Langsam grooved sich der Urlaubsmodus ein. Aufstehen nach 8:00 Uhr, Frühstück am See und dann mal sehen. Ok, es stand natürlich schon was auf dem Plan.

Der Besuch des nahegelegenen Kejimkujik Nationalparks, dem einzigen Inland NP in Atlantic Canada und eng verwoben mit den Mi’kmaq. Eine kleine Runde durch den alten Hemlock Wald drehen. Wir waren auf Insektenangriffe eingestellt, ein Klappmesser für großes Getier war auch am Start, nur auf dieses Wetter waren wir nicht vorbereitet. Bei 93% Luftfeuchtigkeit sind selbst nur 23 Grad unerträglich. Klamotten, die wie nasse Waschlappen an einem kleben und ein 5 km kurzer Waldtrail, der nie zu enden schien.


Dampfgegart erreichten wir unsere schwarze Rakete und die Klimaanlage hatte gleich einen Großeinsatz. E wollte nur noch in den See und wir sind direkt wieder zurück zu unserem massiven Holzquartier gefahren. Dieses war erstaunlich angenehm temperiert, obwohl wir hier keine Klimaanlage haben.
Die Mädels sind wieder im See abgetaucht, vorher gab’s noch ein spätes Mittagessen, aus den im Minimarkt ergatterten Zutaten.

E und ich versuchen uns hier immer wieder am Klavier, was mit uns die Unterkunft teilt. Es ist sogar ein Übungsheft dabei und ein Stück haben wir schon ganz gut drauf. Trotzdem bin ich auf einer Quertz Tastatur viel besser zu Hause. Man merkt erstmal, wie sehr man ans Handy gewöhnt ist und die ständig verfügbaren Informationen, wenn weder WLAN noch Mobilfunk vorhanden sind. Also kein YouTube Klavier Tutorial möglich.

Gerade habe ich meinen 44h Baguette Teig auf dem Gasgrill gebacken. Der Teig sah super aus, aber der Gasgrill schwankte mit den Temperaturen, wie ein Fischerboot bei Wellengang. Da wurde es natürlich nichts mit knusprig. Zudem ist vor dem Verzehr, das Entfernen des – an frischen Asphalt erinnernden – Boden nötig, um die Bitterstoffe zu minimieren. Nichtsdestotrotz ist es fluffig, wie ein frisch aufgeschütteltes Daunenkissen und lecker mit jedwedem Belag. Also zum Glück nur ein optischer Unfall. Nagt trotzdem am Bakerman-Ego.

Gerade sitzen wir in unserer „Voliere“ aus Fliegengitter, welches die Hälfte der Terrasse einnimmt und somit einen perfekten Schutz gegen das Stechgetier bietet. Auch ein guter Spot um den Kolibri zu beobachten, der mir beim ersten Auftritt durch sein drohnenähnliches Gebrumme einen kurzen Schrecken eingejagt hat.
