Unglaublich, es ist 12:48 Uhr und wir lungern noch immer in unserer Ferienwohnung rum.
Diesmal erstes OG
Nach der späten Ankunft gestern wurden wir von zwei gut gelaunten Hunden begrüßt. Die hatten noch eine unbändige Energie, ganz im Gegensatz zu uns. Joan, ihre Besitzerin hat uns natürlich auch willkommen geheißen.
Vom Fenster aus konnten wir dann auch noch einen Bieber bei Instandhaltungsarbeiten beobachten.
Blick aus der Küche auf den Bras d‘Or Lake
Auf dem Balkon trocknet gerade eine Ladung Wäsche am gestern gekauften Paracord, die sich über die vergangenen Tage angesammelt hat. Die Waschmaschine ist mal wieder eine Herausforderung, aber bis jetzt schaut alles was rauskommt so aus wie vorher, nur besser riechend und nass.
Mücken impossible?
Genug gedillert, ab zum Strand und in die Eisdiele, Mittag essen.
Der heutige Text beginnt hier mitten im Walmart in Antigonish, einem Zwischenstopp der wir vor 30min schon Richtung Cape Breton verlassen hatten. Wir sind hier gerade wieder gestrandet, da der Trans Canada Highway vollgeperrt ist. Unsere Reisepläne wurden heute schon mehrfach durchkreuzt.
Noch ahnungslos
Wir haben also gerade mit Shopping versucht die Zeit zu überbrücken, bis der Highway wieder frei ist. Vorher waren wir schonmal eine Weile ostwärts gefahren und hatten die Google Maps Verzögerung von 10min noch für eine unbedeutende Kleinigkeit gehalten. Leider standen wir länger im Stau und haben dann – ganz kanadisch – gewendet und sind zur nächsten Stadt, eben jenes Antigonish zurückgefahren.
Da waren wir zwar eben erst gewesen, um bei „Peace by chocolate“ – einer Chocolaterie gegründet von syrischen Immigranten – unsere Süßigkeitenvorräte zu erhöhen, die fast unter den Sicherheitsabstand gefallen waren.
Pralinenkasten, bei dem wir wussten was drin istDas türkisfarbene Haus beherbergte leckeren Süsskram
Der Tag begann sonnig entspannt und wir besuchten gleich nach dem Frühstück eine alte Getreidemühle in der Nähe. Nach einer kleinen Führung mit interessanten Erklärungen und seltenem Vokabular vermiesten uns mal wieder die Deerflies (diese Bremsen ähnlichen Insektenscheissviecher) die Besichtigung der Außenanlagen.
MühlengetriebeSchüttgutanlageEs klappert die Mühle am rauschenden Bach
Auf dem weiteren Weg bremsten wir dann ungeplant für einen Foodtruck auf einer Farm. Irgendwie hatten wir uns den – romantisch verklärt – mit leckeren frischen Farmprodukten, statt labbrigen Hotdogs und Pommes vorgestellt. Wie ich das so schreibe, sind wir hier wohl an diesem Tag falsch abgebogen, wobei die Farmtiere zur Freude von E besuch- und streichelbar waren.
„Foodtruck“ ohne TruckPferderiesenDer Esel im Hintergrund übt gerade Yoga
Zurück zum Walmart. Mit mehr als genug Vorräten und vollgetankt verließen wir die Einkaufsmeile und machten uns auf den weiteren Weg. Laut Google war der Highway noch immer voll gesperrt, die Fahrt würde über Nebenstraßen circa eine Dreiviertelstunde länger dauern. Wir sind dann mangels Alternativen der Umleitung gefolgt. Der Gegenverkehr war schon massiv verstopft. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir irgendwo feststecken würden. Noch waren wir guter Dinge, bis irgendwann ein seltsamer Dunst aufkam.
Highway Verkehr auf einer Schotterpiste
Der Asphalt hörte auf und der Schotter begann. Was normal kein Problem ist, wenn vereinzelt Autos über den Schotter prasseln, wird eines, wenn neben Unmengen von SUVs auch Truck an Trucks hier entlang donnern. Mit Staubwolken wie bei der Dakar Rallye und fast null Sicht flogen wir über die Piste.
Another one bites the dust
Immerhin fuhren wir noch. Aber auch das sollte sich ändern und wir standen mit vielen anderen im Stau irgendwo im Wald.
Landwirtschaftlicher Verkehr frei. Denkste.
