Strand und Huftiere

Wieder einmal fiel es uns schwer, unsere Unterkunft zu verlassen. Das runde Haus mit dem angrenzenden Garten war so gemütlich gewesen und hatte uns sofort das Gefühl eines Zuhauses gegeben. Das ist das Dilemma eines Roadtrips, allerdings ist man aber auch da schnell wieder weg, wo es weniger gemütlich ist.

Haus aus Sicht des Gartens

In Florence, dem Ort in dem wir nächtigten, gibt es eine Kaffeerösterei, die River Roasters, welche wir vor ziemlich genau 16 Jahren schon einmal besucht hatten. Ich hatte mir damals dort ein T-Shirt gekauft und wollte einfach mal vorbeischauen, ob ich das nicht durch ein Neues ersetzen könnte. Leider gab’s nichts mehr in meiner Größe. Das in die Jahre gekommene alte Shirt hatte ich zur Feier des Tages angezogen und führte zu einem „Welcome back“ der Kaffeetante, bei der wir unseren Latte bestellten.

Innen weitaus gemütlicher

Danach haben wir uns noch im Safeway mit weiteren Vorräten und Grillzubehör eingedeckt, dazu später mehr.

Sand Stunt

Nach einem kurzen Abstecher zu den Oregon Sand Dunes, die allerlei wilde Fahrzeuge zum drauf herumdüsen beherbergten, mussten wir auch los, wir hatten noch einen Termin. Und das im Urlaub…

Angekommen in Bandon wartete das Highlight des Tages auf uns, vorallem aber auf E.

Pferdemädchen

Ein Ausritt am Strand. Nach kurzer Einweisung der Cowgirls und -boys ging’s auch schon los. Mein bemähnter Gefährte hörte auf den klangvollen Namen Phoenix und wir kamen bestens miteinander aus. Ich hab sogar zufällig den Rückwärtsgang entdeckt.

Der Geruch von Freiheit, Pferd und Abenteuer

E. ritt einen ziemlich großen Fuchs (also schon ein Pferd, aber ein rotbraunes) namens „Red“ und J. hatte „Keeper“ unterm Hintern. Trotz großer Gruppe war es ein Erlebnis durch die Dünen zu reiten und später am Strand war ich eins mit dem Marlboro Mann, nur halt ohne Zigarette.

Mit temporären O-Beinen steuerten wir danach unsere nächste Unterkunft an. Diesmal ging’s auf einen Campingplatz im Cape Blanco State Park. Eine einfache Holzhütte mit Kunstledermatratzen (bring your bedding), 4 Stühlen, einem Tisch, keinem WLAN, einer Feuerstelle und – zur besonderen Freude meiner Mitreisenden – einer Art Heizlüfter in der Wand.

Ich startete schonmal die Feuerstelle, wobei mir beim Öffnen der Brikett Tüte direkt olifaktorisch auffiel, dass ich den Grillanzünder nicht brauchen würde, da diese bereits darin gebadet waren. Also Streichholz drauf und ab ging’s. Schnell noch den Grilliput zusammengebaut und die enorme Größe des vorhandenen Rostes auf europäische Verhältnisse angepasst.

Vorbereitung ist alles
European Grill Adapter

Für E. gabs nen Rest Spaghetti von gestern Abend, für die Eltern Steak und Dosenbier.

Gurkentopping 2

Das Runde und das Eckige

Der Tag begann mit einem heftigen Stoß an meine Schädeldecke. Warum musste ich auch oben im Doppelstockbett schlafen?

Wenn es bissl wirr wird ab jetzt, schiebe ich es darauf. Wobei, bei der Bauweise, ist so ziemlich alles härter als die Wände hier.

Eingang zum Sandkasten

Wir starteten mit einem kleinen Spaziergang am Strand, da ist morgens eher wenig los und vertrödelten etwas Zeit bis es 10:00 Uhr war, um dann das Outlet in Lincoln zu besuchen und bissl shoppen zu gehen. Das dauerte dann doch etwas länger als gedacht und die Kreditkarte war heute mal öfter an der frischen Luft als sonst.

Überdachtes Shoppen, ideal bei dem Wetter ?

Danach ne Kleinigkeit von griechischen Foodtruck gesnackt. Man bekommt auch hier so nen Piepser, der einen ruft, wenn das Essen fertig ist.

