Heute hieß es: „Goodbye Logcabin“. Nach drei Tagen Haus am See, trieb es uns heute wieder an die Küste. Nach einem netten Schnack über diese tolle Location und das Auswandern an sich mit Claudia, der Vermieterin, die wir zwecks Schlüsselrückgabe nochmals besuchten, düsten wir entspannt mit der schwarzen Rakete Richtung Süden.
Vorher haben wir unseren Müll noch am Ende der Straße in den Sammelboxen entsorgt. In dem Moment kommt hier ein Google Street View Auto durchs Niemandsland gefahren. Ich bin also jetzt mit einem schwarzem Müllsack, auf einer Schotterstrasse im Nirgendwo, in Nova Scotia mit ziemlich – sagen wir mal – überraschten Gesichtsausdruck von Google digitalisiert worden.
Treppenhaus
Der erste Stopp war der Fort Point Leuchtturm. Gerade zur Mittagszeit leider unbesetzt und wir haben nur mal einen sehr kurzen Spaziergang in sengender Mittagssonne gemacht.
Leuchtturm im Mindcraft StyleBesser als das Original Keine Arme, keine Kekse
Entlang dem Küstenhighway führte uns der Weg an einem weißen Sandstrand vorbei, den wir allerdings bedingt durch intensiv strahlendes UV Licht nicht allzu lang belagerten.
It’s a long way to the BeachKaltes, klares Wasser
Da es hier überall Picknick Plätze gibt, so auch beim Strand, haben wir kurzerhand die Essen-gehen-Pläne verworfen und die Resterampe unserer Kochabenteuer der letzten Tage abgebaut.
Bevor wir unsere heutige kleine Fischerhütte bezogen, in der ich dies hier gerade verfasse, stoppten wir noch in Shelburne. Der Hitze geschuldet war nur ein kleiner Walk am Hafen drin, mit sehr schönen Häusern und Holzwerkstätten.
Holz WorkshopSunburn in ShelburneKneippbeckenSchickes Gemäuer bzw. Gehölz
Dann noch schnell bissl Lachs bei Mr. Fish und Craftbier in der Boxing Rock Brewery gekauft, damit der Abend kulinarisch ausklingen konnte.
Die Qual der Wahl
Eben noch brennender Sonnenschein und Zack – Nebelsuppe. Was gar nicht so schlecht war und die Fischerhütte wohl temperiert hielt.
Fischer Haupthausund Nebengelass mit großzügigem BadEine eigene Landzunge gehört auch dazuInneneinrichtung der Black PearlKoje mit Ausblick
Mit diesen mannigfaltigen Eindrücken des kleinen Refugiums sage ich mal „Gute Nacht“.
Langsam grooved sich der Urlaubsmodus ein. Aufstehen nach 8:00 Uhr, Frühstück am See und dann mal sehen. Ok, es stand natürlich schon was auf dem Plan.
Warmes Frühstück – in Kanada fast Pflicht
Der Besuch des nahegelegenen Kejimkujik Nationalparks, dem einzigen Inland NP in Atlantic Canada und eng verwoben mit den Mi’kmaq. Eine kleine Runde durch den alten Hemlock Wald drehen. Wir waren auf Insektenangriffe eingestellt, ein Klappmesser für großes Getier war auch am Start, nur auf dieses Wetter waren wir nicht vorbereitet. Bei 93% Luftfeuchtigkeit sind selbst nur 23 Grad unerträglich. Klamotten, die wie nasse Waschlappen an einem kleben und ein 5 km kurzer Waldtrail, der nie zu enden schien.
AnfangsmotivationFast gar
Dampfgegart erreichten wir unsere schwarze Rakete und die Klimaanlage hatte gleich einen Großeinsatz. E wollte nur noch in den See und wir sind direkt wieder zurück zu unserem massiven Holzquartier gefahren. Dieses war erstaunlich angenehm temperiert, obwohl wir hier keine Klimaanlage haben.
Die Mädels sind wieder im See abgetaucht, vorher gab’s noch ein spätes Mittagessen, aus den im Minimarkt ergatterten Zutaten.
E und ich versuchen uns hier immer wieder am Klavier, was mit uns die Unterkunft teilt. Es ist sogar ein Übungsheft dabei und ein Stück haben wir schon ganz gut drauf. Trotzdem bin ich auf einer Quertz Tastatur viel besser zu Hause. Man merkt erstmal, wie sehr man ans Handy gewöhnt ist und die ständig verfügbaren Informationen, wenn weder WLAN noch Mobilfunk vorhanden sind. Also kein YouTube Klavier Tutorial möglich.
