All you can eat

Gestern Abend und heute stehen völlig im Zeichen der großen Überfahrt.

Es gilt so viel wie möglich Vorräte zu verbrauchen, da das Gepäck auf der Fähre limitiert ist. Also packen wir die Vorräte um, aus den Tüten, Kisten, Flaschen direkt in unseren Bauch. Diese Größe ist nämlich auf der Fähre nicht limitiert.

Heute ging’s Richtung Picton. Morgen gehts dann per Fähre nach Wellington. Wir verließen Takaka und das Navi (Here) schickte uns gleich mal über eine lange Schotterpiste, was für etwas Unmut sorgte, da wir eine lange Fahrt vor uns hatten.

Zurück über den Takaka Hill ging es erstmal nach Motueka. Dort haben wir zwei Bäckereien abgeklappert, in denen wir ein paar Teilchen für ein schnelles Frühstück am Morgen der Fährabfahrt eingekauft haben.

Danach haben wir Strecke gemacht, über Nelson, Havelock immer Richtung Picton.

Nun der Plan war, den Mietwagen heute schon abzugeben, um morgen früh keinen Stress zu haben. Aber während unserer vierstündigen Fahrt (und dem damit verbundenen Stress rechtzeitig anzukommen) haben wir dann beschlossen – egal – morgen abgeben und Einchecken wird schon funktionieren und wir haben am Ende den Queen Charlotte Drive ausgiebig genossen.

Farewell

Das schöne Wetter machte heute mal Pause, so begann der Tag mit diesem feinen, fiesen Regen, der wie Nieseln aussieht, dich aber in wenigen Minuten komplett durchweicht.

Also fiel es uns etwas schwerer uns heute zur geplanten Tour zum Farewell Spit aufzuraffen. Kurz vorm Mittag sind wir dann doch los und oben am Wharariki Beach machte der Regen tatsächlich eine Pause und wir konnten über saftige schafbesetzte Wiesen, durch knorrigen Gestrüppwald bis zu den Dünen und dem Strand wandern.

Wir konnten sogar ein Robbenbaby bei seinem Versuch aus dem Wasser zu kommen beobachten. Sehr putzig.

Nun danach öffnete der Himmel mal wieder seine Schleusen und wir gingen den ganzen Weg im Regen zurück zum Auto. Wir waren gut eingeweicht, als wir ankamen.

Ich habe dann noch allein eine kurzen Spaziergang zum Cape Farewell unternommen, auf dem ich dann ganz allein stand, den Wind und den Regen im Gesicht, den Blick auf den tosenden Ozean. In Gedanken an ein sehr persönliches Farewell.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 2

Nach einem etwas faden Frühstück (Müsli mit Dosenpfirsichen, Toast und Marmelade) sind wir zur Westküste aufgebrochen.

Unterwegs gab es viel zu sehen, der erste große Abenteuerspielplatz war Castle Hill, eine Ansammlung gigantischer Steinbrocken die zum verstecken und klettern einluden. Vom anfänglich trüben Wetter war nach einiger Zeit nicht mehr viel übrig.

Danach ging’s weiter über den Arthurs Pass. Auf einer kleinen Wanderung, deren Ausgangspunkt wir beim ersten Mal verpasst hatten (Wenden auf ner Serpentinen Straße ist nicht unmöglich) ging es steil nach oben zu einem Wasserfall (Devils Punchbowl).

Hier hatten wir auch den ersten Kontakt mit den berüchtigten Sandfliegen. Ganz fiese Viecher. Selbst heute nach fast vier Wochen, sieht man die Bisse noch deutlich.

Abends kamen wir ziemlich müde in Hokitika an. Da waren wir vor 13 Jahren im strömenden Regen, diesmal war das Wetter erste Sahne. Unser B&B hatte direkten Strandzugang und war sehr stylish eingerichtet.

In der kleinen Stadt haben wir leider im ausgesuchten Restaurant (Fat Pipi Pizzas) keinen Tisch mehr bekommen (bei dem Namen wohl auch besser so ;-), so kam es zu einem weiteren Erstkontakt: Fish und Chips TakeAway.

Der war sehr gut und seitdem ist Blue Cod mein Favorit.

Kurz vorm Zubettgehen im Dunkel dann noch in den Glühwürmchenwald, das ist absolut magisch, wie es da leuchtet.

Golden Bay – lazy day?

Bevor ich es vergesse, die Sachen aus der „deutschen“ Fleischerei in Nelson sind sehr gut und schmecken fast wie daheim. Da werden wir wohl noch einen Vorrat mit auf die Nordinsel exportieren müssen.