23 – Nichts ist wie es scheint.

Nun die Portionen sind hier ähnlich geschrumpft, wie die Preise gestiegen sind. Ist aber auch besser verdaulich.

Apropos, was hat sich unserer Meinung nach verändert, seit dem letzten Roadtrip hier drüben:

Fahrradfahrer

Ich kann mich nicht erinnern, früher hier soviele unmotorisierte Biker auf den Straßen gesehen zu habe, wie heutzutage. Liegts an den gestiegenen Benzinpreisen oder weil wir noch nie im Sommer hier waren?

Nein, hier ist kein Radfahrer zu sehen, die Straße dient als Symbolbild

Ein Highlight für mich war heute, mal eine Live Version des Tesla Cybertrucks zu sehen. Ich glaube Thüros bekommt die Karosse weniger scharfkantig hin. und überall die Fingerabdrücke, wie daheim auf dem Geschirrspüler. Aber hey, der fällt selbst hier im Land der Pickup Monster auf.

Kuchenblech auf Rädern

Zudem gabs heute den ersten Café Latte des Urlaubs, an einem der hier an jeder Ecke zu findenden Café Drive throughs. so kleine Häuschen an der Straße, die links und rechts jeweils ein Fenster zur Kaffeebestellung und -ausgabe haben.

Ein einfacher Café Latte ist meist die beste Wahl

Der Tag endete wie er begann, an einem Strand mit dem klangvollen Namen Hobbit Beach. E. nutzte den Sandboden, um ihr Rad schlagen zu perfektionieren. Nachdem wir plötzlich feststellen, das wir die letzten am Strand sind, fühlt es sich irgendwie komisch an und wir entschließen uns, laut quasselnd durch den Wald zurück zum Auto zu spazieren. Vorher fliegt noch ein Weisskopfseeadler weit oben über unseren Köpfen seine Runden und wir verfolgen gespannt seine majestätische Flugbahn.

Gute Gelegenheit über seinen Schatten zu springen

Unsere Unterkunft für heute Nacht ist auch spektakulär und vor allem eine runde Sache.

„Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt”

„Ich komm mit den Füßen bis auf den Boden“ E. freut sich gerade wie ein Schnitzel über das niedrige Toilettenbecken. Ich suche schonmal, ob’s nen Griff zum hochziehen gibt, bin auch nicht mehr der Jüngste.

Alles Käse

Ich sitze hier gerade auf der – nennen wir es mal – Balkonterasse, die Sonne scheint mir warm auf die rechte Wange und ich kann diesen Text ohne Lesebrille tippen.

Diesmal warme Füße

Wir sind gerade vom Abendessen zurück, das wir uns in einer kleinen Burgerbude namens Hwy 101 Burger oben an der gleichnamigen Küstenstrasse einverleibt haben.

Eine Soße, die meinen Namen trägt…

Aber mal zurück zum Anfang. Wir haben sehr gut geschlafen in unserem Appartement, welches zwar nicht die Gemütlichkeit der viel geliebten Cabin im Wald hatte, aber sehr viel Platz bot, ziemlich neu ausgebaut schien und neben dem obligatorischen Kaffee und Tee auch einen Kühlschrank beherbergte.

Dachgeschoss Romantik

Wir haben uns beim ersten Walmart Besuch am Donnerstag gleich mal mit einer für hiesige Verhältnisse kleinen Kühlbox ausgestattet, die allerdings nur isoliert, nicht aktiv kühlt. Das ist trotzdem praktisch, da unsere Vorräte mittlerweile stattlich angewachsen sind.

Im Kofferraum klappert nichts

Ein Kühlschrank in der Unterkunft ist daher klasse, um die am Abend mittlerweile nicht mehr ganz so kalten Sachen wieder auf angemessene Kerntemperatur zu bringen.

Da wir heute Morgen in Tillamook – sowas wie die Käsehauptstadt Oregons – aufgewacht sind, lag es nahe, die dort ansässige Creamery zu frequentieren. Es gab eine gläserne Produktion, in der man Cheddarquader in verschiedenen Geschwindigkeiten über die Förderbänder flitzen sehen konnte.