Meer braucht man nicht, See reicht
Gerade habe ich meinen 44h Baguette Teig auf dem Gasgrill gebacken. Der Teig sah super aus, aber der Gasgrill schwankte mit den Temperaturen, wie ein Fischerboot bei Wellengang. Da wurde es natürlich nichts mit knusprig. Zudem ist vor dem Verzehr, das Entfernen des – an frischen Asphalt erinnernden – Boden nötig, um die Bitterstoffe zu minimieren. Nichtsdestotrotz ist es fluffig, wie ein frisch aufgeschütteltes Daunenkissen und lecker mit jedwedem Belag. Also zum Glück nur ein optischer Unfall. Nagt trotzdem am Bakerman-Ego.
Zusammen is(s)t man weniger allein – Baguette leicht verfehlt
Gerade sitzen wir in unserer „Voliere“ aus Fliegengitter, welches die Hälfte der Terrasse einnimmt und somit einen perfekten Schutz gegen das Stechgetier bietet. Auch ein guter Spot um den Kolibri zu beobachten, der mir beim ersten Auftritt durch sein drohnenähnliches Gebrumme einen kurzen Schrecken eingejagt hat.
Es ist bereits halb zwei nachmittags und wir chillen noch immer in unserem Blockhaus am Tupperlake. Bissl auf den Felsen im Wasser klettern, das Klavier malträtieren, auf der Terrasse Löcher in die Luft starren und schöne Sachen in der kleinen Küche zusammenstellen. Einfach mal die Seele baumeln lassen, das geht hier richtig gut.
Gut getarnt
Morgen mal das Wetter abwarten und dann evtl. ne Runde wandern gehen. Allerdings gibts hier einiges an blutrünstigen Insekten, die zu wilden Bewegungen der oberen Extremitäten führen. Besonders eine Art lässt sich durch nichts abschütteln, wie daheim die Bremsen. Also am besten in flagranti erwischen und „Matsch“.
Die Sonne steht bereits flach und unsere Seeseite ist schon gut beschattet. Wir haben’s geschafft. Einfach ein Tag hier im Wald. Die Mädels waren sogar mal im See baden, das Wasser ist warm wie im Kleinkinderbecken im Freibad, zumindest hier am Uferbereich.
Inselhopping
Soeben haben wir drei sehr wohlschmeckende Pizzen vertilgt.
Outdoor Pizza (Nummer 2)
Hatte gestern Abend noch zweimal Hefeteig zusammengerührt. Einmal für die Pizza heute und einmal für Baguettes zum Frühstück morgen. Als Waage musste ein sehr antiquiertes Stück herhalten. Es war mehr eine Orientierung, als ein genaues Messen gewesen. Aber Improvisieren macht ja am meisten Spaß. Blöd nur, wenn der Backofen des Gasherds einfach nicht an bleibt, selbst wenn man den Knopf 60sek lang gedrückt hält. Zum Glück gibt’s draußen einen Gasgrill, der hat das mit der Pizza sehr gut hinbekommen. So jetzt muss ich mich mal weiter dem Nichtstun widmen, sonst bleibt da noch was liegen.
Ein leckeres Frühstück auf der frisch besonnten Terrasse unseres alten Farmhauses, mit Blick auf die kleine Herde grasender Kühe und Ochsen, machte den Abschied nicht leicht und doch ging es heute weiter zur nächsten Etappe.
Kuhler Frühstücksort
Bevor wir das kleine Örtchen New Ross verlassen sollten, stand noch ein Besuch im Farmmuseum an, in der Hoffnung, hier ein paar Pferde anzutreffen. Diese waren allerdings erst für 13:30 Uhr angekündigt, also haben wir uns intensiv den alten Bauten, deren Bewohnern (Angestellte des Museums in alter Kluft) und ihren interessanten Geschichten, sowie den schon zugegen weilenden anderen Tieren gewidmet.
Außen krustig innen saftig
Nachdem die eleganten schwarzen Tiere ihren Auftritt hatten und wir unseren Mittagshunger aus der Chevrolet Vorratskammer stillen konnten, ging’s weiter nach Südwesten. Schnell noch ein „kurzer“ Einkaufsbummel im kanadischen Supermarkt, bei dem man sich immer sowas von verzettelt, da es so viel unbekannte Dinge zu entdecken gibt. Da werden die Augen immer groß, wie damals Anfang der 90er, als es plötzlich Coca Cola im Konsum gab.
