag es nahe, die dort ansässige Creamery zu frequentieren. Es gab eine gläserne Produktion, in der man Cheddarquader in verschiedenen Geschwindigkeiten über die Förderbänder flitzen sehen konnte.

Käsekino

Der Merchandising Shop war auch sehr gut sortiert und ich werde nun zukünftig als Käsebotschafter zu erkennen sein.

Am Ende gabs noch ein leckeres Eis zum Mittag und dann ging’s Richtung Cape Meares State Park.

Eisberg voraus!

Es gab wieder herrlich blauen Himmel und viele Wellen zu sehen.

Oberhalb vom Cape Meares Lighthouse
Der Octopus Tree, wer kennt ihn nicht
Bretter die den Weg andeuten

Nach einem weiteren Abstecher zu einem nahe gelegenen Strand, E. bestand darauf („nicht immer nur wandern“), ging es Richtung Hotel in Depoe Bay, da wir hier an eine Check in Zeit gebunden waren. Hier haben wir ein Zimmer mit 2 Doppelstockbetten und fühlen uns gleich 25 Jahre jünger. Mal sehen, ob wir das morgen früh auch noch fühlen…