Käsekino

Der Merchandising Shop war auch sehr gut sortiert und ich werde nun zukünftig als Käsebotschafter zu erkennen sein.

Am Ende gabs noch ein leckeres Eis zum Mittag und dann ging’s Richtung Cape Meares State Park.

Eisberg voraus!

Es gab wieder herrlich blauen Himmel und viele Wellen zu sehen.

Oberhalb vom Cape Meares Lighthouse
Der Octopus Tree, wer kennt ihn nicht
Bretter die den Weg andeuten

Nach einem weiteren Abstecher zu einem nahe gelegenen Strand, E. bestand darauf („nicht immer nur wandern“), ging es Richtung Hotel in Depoe Bay, da wir hier an eine Check in Zeit gebunden waren. Hier haben wir ein Zimmer mit 2 Doppelstockbetten und fühlen uns gleich 25 Jahre jünger. Mal sehen, ob wir das morgen früh auch noch fühlen…

Driving down the 101

Heute Früh hieß es Abschied nehmen von unseren geliebten Haus im Wald. Wir hatten uns sehr gut eingelebt und es brauchte eine Weile, die letzten Spuren unserer Anwesenheit zu verwischen, die Klamotten wieder zu packen und schweren Herzens die Tür hinter uns zu schließen.

Wenn sich eine Tür schließt…

Vorher war noch ein Teil der Elektrik in der Küche ausgefallen und ich konnte mich – nach Rücksprache mit den Besitzern – etwas am Sicherungskasten austoben. I fixed it.

Dann ging’s endlich los auf einen Roadtrip Richtung Süden auf dem Highway 101 mit mehreren Zwischenstopps. Das Wetter war von grau und ungemütlich zu blauer Himmel mit Sonne gewechselt.

Sonntagsfahrer

Wir verließen den Bundesstaat Washington und erreichten nach ca. 3h das Städtchen Astoria an der Mündung des Columbia River. Um über den Fluss zu kommen, fährt man über eine beeindruckende 6km lange Brücke.

Astoria-Megler Bridge

Nachdem wir in Astoria auf die 38m hohe Säule oben auf dem Berg, über eine im Bauch derselben installierte Wendeltreppe geklettert waren, wurden wir mit einen phänomenalen Ausblick belohnt.

Astoria an Columbia River mit Wolkensoufflé

Zum Mittag gabs Fish & Chips aus einem trocken gelegten Boot nahe des Flusses. Eine absolute Offenbarung nach dem Desaster in der Lodge gestern. Das Zeug war so lecker und wir hatten zum Glück noch eine Handvoll Dollar, das es dafür reichte. Nicht überall ist die Plastikkarte King. Also gleich mal den nächsten ATM angesteuert und ein paar grüne Scheinchen ausspucken lassen. Da es an jeder Ecke Foodtrucks gibt, ist es sicher kein schlechter Plan, hier jeden Zahlungsweg beschreiten zu können.

Streetfood Umschlagplatz

Gut gestärkt ging’s zum ersten Statepark, den kleineren aber nicht weniger schönen Geschwistern der Nationalparks. Tipp für Oregon: Kauft euch den 5 days vehicle passport für schlappe 10$, damit dürft ihr in vielen Parks kostenlos parken. Im Fort Stevens State Park angekommen, entschieden wir uns, dass alte Schiffswrack am Stand anzusteuern.

Rostiger Stahl der wohl mal ein Schiff war

Das Wrack an sich war weniger spektakulär, aber E. konnte sich am Strand mal austoben und die Füße vom Pazifik umspülen lassen. Es sollte heute nicht bei einem Strand bleiben, fahren wir doch den Küstenhighway 101 gen Süden.

Großes Kneipp Becken
Oregon Coast Line
Letzter Strand des Tages

Ziemlich spät erreichten wir unser heutiges Nachtlager, wohl auch, um die vermeintlich anstehende Enttäuschung beim Vergleich zur letzten Unterkunft so lange wie möglich herauszuzögern.

Gezeiten-Wechsel

Wir sind heute mal etwas früher gestartet, um rechtzeitig zur Low-Tide am Kalaloch Beach zu sein. Dort konnten wir dann mit einem Auge die Gezeiten-Becken betrachten. Seesterne, Anemonen und Kolonien von Muscheln. Das andere Auge immer auf den Ozean gerichtet, da das Wasser langsam wieder anstieg und wir keine Lust auf nasse Füße und mehr hatten.