Kurz bevor der Chevy das Tiefschwarz gegen Staubgrau tauschte
Die Vorräte wurden ordentlich aufgestockt, jede Ecke im Chevy wurde genutzt, denn die nächsten drei Nächte verbringen wir irgendwo im nirgendwo.
Den geplanten Ausflug zum Strand von East Berlin (der heißt echt so) haben wir kurzerhand verworfen und sind direkt zur nächsten Unterkunft gefahren. Den Schlüssel noch schnell bei der sehr netten, aus der Schweiz stammenden Vermieterin abgeholt und dann durch einen engen Waldweg bis zum Blockhaus am See gefahren. Absolut traumhafte Lage inmitten eines der weißen Flecken auf der Mobilfunk Karte.
Massive Bretterbude
Das heißt, die Beiträge der kommenden Tage könnten sich verzögern bzw. eher textlastig sein, da der Upload der Fotos ähnlich zuverlässig ist, wie die solarbetriebene Wasserpumpe hier.
Der Tag begann mit einem leckeren Frühstück aus den im Kühlschrank bereitgestellten Eiern des lokalen Federviehs.
Sunny Side up
Danach haben uns Dave und seine Frau Christina eine kurze Farmtour gegeben. Kleine Kuhherde mit beeindruckendem Bullen Rex, ein Garten voll Dahlien, ein Gemüsegarten und eine Location für Feiern. Alles eher klein und übersichtlich. Trotzdem sicher ein Business, was täglich zu beschäftigen weiß.
Black and red Angus
Danach ging’s mit dem schicken Schwarzen nach Mahone Bay. Hier galt es französisches Baguette und leckere Backwaren zu ergattern.
Hinzu kamen noch ein Besuch in einem Teeladen und einer kleinen Brauerei.
Und was ist mit Tee?Schwierige Entscheidungen
Zufällig kamen wir noch am Faerie Trail vorbei mit verwunschenen und niedlichen Bauten.
Bitte der Beschilderung folgenAuch Feen campenMoos wanted
Der Trail führte am Ende durch ein Café und an mehreren Läden vorbei. Ziemlich geschäftstüchtig die kleinen Wesen.
Es lohnt sich, hier den Ort etwas zu erkunden. Es waren bei besten Wetter allerdings auch viele Menschen unterwegs.
Schönes Farbkonzept
Später in Lunenburg war es allerdings noch weitaus belebter. Neben einer Vielzahl an Läden und Kneipen gab’s auch einen ansehnlichen Hafen.
Kahn ah daPS BolideAlles so schön bunt hier
Wie wir dem Trubel und den Touristenfallen entkamen? Einfach nen Camembert im Supermarkt gekauft und raus aus der Stadt.
Diesen zusammen mit dem leckeren Baguette direkt am Meer in Ruhe verspeist.
Vor ca. einer Stunde haben wir unser neues Dach übern Kopf bezogen. Wir wohnen in einem Haus aus dem 18. Jahrhundert, gleich neben einer ebenso lange bestehenden Farm.
Sei gegrüßt, Du altes HausNur einen Katzenwurf entfernt – die Farm
Die Begrüßungen durch die Gastgeber hier sind bisher immer sowas von herzlich und freundlich. Und das kommt bisher sogar authentisch rüber. In diesem Fall war es Dave, der mit seinem Quad direkt von der Farm rübergebrettert kam und sich sowas von freute, dass wir aus Deutschland kommen, da seine Vorfahren (vor 6 Generationen) aus Deutschland kamen und die Farm errichteten.
Das Haus hat riesig Platz und man wohnt hier wie in einem Museum.
ZentralheizungAusschnitt einer ziemlich gut verteilten KücheSollte für zwei Tage reichenWir haben Glück mit dem Bad (Bad Luck 🙂
New Ross heißt der Ort, an dem wir nun zwei Tage verweilen und befindet sich eher im Landesinneren der Halbinsel. Viel Wald und viel Nebel bisher. Bevor wir hier heute aufschlugen, sind wir von Halifax die Südküste entlang gecruist. Polly’s Cove und Peggy’s Cove wollten erkundet werden. Erstere fand E sehr gruselig, da hier nur ein enger Wanderweg zwischen dichtem Gestrüpp zu den Aussichtspunkten führte und es hier auch Bären gibt.