Ziemlich viel später haben wir es noch gerade so bei Tageslicht noch zur Unterkunft geschafft.
Fast geschafft
Was uns dort erwartete, erzähle ich später, wenn ich nicht mehr so gerädert bin. Ich glaub, ich brauch Urlaub 🙂
Gerade sind wir an einer Mühle Love fande es nicht so toll aber auch nur weil ich ihr heute früh gesagt habe das wir 3 Stunden Auto fahren Love hasst Auto fahren und wenn ich sage sie hasst es dann ist das ihrer Meinung noch untertrieben . Hi bin wieder da sind jetzt endlich angekommen es war schlimm da wir 1 Stunde im Stau standen Love ist so tapfer gewesen nun schläft sie seit 20:20 Uhr und ist einfach froh dass wir da sind während dem Stau war sie so unruhig und hat kein Auge zu getan bis wir da waren hat sie durch gemacht dann war sie so müde das sie in Mamas Rucksack eingeschlafen ist dann habe ich sie ins Bett gebracht
Vor ein paar Minuten sind wir hier am Creamery Square in Tatamagouche angekommen und ntv informierte mich via Push Nachricht, das Ozzy Osbourne nun im Rock’n’Roll Himmel ist.
Irgendwie paradox, dass der Rocker, dessen Business es war, zu schockieren, es ein erneutes und letztes Mal schaffte, ebendies zu tun. Anders, als unter Schock stehend, kann ich mir auch nicht erklären, wie wir plötzlich in einem Touristen Zug (also die, die auf der Straße fahren mit einen lokomotivähnlichen Zugfahrzeug) landeten und winkend durch Tatamagouche fuhren.
Die haben immer freundlich gegrüßt
Doch halt, springen wir zunächst nochmal zurück auf gestern Abend, der endete nämlich nicht etwa mit dem Besuch der Cheesefactory. Ich war einfach nur zu müde, um den Rest noch in einer einigermaßen lesbaren Form hier abzuliefern.
Esel ohne Brücke
Bevor wir später unsere Gastgeber im konventionellen BnB dem „Parrsboro Mansion Inn“ kennenlernten, verführte uns das magische Licht nach dem Regen kurz vor Parrsboro links abzubiegen und dem Five Island Provincial Park für eine Fotosession abzufahren.
Treibholz am StückSchlammpoolKrone verrutscht
Wir wurden im BnB herzlich von Michael begrüßt und eingecheckt. Das noch andere Gäste da waren, war irgendwie ungewohnt für uns, hatten wir doch bisher immer alles für uns allein. Auch die Frage was wir zum Frühstück essen wollen, befremdete uns. In vorherigen Reisen zu zweit, waren BnBs unsere bevorzugten Unterkünfte. Jetzt sind wir es gewohnt 3-4 Einkaufstüten plus Kühlbox an Vorräten im Auto zu haben, immer bereit für ein Picknick bzw. Kochabenteuer morgens und abends.
Parrsboro Mansion InmDer Captains Room
Die bisher ab und an bei den Unterkünften enthaltenen Hot Tubs, hatten wir wegen der schon sehr gemütlichen Außentemperaturen nie genutzt. Das BnB hatte diesmal einen beheizten Pool (28 Grad) mit Rutsche und Sprungturm. E war sofort begeistert und wir verzichteten auf ein Abendessen außerhalb und verbrachten den Abend amphibisch. Allerdings bei 18 Grad Außentemperatur, was idealerweise auch andere Mitschwimmer fern hielt.
Nein, das ist nicht der Pool, der war hinterm Haus
Michael, unser Gastgeber im BnB machte uns und den anderen Mitbewohnern heute Speck, Spiegelei und Pancakes zum Frühstück. Er und seine Familie sind von Südafrika hierher ausgewandert, weil sie in Kanada weder eine Mauer ums Haus noch vergitterte Fenster benötigen. Es sind diese Geschichten, diese Begegnungen mit Menschen, die neben grandioser Natur, schicken Behausungen und allem anderen eine Reise ausmachen.
Zum Beispiel der Tipp, die heutige Morgenwanderung über Partridge Island langhosig zu absolvieren, war Gold wert. Dichtes Brombeergestrüpp hätte sonst für fein rot gestreifte Schienbeine gesorgt.