Bei besten Wetter sind wir heute früh aufgebrochen, um am Ende 12km Schotter-Serpentinen über den Berg zu fahren und dann ab Totaranui etwas zu wandern und die Landschaft zu genießen. Gestartet haben wir wieder auf den Abel Tasman Coastal Track, um dann auf einen Rundwanderweg den Pukatea Walk abzubiegen. Zuletzt ging’s dann bei Ebbe (Glück gehabt) übers Watt und durch knöcheltiefes Wasser zum einem sagenhaft goldenem Strand, der zum Picknick einlud.

Nach einem aufregenden Rückweg (Schotter+Serpentinen+einspurig+LKW Gegenverkehr) haben wir noch einen abgefahrenen „Felsengarten“ (Grove Scenic Reserve) besucht und abgewandert. Da gabs oben eine spektakuläre Aussicht.

Am späteren Nachmittag ging’s heim, Wäsche abnehmen (es sollte regnen, hat es aber nicht) und bissl Netflix (Highspeed Internet und Zugang sind hier vorhanden) auf der Couch.

Kartoffeln, Spinat & Ei…

…gab es gerade als Abendessen. Selbst gekocht natürlich und mit den frischesten neuseeländischen Zutaten. Ist aber immer wieder eine Herausforderung, da die Kücheneinrichtung hier immer etwas unterschiedlich ausfällt. Aktuell haben wir so einen alten Herd, wie wir die aus den USA kennen.

Ansonsten haben wir es heute wieder etwas ruhiger angegangen. Schönes Frühstück zuhause – bis zur Fähre am Sonntag müssen wir das meiste unserer Vorräte aufbrauchen, da dass Auto auf dieser Insel bleibt und wir auch das Gepäck einchecken müssen – danach kurz nach Tanaka und ein paar neue Sachen gekauft – Paradox!

Es gibt hier eine Menge deutsche Auswanderer hier, auf der Suche nach Brot sind wir im Takaka Infusion gelandet, einem schicken Café mit deren Inhabern wir auch deutsch sprechen konnten. Die Backwaren dort sind wirklich ausgezeichnet.

Auch die Gemüseverkäuferin kam aus dem Schwarzwald, wie sich herausstellte.

Ansonsten haben wir am Strand gesessen, einen kleinen Abschnitt des Abel Tasman Coastal Walk beschritten und den aufkommenden Sturm und den aufgewühlten Ozean beobachtet.

Die „verlorene“ erste Woche – Teil 1

Nun, dieses Reisetagebuch begann erst in der zweiten Woche unseres Roadtrips. Der geneigte Leser (und ich mich mittlerweile manchmal selbst) fragt sich jetzt, was war denn in der ersten Woche? Ist das geheim oder was war da los?

Nein, da war ich nur noch nicht entspannt genug und der Reisemodus noch im Anlauf.

Also wie ging’s nun los?

1. Ankunft und erste Unterkunft

Nach zwei anstrengenden Flugetappen sind wir wohlbehalten und extrem gut riechend in Christchurch gelandet. Nach der obligatorischen Abwicklung am Flughafen (Passkontrolle, Gepäck abholen) wird in Neuseeland das Gepäck nochmals gescannt, nicht das sich da noch der ein oder andere Apfel im Gepäck versteckt. Wir haben vorsichtshalber alles weggeschmissen, leider auch die übrige Schokolade, Kekse und Kaugummis. Danach schnuppert einen noch ein Hund am — Gepäck, oder was dachtet ihr? Dann ist man endlich angekommen.

Beim Mietwagen gabs nochmal bissl Aufregung und Verzögerung , da kein Kindersitz da war. Am Ende haben wir einen bekommen, der gerade so noch passt. Aber der ist zum drin schlafen bequemer als nur so eine Sitzerhöhung. Zudem stellte sich als weiterer Vorteil heraus, das der ganze Kram vom der Rückbank nicht immer aufs Kind fällt 😉

Dann kurzer Einkauf in Christchurch und das Glück, in der Danish Bakery am Weg ein astreines Sourdough zu bekommen. Los ging’s in die Berge Richtung Arthurs Pass zur Porters Lodge (1,5h), die – sagen wir mal – zweckmäßig war. Das Wetter war jedenfalls erstklassig – auch am zweiten Tag, aber dazu irgendwann später mehr.

Für eine Handvoll Dollar

Heute ging’s weiter nach Takaka und in die vorletzte Unterkunft auf der Südinsel Neuseelands. Wir haben die Köpfe voll Eindrücke und es kommt uns eine Ewigkeit her vor, dass wir hier angekommen sind.