Bestens ausgerüstet
Peggy‘s Cove war – erwartungsgemäß – mit Zweibeinern überlaufen, was allerdings auch Sicherheit gibt, vor allem wenn man die anderen als langsamer einschätzt.
Rocks of AgesKopfsteinpflaster
Unser spätes Mittagessen bei Rosa Rugosa & The Gratto, einer Kneipe an der Straße, war sehr schmackhaft, allerdings auch mehr als sättigend.
Brisket Burger mit Boozy Beans
Danach war intensives Verdauen am Strand nötig und nebenbei gab es die Sandmalerei einer uns gut bekannten Künstlerin zu bewundern.
Gemälde mit Fußsignatur
Jetzt hol ich mir erstmal ein Alexander Keith‘s aus dem Kühlschrank, wenn ich es da überhaupt wiederfinde.
Fast begehbarer Kühlschrank (das Tetrapack Milch kommt sich bissl verarscht vor)
Unser Island Abenteuer kam dann doch noch zu einem Happy End. Die letzten Gedanken zu diesem verzauberten Fleck Erde habe ich gerade hier gepostet.
Unser Handgepäck nach Kanada
Gestern Abend hat der zweite und längere Teil unseres Urlaubs begonnen. Nova Scotia erwartete uns mit vielen angenehmen Überraschungen.
Der Flug war 20min kürzer als gedacht, der Flughafen war abends sehr leer, der Zollbeamte super nett (wir konnten nach Rückfragen fast unsere komplette Verpflegung mitnehmen, Obst, Gemüse und Fleisch waren selbstverständlich nicht dabei) und der Mietwagen schnell am Start.
Luxus auf vier Rädern
Wir sind dann nach 30min Fahrt in unserer „Green Suite“ angekommen und wurden von einem der Gastgeber schon erwartet. Ein ehemaliger Polizist und Hubschrauberpilot, der viele interessante Dinge zu erzählen hatte.
Grün ja Grün ist alles was ich habeÜbernachten im grünen
Das Appartement ist gefüllt mit sovielen Design-Details und Technik, das kann man an in der kurzen Zeit gar nicht alles erkunden.
In der Ferne Fernsehen?Die Waschmaschine ist innen beleuchtet Und ich dachte Ninjas sind lautlos und man sieht sie gar nicht
Nach einer etwas geräuschvolleren Nacht in Halifax – nicht was ihr denkt; Aircondition, Pumpe des Hot Tubs und der Kühlschrank sorgten für entsprechende Lautstärke – starteten wir in den heutigen Tag, der sich im wesentlichen mit der Erkundung der Stadt befasste. Es gibt soviel zu sehen, zu essen und zu shoppen, da war der Tag schneller verflogen als der Alkohol im Coq au Vin.
Hey, wo will er mit dem Koffer hin?CowgirlHalifax CitadelMalerarbeitenTypische Reihenhaus Siedlung Waterfront von der Fähre nach Darkmouth gesehen
Am Ende noch den Walmart frequentiert und die Lebensmittel Vorräte auf Maximum gebracht. Selbst dort erkennt man die französische Prägung und das Lebensmittelsortiment unterscheidet sich schon gravierend von dem in einem US amerikanischen Walmart.
Wir haben hier keine wirkliche Nacht erlebt. Immer war es hell, maximal dämmrig. Es war herrlich und merkwürdig zugleich, fast Mitternacht noch immer im Hellen zu spazieren.
Sonnenuntergang, denkste.
Es gibt laut Internet keine blutrünstigen Mücken in Island. Zudem auch keine Zecken, wie uns die Mädels der Pferderanch freudig berichteten. Was aber am letzten Tag die fette Krätze war, sind Kriebelfliegen. Winzige Scheissviecher (0,5-2mm), die in wenigen Minuten einen Streuselkuchen aus dir machen. E hat es am schlimmsten erwischt, sie hat 38 Bisse gezählt. J und mich hat’s allerdings auch getroffen.
Mücken sieht man wenigstens, schnappt sich ne Zeitung erzeugt ansehnliche Blutflecken an der Wand, auf die jede Spurensicherung stolz wäre. Diese Exemplare hier sind einfach nicht zu sehen. Es gibt sie wohl auch erst seit ein paar Jahren hier und vor allem im Südwesten der Insel. Das ist jetzt jedoch zusammen gegoogeltes, gefährliches Halbwissen. Eventuell gibts die mittlerweile auch woanders schon.