Parken auf dem Strandstreifen
Die schwarze Rakete direkt am Stand abzustellen verursachte etwas Unwohlsein, auch wenn das Wasser augenscheinlich nicht bis zu den Parkplätzen ansteigen würde. Da kam ein Wanderer des Weges… ein einheimischer dazu, der uns beruhigte und zugleich eine alte Mi’kmaq Geschichte auf Lager hatte.
Ohne Machete durchs UnterholzDer Chevy steht noch stabil (Suchbild)Gut verheilter BruchAusblickbelohnung am Ziel
Es folgte eine längere Fahrt durch sonnige Wälder und kleine Ansiedlungen. Ohne große Ankündigung wechselt hier der Straßenbelag auch mal eben von Flüsterasphalt zu losem Schotter. Selbst bei nur 80km/h sorgt dies häufig für ein „Huch“ beim gesamten Insassenteam. Der Chevy lächelt das allerdings nur müde weg.
Wohnen am Feldweg
Zurück zum hier und jetzt. Wir zuckeln also im Touri Zug durch Tatamagouche. Und es war wirklich nett, der Fahrer sicher bekannt, wie ein bunter Hund, alle winken und ich kann den Blick auch mal schweifen lassen, da eben jener bunte Hund die Straße im Blick behält.
Sogar eine alte Brücke wurde überquert
Während der „wilden“ Fahrt konnten wir unseren dritten Adler am Himmel beobachten.
Mittlerweile sitze ich auf der Mini Terasse unseres Tiny Houses mitten im Wald, umschwirrt von Mücken, aber auch Spechten und Kolibris (absteigend sortiert). Es sind mehrere kubusförmige Häuschen hier verteilt. Trotzdem ist man für sich und schaut direkt in den Wald.
Es muss nicht immer Meer seinWohnwürfel mit Ausblick
Adieu alte Scheune, du zugige, doch sehr stilvolle Behausung. Du botest nicht nur uns Unterschlupf, sondern auch zahlreichen kleinen Krabbeltieren, die sicher weit vor der Nutzung als AirBNB schon bei dir eingezogen waren.
Hier gab’s gestern Abend noch PizzaUnd das war eine von dreien
Obwohl die nächste Unterkunft (diesmal ein echtes BnB) nur Luftlinie 33km entfernt war, mussten 240km mit der schwarzen Rakete zurückgelegt werden. Dazwischen lag die Bay of Fundy, die umrundet werden musste.
Kann man sicher zu viert vorn sitzen
In Wolfville – unserem ersten Stopp heute – findet man die Acadia University, ein ziemlich ausufernder Campus mit allerlei Gebäuden, Sportanlagen und einem botanischen Garten. Letzterer wurde von uns durch einen Seiteneingang erkundet und enthielt interessante Gewüchse.
SonnenalleeEindrucksvolle Eingangshalle, wenn man den Haupteingang wählt
Eine Uni-Stadt also, da sollte sich doch was leckeres für den sich anbahnenden Mittagshunger finden lassen. Tat es auch, eine Brauerei in einer Kirche, mit dem passenden, wie auch naheliegenden Namen „Church Brewing Co“. Das Essen war angenehm scharf gewürzt und auch die Getränke ließen wenig zu wünschen übrig.
Hier braut sich was zusammen
Mit gut gefüllten Bauchhöhlen machten wir uns auf den weiteren Weg auf die andere Seite der Bay, immer wieder mit Ausblicken auf leere Flussbetten mit rotem Schlamm.
Bei Ebbe bleibt der Fluss ein Matschbecken
Man kann hier Mud Sliding machen, also die Schlammhänge runterrutschen um danach auszusehen, wie in Metaxasauce getränkt.
Unterwegs setzte dann Regen ein. Ein ziemlich heftiger, der unserer schwarzen Rakete teilweise die Bodenhaftung entzog. Dabei hatten wir den schlimmsten Teil der Regenfront wohl gar nicht abbekommen, der Highway war in Teilen nur ein einziger See.
Auf dem Highway war die Hölle los
Wir steuerten das nächste Ziel an, eine holländische Käserei mit angeschlossenem kleinen Tierpark. E freute sich auf die angekündigten Hängebauchschweine, J und ich auf guten Käse. Nun Käse gab’s dann nur Gouda in verschiedenen Altersklassen. Dafür fanden sich im Laden viele andere niederländische Produkte von Clogs bis Schokolade.
Nicht alles Käse
Die Tierparkrunde begleitete ein feuchter Sprühregen, der Sorte unscheinbar, aber fies. Nicht wirklich spürbar, trotzdem ist plötzlich alles nass.