Allerlei glitschiges Gelumpe

Am Ende ließ die Flut sich aber doch Zeit und wir genossen – trotz trüben Wetters – den wenig belebten Strand, der hier stattliche Mengen an Treibholz beherbergt.

Natürlicher Treibholz Kletterpark

Nach einem weiteren Abstecher zum Big Cedar Tree…

Big Cedar Tree, untenrum leicht ausgefranst

…beschlich uns dann ein Hüngerchen auf den Klassiker „Burger und Pommes“. Restaurants sind hier allerdings rar gesät, also ging’s wieder in eine Lodge mit angeschlossener Gastronomie. Nach einer Wartezeit von ca. 25min meldete sich unser Plastikpiepser, den wir vom Servicepersonal in die Hand gedrückt bekommen hatten und wir konnten endlich einen der gefühlt 20 leeren, verfügbaren Tische bevölkern. Nach einer weiteren Wartezeit von 15min hielten wir den ersten Burger des Urlaubs in den klebrigen Fingern.

Gurkentopping

Nun, es war gut. Lag aber auch standesgemäß wie ein Backstein im Magen. Also musste ein Verdauungsspaziergang her und wir entschieden uns den Tree of Life, einen Baum der sich in einer Felsspalte festgekrallt hat, zu besuchen. Leider waren wir mit dieser Idee nicht alleine (vermutlich heißt er deswegen so?). Da war ne Schlange Menschen davor, die sich artig nacheinander vor das Objekt der Begierde postierten und massenhaft Lernmaterial für die nächste Bilder KI produzierten.

Bitte von rechts anstellen

Wir folgten unserem antisozialen Urlaubsinstinkt und machten uns vom Acker. Auf dem Rückweg, der in Teilen der gestrigen Fahrtstrecke glich, lag noch eine Fischaufzucht Station, die man besichtigen konnte. Schmale lange Becken mit Unmengen kleiner Fische auf engsten Raum, die hier wohl schonmal an den begrenzten Platz in einer Fischbüchse gewöhnt werden .

Die Lachsgerichte von morgen

Da es seit geraumer Zeit regnet, freuen wir uns mal wieder über unser sehr gemütliches Häuschen im Wald und lassen den Tag entspannt ausklingen.

Eine Seefahrt, die ist lustig

Tag 1 in dem wir in diesem Urlaub in den USA aufwachen, pünktlich 4:00 Uhr morgens, der Jetlag wird noch kuriert.

Typischer Start in den Tag hier

Nachdem das erste Frühstück halbwegs verdaut war, war ich gespannt was mein hefiger Teigfreund im Kühlschrank macht und zunächst etwas enttäuscht, dass er nicht so aufgegangen war, wie die Sonne mittlerweile. Lag aber wohl am Größenverhältnis. Hier sind selbst die Schüsseln so groß, wie bei uns die Aufstellpools.

Nochmal um den labbrigen Toast rumgekommen

Danach ging’s erstmal zum Strand. Nach dem sonnigen Empfang gestern, bot sich heute ein eher ein kühles vernebeltes Bild.

Unauffällig im Hintergrund, der Pazifik

Mit geringen Erwartungen ans Wetter und dickeren Klamotten sind wir dann ins Landesinnere zum Lake Quinault gecruist. Da waren es dann bis zu 80° F (wer kann das im Kopf umrechnen?)

Museum am Lake Quinault

Also nichts wie ab in den Wald auf den ersten gemütlichen Trail, in der Hoffnung dort Schatten und Abkühlung zu finden. Nun Schatten gab es, nur kühl war’s nicht. das kennen wir ganz anders, wir waren jedoch noch nie im Sommer hier.

Boardwalk gleich zu Beginn

Wir hatten vorsichtshalber mal das Bärenspray aus der Cabin mitgenommen. Man soll hier nicht stumm durch den Wald „schleichen“, sondern sich immer mit einem gut hörbaren Lautstärkepegel fortbewegen, aber da waren schon einige Wanderer unterwegs und zudem versteht sich E. im Geschichten erzählen, so dass wir immer mit Geräuschkulisse unterwegs waren und auf das Rennsteiglied verzichten konnten.