Weil man die Biester nicht sieht, hier ein Bild mit mit größeren Tieren
Straßen sind hier sehr oft nur Schotterpisten, wenn man die Ringstraße verlässt. Das macht einerseits Spaß und andererseits ist eine Rundum Versicherung beim Mietwagen sinnvoll. Auf eine zusätzliche Sand and Ash Protection – SAAP , sowie eine Gravel Protection – GP habe ich verzichtet, das muss man auch vor Ort abschließen, kostet viel Geld und ist bei den Straßen, die wir fuhren nicht unbedingt nötig.
Für mehr als nur popelige Schotterpisten gibts dann sowas
Heute hieß es Abschied nehmen. Von Island, unserem kleinen Bungalow, dem rostigen, aber rüstigen Dacia Duster und den Islandpferden.
Unsere Homebase der letzten TageVersteckt im Gebüsch, das findet kein Lieferdienst.Das einzige was hier oben Duster warIsy Rider
Fast pünktlich starteten wir mit unserer Dacia Rakete in Richtung Flughafen. Auf dem Weg gab’s noch einiges zu sehen, allerdings saß uns die Verabredung mit meinen Koffer 14:00 Uhr etwas im Nacken. Wir haben’s trotzdem nochmal genossen an der Südküste entlang zu cruisen.
Straße mit Meerblick
Ein Thermalfeld musste natürlich auch noch besucht werden, ohne den Geruch von Schwefel (bzw. faulen Eiern) in der Nase ist es kein richtiger Island Urlaub. Der Geruch sorgte sofort für Neuseeland Vibes.
Hier kocht der Planet noch selbst Dampfgarer
Pünktlich am Flughafen stieg die Spannung ins Unermessliche. Wir standen pünktlich am Treffpunkt.
14:00 Uhr Der Puls stieg.
14:05 Uhr Ich rufe die Hotline an. Leider sind die Leitungen gerade nicht verfügbar.
14:08 Uhr Ich komme bei der anderen Hotline durch, gebe nochmal alle Daten durch und bekomme als Antwort, ich solle jemand vor Ort fragen.
14:10 Uhr Niemand zu sehen, ich gehe mal an die Flughafen Info. Nein, sie kann mir nicht helfen, aber ich soll mal am Treffpunkt am Schalter des Bus Shuttles fragen. Ähm…ok. Natürlich waren die auch ratlos.
14:15 Uhr Das gebuchte Zeitfenster ist damit beendet und nichts ist passiert. Also jetzt direkt jemand von Iceland Air gesucht und gefunden. Jemand mit Gepäckwagen. Das sieht doch schonmal vielversprechend aus. Er verspricht mal zu schauen und verschwindet wieder.
14:23 Uhr die Tür geht auf, in einem gleissenden Schein erscheinen zwei Lichtgestalten. Sie schweben herein, der Raum wird dunkel und ein buntes Feuerwerk erhellt die Decke. Korken knallen und Menschen klatschen begeistert Beifall. Da ist er endlich mein Koffer. J. meint, es waren einfach zwei Damen von Iceland Air mit einem Rollwagen, aber das bezweifle ich.
Willkommen zurück mein viel gereister Freund
Die Wiedersehensfreude war nur von kurzer Dauer, da wir das Gepäck umgehend nach Kanada eincheckten. Nicht ohne vorher etwas Inhalt auf die anderen Koffer zu verteilen.
Dann der übliche Kram, Mietwagen abgeben, mit dem Shuttle zurück, auf dem Flughafen rumlungern und viele Fragen beantworten, was man in Kanada wolle, die Rückflug Tickets und die ETA Anmeldung vorweisen, damit man einen Klebepunkt auf seinen Pass bekommt und beim Boarding schneller durchkommt.
Die letzten Zeilen hier schreibe ich gerade aus Halifax und unserem mega stylischer Airbnb. Da hat J mal wieder ganze Arbeit geleistet. Aber dazu morgen mehr…jetzt wird erstmal gepennt.
Ach ja, bevor ihr fragt: alle Koffer haben es mit uns geschafft!
Das ist das Island, wie wir uns das vorgestellt haben. Nebel, Nieselregen und stoisch diesem Wetter trotzende Pferde.
Schlechtes Wetter? Hast Du ne Ahnung.
Beim Start unserer heutigen Tour Richtung Golden Circle und einigen anderen kleinen Spots erhielt ich eine SMS (!), das mein Gepäck da ist und jetzt für die Lieferung vorbereitet wird.