Roger und seine FreundeFaules Schwein Ein Emu steht im Walde Minipferde, die leider nicht jedem aus der Hand fressen
Man bekam beim Eingang Münzen für die an jedem Gehege aufgestellten Futterautomaten. Bei den Ziegen staunten wir nicht schlecht, als kurz nachdem im Automaten der Groschen gefallen war, eine besonders biegsame Ziege einfach durch den Zaun glitt und direkt am Automaten J zum Drehen des Knopfes ermutigte.
Gar nicht blöde ZiegeBetriebsfeuerwehr der Cheesefactory?
Irgendwie ein ziemlich irreführender Begriff. Früchte aus dem Meer. Sind doch meist tierischen Ursprungs und von seltsamer Konsistenz.
Wie auch immer, wir haben jedenfalls einiges an schönen Gerichten am Steinstrand zusammenstellen können.
T-Bone Steak mit frittierten Kartoffeln an grünen BohnenBratkartoffeln mit LachsfiletBrotzeit Teller mit Schinken und WurstSpaghetti und HackbällchenTagliatelle mit Spinat und Steak
Wir haben heute sehr spät gefrühstückt und sind dann hier in der näheren Umgebung die – durch die Ebbe – freigelegten Steinufer entlang gestolpert. Wirklich eine Fundgrube an seltsamen Gestein.
Geologen Paradies
Über uns flog ein Seeadler seine Strandpatrouille. Imposanter Vogel allemal, leider nur mit nem Handy schwer zu fokussieren, insbesondere wenn beim hektischen Herausfummeln desselben, die Tüte mit den gesammelten Steinen meint: „Was reißt denn hier ein.“
Fokus gescheitert
Am zweiten Spot des Tages, den Baxter‘s Harbour Falls, konnte man dann die Auswirkung des gewaltigen Tidenhubes noch eindrucksvoller bestaunen.
Unterwegs haben wir wieder eine beachtliche Anzahl an sehr schicken Anwesen gesehen. Meist schön bunt gestrichen, mit gepflegtem Rasen und Blumenarrangements.
Für die Sitzung mit Meerblick?
Auch ein Inspirator von Friedensreich Hundertwasser hat sich hier in den 1930ern schon mit Beton und Farbe ausgetobt.
Erstaunlich. Schon vor Hundertwasser baute Charles MacDonald in seinem Stil
Eine selbstgemachte Portion Spaghetti rettete uns hier im Restaurant befreiten Gebiet das Mittag (ok, nebenan ist ein bekannter Lobster Schuppen, aber laut Google kann der auch nur das).
Viererlei vom Deckchair „Ich kaufe ein E“ Hat wahrscheinlich nicht gehaftet
Es wird Zeit. Meine Teigkugeln möchten sich gleich in drei Pizzen verwandeln und die Familie schaut schon ganz hungrig. Und ihr wisst ja, Hunger macht böse.
Was klingt, wie eine Mischung aus B-Movie Science Fiction, griechischer Fleischplatte und Hamburger, ist tatsächlich eine Stadt im Norden Nova Scotias. Historisch wild umkämpft und sogar früher mal die Hauptstadt von Nova Scotia.
And it was all yellow
Uns trieb der Farmers Market hierher, der jeden Samstag stattfindet und frische Vorräte und allerlei anderes zu bieten hatte. Es gibt in dem Ort sogar eine German Bakery, die bei Google aber aufgrund der Preise nicht so gut wegkommt. Der Stand auf dem Markt war jedenfalls gut besucht. Die Produkte sahen auch ganz gut aus.
Beim Bäcker anstehen, typisch deutschGebraut wird hier in jeder Ecke
Nichtsdestotrotz kauften wir ein Sauerteigbaguette bei einer anderen ansässigen Bäckerei. Diese wollte dann auch aufgrund eines Hungergefühls alsbald verspeist werden. Und wo kann das besser sein, als direkt auf einer der sehr gepflegten Rasenflächen von Fort Anne, einen Fort was einst den Hafen und die Stadt sicherte und dem ersten „National Historic Site“ von Kanada.