Chemtrail über großem Baum
Ohne Moos nix los

Dann ging’s runter zum Lake Quinault, vorbei an der berühmten Lodge.

Quinault Lodge
Kanu fahren?
Kalte Füße bekommen

Wir starrten etwas überhitzt auf den kühlen See, während sich über uns ein Pilot dachte lass mal lustige Kurven an den strahlend blauen Himmel zeichnen. Was macht eigentlich der Kapitän der „Ever Given“ gerade?

How to draw a Snoopy in the sky

Die größte Sitka Fichte der Welt haben wir dann auch besucht. 1000 Jahre alt, 191 feet hoch (wieder umrechnen) und 58’11“ (ihr wisst schon) im Umfang.

Holzturm

Am Ende noch schön klimatisiert im Hyundai den See auf einer Gravel Road umrundet. Der fühlte sich sichtlich wohler in seinem natürlichen Lebensraum, als auf der Interstate.

Wo sind denn nur die Bären und die Hirsche

Rückwärts sind wir auf dem Weg zur Cabin noch schnell in einem kleinem Grocery Store eingekehrt. Einer der Momente an dem man sich von den anderen, vermutlich einheimischen Besuchern immer beobachtet fühlt und das lag nicht an den 16(!!!) Sicherheitskameras.

Ratet mal was es zum Abendessen gab ?

Zurück im Land der (un)begrenzten Möglichkeiten

Wir haben’s geschafft, wir sind nach knapp 11 Jahren mal wieder übern Teich geflogen.

Das war aber auch ne Anreise. Hier mal die Kurzfassung der ersten 24h:

5:30 Ihr CEST

Ich bin wach im Hotel Arabella (ja, es heißt wirklich so) in Bad Nauheim. Wir düsen direkt los und kaufen noch schnell beim Bäcker Sachen ein, für die man noch Zähne benötigt.

Blick aus dem Arabella (am Abend zuvor)

12:00 Uhr CEST (central European summer time)

Der Flieger startet später, da nur ein Mann da ist, die Kiste mit Catering zu beladen, die arme Sau. In der Gastro fehlen überall die Leute.

Gangway to heaven

Wir – also die Piloten – holen gut Flugzeit raus, aber die letzten 3h hängt J. nur über der Kotztüte. Unglaublich, das die Dinger so dicht sind. Sie hat’s jedenfalls tapfer durchstehen müssen, aussteigen in 11.000m Höhe ist auch eher unvorteilhaft.

13:00 Uhr PDT (pacific daylight time)

Wir landen.

Dann steht das Gepäckband still und der Borderline-Hund erschnuppert unser aus Deutschland importiertes Gebäck. Das Obst haben wir zum Glück alles entsorgt, auch wenn’s schade war. Man sollte sich hier einfach an die Regeln halten, sonst verliert man Zeit. Eine andere deutsche Familie hatte noch die komplette Obst- und Gemüseabteilung eines mittleren Rewe im Rucksack und begann dann auch noch mit der Beamtin zu diskutieren. Selbstgemachtes Leid.

14:30 Uhr PDT

Beim Mietwagen geht erst meine Kreditkarte nicht, und Du musst die nehmen, denn mit der hast Du ja gebucht. Dann stehen wir bestimmt 45min an der Ausfahrt, weil die Profis das Auto doppelt vergeben haben (als wir im Parkhaus losfuhren, wurden die Augen des anderen herannahenden Mieters immer größer, aber hey „first come first serve“). Es ist ein Hyundai Santa Fe – ich seh die Enttäuschung meines Autoschrauber des Vertrauens schon bildlich vor mir.

Das Nummernschild wirkt vertrauenswürdig

Dann stehen wir 45min in der Ausfahrt, bis sie dieses Problem gelöst hatten. Wir hatten die Bude gerade wieder ausgeräumt, da wir nen anderen Wagen bekommen sollten, als es dann hieß: Nee, ihr dürft die Kiste behalten, der andere ist nun umgebucht.