Die ein oder andere Unterkunft ist noch nicht im Voraus bezahlt gewesen, wie auch das Te Mahia Resort. Wir haben auch immer etwas Bargeld dabei, da manchmal bei Zahlung mit Kreditkarte so 1-3% aufgeschlagen werden. Heute wären 2,5% on top fällig gewesen, da haben wir uns entschlossen das Cash zusammenzukratzen und haben bar bezahlt. Damit waren fast alle unsere Barreserven dahin. Danach ging’s nach Nelson und Mittag essen im Gourmet Take Away Milton Street. Hier war ebenso eine KK Gebühr fällig, die wir mangels ausreichend Bargeld gezahlt haben. Danach noch ein Getränk in bar gezahlt und wir hatten noch genau 15 Dollar übrig.

14 Dollar davon mussten als Eintritt für den Founders Park (ist ein Gelände mit historischen Gebäuden, die in der Innenstadt abgebaut und hier als Freilichtmuseum ausgestellt werden) dran glauben, da hier keine KK akzeptiert werden. Da kamen wir uns dann vor, wie die älteren Leutchen an der Supermarktkasse, die ihr Portemonnaie der Kassiererin geben, damit die das passende Münzgeld zusammensucht. Alles ausgekippt und zusammengestoppelt.

Übrig blieb ein Dollar, der nicht reichte dem Kind ein Eis zu kaufen, was für Unverständnis sorgte.

Knapp kalkuliert, hat aber alles hingehauen. Der nächste ATM (Geldautomat) war unserer.

Im Freshchoice Supermarkt noch schnell ein paar Einkäufe erledigt und die Kühltheke an der man verschiedene Weine probieren kann bestaunt. Cool.

Zudem gibts in Nelson eine deutsche Fleischerei, deren Produkte auch im Freshchoice vorrätig waren. Probieren wir mal.

Die Fahrt von Nelson bis Takaka war ziemlich nervig, da in Nelson gerade Rushhour war und – am Ende – im Dunkel Serpentinen durch die Berge fahren nicht fetzt.

Nachtrag „extra großes Bett“

Da die letzte Nacht durchaus erholsam war (drei Betten vorhanden) noch ein paar Worte zum „Schlafen“ im extra großen Bett.

Geht gar nicht, so fühlen sich Sardinen in der Büchse glaub ich, wenn einer von ihnen dann noch rotiert, wie ein Brummkreisel, ist es ganz aus. Mit entsprechend guter Laune startet man dann in einen zur Krönung mit trüben Wetter gespickten Tag.

Wir schauen nun schon voller Spannung auf unser Nordinsel Abenteuer, welches am 19. Mai seinen Anfang nimmt. Da haben wir nämlich einen Camper mit – tataa – einem Bett und einer Not-Hängematte. Das ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass in Wellington die Verleihfirmen eher rar sind (kein großer Flughafen) und uns diese Variante als bester Kompromiss erschien, um nicht mit einem Riesengefährt unterwegs zu sein. Schau mer mal.

Am Ende noch der Vergleich gestern Abend und heute:

Essen gegen schlechtes Wetter

Wir haben es geschafft. Der Farmers Market in Blenheim konnte sich heute über unseren Besuch freuen.

Obst und Gemüse sind wieder aufgefüllt und danach ging’s noch in den Countdown Supermarkt in der Hoffnung auf Clotted Cream. Leider Fehlanzeige, dafür gabs einen hochgelobten Naturjoghurt des gleichen Herstellers. Besser als nix.

Bis nach Blenheim war die Fahrt noch im Trockenen verlaufen, vorbei und durch viele Baustellen, hier gab es 2016 ein Erdbeben und die Straße war arg in Mitleidenschaft gezogen. Faul am Straßenrand – der direkt an den Ozean grenzte – standen nicht etwa die Bauarbeiter, sondern lagen unzählige Robben und genossen den Sonntag.

Nach Blenheim hielt das Mistwetter an und wir fuhren durch unzählige Weinbaugebiete, bei denen wir uns dann einfach eins herauspickten und kurzerhand zu einem späten Mittag einkehrten. „Allen Scott“ hat uns dann auch noch zwei Flaschen Wein verkauft, von denen sich eine gerade im Tiefkühlfach auf ihren Auftritt vorbereitet.

Letztendlich sind wir gut in unserer aktuellen Unterkunft in der Te Mahia Bay angekommen, auch wenn das letzte Stück durch dichten Regenwald und eine lenkintensive Strecke etwa Zeit gekostet hat.