Golfplatz Vibes auf Fort AnneEinbahnstraßeEndlich was, um auf Spatzen zu schiessen
Ein weiterer sehr sonniger Tag hier in Kanada. Auch wenn wir heute einiges an Kilometern machen mussten, um an der Bay of Fundy anzukommen. Die Behausung ist mal wieder wohlfühlen pur. Eine alte Scheune, umgebaut ohne den alten Charme zu verlieren. Viel Holz, viel Rost und Blick direkt aufs Meer. Das Rauschen der Wellen im leicht verbrannten Ohr, könnte man es hier locker auch länger aushalten.
Immer wieder spannend, was uns wohl dein erwartet?Sogar mit Sonnendeck Schlafzimmer ist oben Beleuchtungskonzept ist üppigPanorama Verglasung
Die Bay of Fundy hatten wir schon beim letzten Kanada Trip besucht, allerdings von der gegenüberliegenden Seite, von New Brunswick aus. Der Tidenhub betrug hier wohl schonmal 21m, normal sind aber eher zwischen 13m bis 16m. Auf jedenfall enorm.
Beleuchteter Tannenbaum
In Annapolis Royal haben wir heute Garibaldi wiedergetroffen, einen kleinen Dackel aus Österreich, den wir gestern beobachten konnten, wie er das erste Mal am Strand von Cape St. Marys freudig zum Meer lief. Wenn man bedenkt, das beide Orte eine Stunde Fahrt auseinander liegen, schon ein besonderer Zufall.
Mit Sonne und blauem Hinmel schaut die Welt gleich freundlicher aus. Es ging uns also wie Jeff Lynne vom Electirc Light Orchestra damals, als er den – in der Überschrift benannten – Song schrieb. Blauer Himmel macht glücklich, kreativ und manchmal auch Sonnenbrand.
Die untere Etage wird gerade von uns abgewohnt
Kanadisches Frühstück auf der Bank hinter dem Häuschen. Durch unsere vielen eher ländlichen Unterkünfte, haben wir einen beachtlichen Bestand an Eiern aufbauen können. Den versuchen wir gerade abzubauen. Und prompt bekamen wir heute wieder die „Ernte“ des Tages von unseren Gastgebern. Wir sind kurz davor nen Kuchen zu backen.
Blick aufs Sonnendeck
Unser heutiger Tagesausflug war auf Strand, Leuchtturm und feines Essen ausgelegt. Ein Abstecher zu Frenchys, einer Second Hand Laden Kette mit Klamotten, aber auch einem umfassenden Sortiment an VHS Videokassetten und bester Elektronik aus den 80ern.
Im chronologischer Reihenfolge:
Smugglers Cove mit Höhle in der Rum gelagert wurdeWasser war gerade in der PauseCape St. Marys – just another LighthouseDamit man weiß, wo man istEndloser Strand bei EbbeDeine Spuren im Sand… KurzzeitparcourWasser – Die RückkehrLeckerer Foodtruck Burger
Den späteren Nachmittag haben wir bei uns am und im Haus verbracht. J hatte ne dicke Birne dran, E nutze ausgiebig das Wifi hier, ich schreibe diese Zeilen und kratze ein paar Mückenstiche, bis das Hämoglobin sichtbar wird. Heute hatten sie mich mal wieder.
Gerade waren E und ich mal die Welsh Ponies besuchen und später noch am Meer hier hinter dem Anwesen.
Sieht aus wie Spirit, ist aber kein Mustang und heißt Jack Rocky Beach
Mit einem gesunden Salatteller und einem Irish Red Ale einer hier einheimischen Brauerei klang der Tag aus. Und da wir hier im Westen sind, bestaunten wir natürlich den grandiosen Sonnenuntergang.
Da haben wir uns doch tatsächlich gestern über die Hitze hier echauffiert. „Gut, ich kann auch anders“ sagt Nova Scotia und verwöhnt uns heute mit angenehmen Temperaturen bei geringer Sichtweite. Ein Tag wie ein in die Jahre gekommener Scheuerlappen, grau und feucht, erwartete uns.
Also erstmal in den Sobeys Supermarkt und Süsskram kaufen, damit wenigstens die Stimmung aufhellt.
Und was bietet sich bei so einem Wetter immer an. Na klar, ein Museum. Also eigentlich eine alte Mühle, in der Wolle gesponnen wurde. Die haben hier so coole alte Buden mit allen möglichen historischen Zeug drin.
Wolle von bunten SchafenIch glaub, die spinnen hierKann man sich getrost Zeit lassen in der Wool Mill
Zusätzlichen Süsskram in einer Bäckerei auf dem weiteren Weg erstanden und ab ging’s zur Tusket Falls Brewing Company. Leckeres Essen und sehr leckeres Bierchen.