15:30 Uhr PDT

Wir kommen endlich los und „düsen“ Richtung Süden auf der Interstate 5, die ähnlich verstopft ist wie ihre Namensvetterin A5. Dann in den Walmart und eine Erstausrüstung gekauft. J. Ist noch zu schlapp und ruht im Wagen. E. kann auch die Augen kaum noch aufhalten, aber shoppen lässt sie sich nicht entgehen. Drinnen werden die Augen wieder hellwach. Vor allem die Spielzeug Abteilung flasht E. und auch ich bin gefesselt vom Angebot des Superstore.

20:00 Uhr PDT = 5:00 Uhr CEST

Wir erreichen 2,5h später – nach fast 24h Reisezeit unsere Hütte im Wald unterhalb des Olympic NP. Aber die entschädigt für fast alles, absolut schön hier. Jetzt noch schnell nen Hefeteig gemacht, damit wir morgen frische Brötchen haben.

Unterwegs
Schön eingerahmt
Vollausstattung

Der beige Hund

Das erste mal erwähnt das Kind den beigen Hund als wir am Gutshaus ankommen. „Da war ein beiger Hund bei den Pferden!“

Am darauf folgenden Tag radeln wir zum Schloss Bothmer, um dort ein zwar preisintensives, aber halt nicht besonders gut schmeckendes Mittag einzunehmen.

Danach ist die Stimmung bissl am Boden, der Rückweg durch Klütz ist aber sehr schön. Bis plötzlich…

…ein beiger Hund mit heraushängender Zunge und ohne Herrchen auf uns zugejagt kommt. Und zwar einer von der Sorte, denen man schon wenn er an der Leine ist ausweicht. Zum Glück biegt er vor uns ins Wohngebiet und wir atmen auf. Das sollte nicht lange so bleiben.

Wir erreichen das Ortsende und aus der anderen Zufahrt des Wohngebietes kommt…der beige Hund auf uns zu. Läuft über die Straße zu uns herüber, schaut uns an, macht einen kleinen Bogen und zieht an uns vorbei das Wohngebiet hinter uns. Puh. Jetzt über den Kreisverkehr und ab auf den Radweg und Richtung Unterkunft. Wir atmen auf und hatten diese Begegnungen fast vergessen, da drehen wir uns um und da ist er wieder, der beige Hund. Er ist schon ziemlich fertig und kommt kaum hinterher. Wir treten in die Pedale, der Radweg endet auf der Bundesstraße und wir brettern los, in der Hoffnung die Autos und die anderen Radfahrer sorgen für Ablenkung. Ohne uns nochmal umzusehen schaffen wir den Heimweg in weniger als der Hälfte der Zeit, die wir hinwärts benötigten. Der beige Hund kam uns nicht nochmal unter.

Das Allerletzte

Wir konnten dann heute morgen doch noch eine heisse Dusche genießen. Die regulären Duschen für die Camper waren durch die Erntehelfer für die Macadamia Nüsse belegt, aber wir durften netterweise ganz privat im Haus duschen gehen.

Um uns perfekt auf den Flug vorzubereiten sind wir heute noch zu Shelly’s Beach gefahren. Der lag vollkommen im Nebel und war gleichzeitig eine Großbaustelle. Aber es gab ne Dumpstation und wir konnten den Camper für die Abgabe klarmachen. Neben den letzten Sachen die noch in die Taschen gequetscht werden wollten, haben wir noch ein paar Rester verwertet und ein letztes Mittag im Camper gekocht.

Einige Sachen wanderten leider auch in die Tonne. Aber alles in allem haben wir gut kalkuliert. Als wir fertig waren ging’s dann los nach Auckland. Neuseeland verabschiedete uns mit Sonnenstrahlen.

Unterwegs haben wir noch ein paar Macadamia Nüsse gekauft, die auf der Farm – auf der wir übernachteten – angebaut wurden.

Die Abgabe des Camper ist reibungslos über die Bühne gegangen und jetzt sitzen wir in Auckland auf dem Flughafen rum.

Wir haben noch immer eine dicke Tasche mit Essen dabei und gerade hat die Security bemerkt, dass wir vergessen haben, unser Messer vorher zu entsorgen. Peinlich, die Wasservorräte hatten wir brav entleert.

Noch 40 min dann hebt der Dreamliner ab und bringt uns nach Singapur. Nach nur 7h Layover geht es dann Richtung Frankfurt weiter.

Bis zum nächsten Mal!