Dabei hatte ich auf der Claim Website gestern schon eingestellt, ich hole es am Flughafen ab, da ich mir nicht vorstellen konnte, das sie uns wirklich hier draußen finden bzw. wir ja nicht in der Hütte warten würden. Antwort auf die SMS wurde mit Fehlermeldung abgebrochen. Der Claim existierte auch nicht mehr und machte eine Anmeldung unmöglich. Also fix auf die letzte Mail von Iceland Air geantwortet und um Rückruf gebeten. Leider beim Fahren den Anruf verpasst, jedoch konnte ich in einer eingetroffenen Mail einen Termin zur Abholung buchen. Morgen 14;00 am Flughafen ist Showdown.
Mit gut ausgelasteten Scheibenwischern ging es zum ersten Ziel unserer Tagestour.
Brúarhlöð, eine Schlucht mit Gletscherwasser
Und wieder die obligatorischen Parkgebühren, aber wenig Autos und nicht überlaufen. Also die Regenklamotten an und los, ach stopp, die sind ja noch im abtrünnigen Koffer. Muss es halt so gehen. Ging auch ca. 5min gut, bis der Nieselregen einmal komplett seine Arbeit verrichte hatte.
„Eingenässt“
Also die Klamotten danach strategisch im Auto verteilt und die Lüftung auf MAX. Selbst Js Sachen, sie hatte eindeutig die bessere Ausrüstung, waren durch.
Kurz überlegt, ob jetzt nicht heiße Quellen gut wären, dann festgestellt, dass die Badeklamotten nicht dabei waren. Weiter ging’s zum Gullfoss der ersten Attraktion des Golden Circle. Da war es schon sehr belebt, nichtsdestotrotz haben wir den kurzen Weg zum Wasserfall angetreten, um ihn mal im aufgetauten Zustand zu sehen.
Der Gullfoss mit SchaulustigenWasser, das von oben fällt
Hier gibt es auch mittlerweile einen großen Souvenirladen, den wir gleichzeitig als Trockenkammer nutzten, bis die Busse kamen. Mir schwante für den nächsten Golden Circle Stopp, dem Strokkur Geysir schon schlimmes.
Tatsächlich waren dort die Busse schon eingefallen und man sah nur noch Menschen, was uns einstimmig dazu veranlasste, diese Attraktion einfach auszulassen. Ist meist ja eh nicht mehr, als heiße Luft.
Was war es damals 2011 noch leer hier, vor allem der Golden Circle ist sowas von überlaufen. Ich hatte schon viele Menschen erwartet, allerdings nicht so viele. Weiter im Programm ging’s dann zum Faxafoss, einem Wasserfall mit Lachstreppe, den wir nur mit etwa sieben weiteren Besuchern teilen mussten. Leider hatten die Lachse gerade keine Lust zum Treppensteigen.
Faxafoss IdyllWasserfall fast in Alleinlage
Zum zweiten Mal vom Regen durchsiebt, entschlossen wir uns zur Rückfahrt, mit einem Umweg über Selfoss, da E jetzt auch gerne noch einen Hoodie mit Nutztiermotiv haben wollte. Leider gabs keine Größe S und alles andere wäre für sie eher ein Zelt, als eine Klamotte.
Auf dem Weg kamen wir noch an einem Vulkankrater (Kerið) vorbei, den wir bei schönem Wetter am Sonntag ausgelassen hatten, da es uns zu voll war. In Relation zu heute beobachteten Besucherzahlen, war das lächerlich. Der Regen pausierte gerade und gab uns die Gelegenheit mal schnell einmal um den Krater zu laufen.
Krat(er)wanderung Rollin‘ home
Bevor wir sicher und wie ein guter, süffiger Weißwein, nämlich halbtrocken in unserer Hütte ankamen, galt es noch eine Familienzusammenführung zu organisieren.
Die frischen Adleraugen von E hatten beim vorbeifahren ein von der Stute getrenntes Fohlen erspäht. Es stand auf der anderen Seite des Zaunes und kam nicht zurück.
Inspektor E sagt hier stimmt was nicht
Die Ranch auf der wir am Sonntag den Ausritt hatten, lag ganz in der Nähe. Dort sind wir kurzerhand auf den Hof gefahren, wurden aber gleich von zwei aufmerksamen Hofhunden gestellt und entschlossen uns daher nicht auszusteigen, sondern per Anruf auf die missliche Lage des kleinen Fohlens aufmerksam zu machen. Das wurde dankbar angenommen und wir konnten später mit dem Fernglas beobachten, wie die beiden Pferde wieder vereint wurden.