Geh mal Bier holenDas Bier brauchte natürlich ne Unterlage
Gut gestärkt und auch bissl fröhlich ging die Reise weiter zum Cape Forchu im Südwesten der Halbinsel.
Fehlt nur noch das GeisterschiffIm Hintergrund: der Atlantik (schematisch dargestellt)Meerblick ohne Durchblick
Sehenswert, auch wenn man wenig sah. Irgendwann kam die Einsicht, die Sonne macht heute mal komplett Pause und dann ging’s zur nächsten Unterkunft mit Pferdehof nebendran.
Unterwegs noch schnell die kleinste Zugbrücke der Welt besucht und hin und her überquert. Wir waren nicht sicher, ob das so muss bzw. ob die Brücke gerade auf oder zu war.
Zugbrücke und kein Zug in Sicht Neue Bude zum einwohnenTerrasse mit Meer- und ReithallenblickEndlich wieder Pferde
Ich habe übrigens bisher nur zweimal meine physische Kreditkarte nutzen müssen, alles andere macht Apple Pay. Das ist schon verdammt praktisch, erfordert wohl nichtmal permanent eine Internetverbindung, lese ich gerade. Da ich trotzdem gern ein paar Bytes auf Tasche habe, habe ich mir hier (bzw. online) eine E-Sim von Jetpac geholt, das läuft prima. 5GB für circa 12 EUR. Gilt 30 Tage und Googlemaps und WhatsApp sind wohl frei, wobei die Apps trotzdem Volumen ziehen, aber nach dem Aufbrauchen wohl noch funktionieren sollen. Wir werden sehen.
Heute hieß es: „Goodbye Logcabin“. Nach drei Tagen Haus am See, trieb es uns heute wieder an die Küste. Nach einem netten Schnack über diese tolle Location und das Auswandern an sich mit Claudia, der Vermieterin, die wir zwecks Schlüsselrückgabe nochmals besuchten, düsten wir entspannt mit der schwarzen Rakete Richtung Süden.
Vorher haben wir unseren Müll noch am Ende der Straße in den Sammelboxen entsorgt. In dem Moment kommt hier ein Google Street View Auto durchs Niemandsland gefahren. Ich bin also jetzt mit einem schwarzem Müllsack, auf einer Schotterstrasse im Nirgendwo, in Nova Scotia mit ziemlich – sagen wir mal – überraschten Gesichtsausdruck von Google digitalisiert worden.
Treppenhaus
Der erste Stopp war der Fort Point Leuchtturm. Gerade zur Mittagszeit leider unbesetzt und wir haben nur mal einen sehr kurzen Spaziergang in sengender Mittagssonne gemacht.
Leuchtturm im Mindcraft StyleBesser als das Original Keine Arme, keine Kekse
Entlang dem Küstenhighway führte uns der Weg an einem weißen Sandstrand vorbei, den wir allerdings bedingt durch intensiv strahlendes UV Licht nicht allzu lang belagerten.
It’s a long way to the BeachKaltes, klares Wasser
Da es hier überall Picknick Plätze gibt, so auch beim Strand, haben wir kurzerhand die Essen-gehen-Pläne verworfen und die Resterampe unserer Kochabenteuer der letzten Tage abgebaut.
Bevor wir unsere heutige kleine Fischerhütte bezogen, in der ich dies hier gerade verfasse, stoppten wir noch in Shelburne. Der Hitze geschuldet war nur ein kleiner Walk am Hafen drin, mit sehr schönen Häusern und Holzwerkstätten.
Holz WorkshopSunburn in ShelburneKneippbeckenSchickes Gemäuer bzw. Gehölz
Dann noch schnell bissl Lachs bei Mr. Fish und Craftbier in der Boxing Rock Brewery gekauft, damit der Abend kulinarisch ausklingen konnte.
Die Qual der Wahl
Eben noch brennender Sonnenschein und Zack – Nebelsuppe. Was gar nicht so schlecht war und die Fischerhütte wohl temperiert hielt.
Fischer Haupthausund Nebengelass mit großzügigem BadEine eigene Landzunge gehört auch dazuInneneinrichtung der Black PearlKoje mit Ausblick
Mit diesen mannigfaltigen Eindrücken des kleinen Refugiums sage ich mal „Gute Nacht“.